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Wirtschaft

Der Kanaligator sucht Nachwuchs

Fachkraft für Kanalreinigung - will so einen Job wirklich niemand machen? Die Branche jedenfalls bietet sichere Arbeitsplätze.
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Ein Spülfahrzeug der Kanaligator GmbH im Einsatz. Nachwuchs-Fachkräfte sind in der Branche sehr gesucht. Foto: privat
Ein Spülfahrzeug der Kanaligator GmbH im Einsatz. Nachwuchs-Fachkräfte sind in der Branche sehr gesucht. Foto: privat
Das Unternehmen "Der Kanaligator" sucht Auszubildende. Das Problem: Viele Leute sind, wenn sie an einen Kanalreiniger denken voreingenommen. Die meisten denken an einen Dienst mit abstoßenden Gerüchen, doch das ist keineswegs der Fall.

Die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice dauert drei Jahre. Innerhalb dieser drei Jahre müssen die Auszubildenden die staatliche Berufsschule in Lauingen besuchen. Dort gibt es auch eine Möglichkeit zur Übernachtung, damit die Entfernung zur Berufsschule kein Problem darstellt.

Nach der Ausbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich weiterzubilden. Eine Möglichkeit ist sich zu spezialisieren. Man kann sich beispielsweise auf die Sparte "Kanal TV" spezialisieren. Dort speziell gehört der sichere Umgang mit Computern zum Alltag.
Oftmals muss man eine hochsensible Kamera in einen Kanalschacht einführen und manövriert diese dann von einem mobilen Büro aus mit einem Joystick durch den Schacht und prüft diesen dann auf dessen Qualität.

Die Bewerbungsfrist ist zwar schon seit dem 1. September verstrichen, doch das sehr junge Unternehmen "Der Kanaligator", das von Dietmar Schopf 1994 gegründet worden ist, würde auch jetzt noch Bewerber einstellen. Egal ob die Azubis lieber in Michelau arbeiten wollen oder bei der neuen Niederlassung in Bamberg.

Um eine Ausbildung bei der Kanaligator GmbH jetzt noch beginnen zu können, muss der Auszubildende ein hohes Maß an technischem Verständnis, Interesse an Mathematik, Chemie, Physik und an umwelttechnischen Themen mitbringen. Ebenso erforderlich sind gute Computerkenntnisse, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Als schulische Voraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss nötig. Ideal wäre ein Abschluss der mittleren Reife, da es der Auszubildende damit leichter hätte, den verpassten Lernstoff aufzuholen und zu verinnerlichen.

Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ist ein sehr zukunftssicherer Beruf. "Wir würden gerne jedes Jahr einen neuen Auszubildenden einstellen", sagt Verena Schwarz. Da laut dem VDRK (Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen), rund 97 Prozent der Haushalte an die öffentliche Kanalisation angeschlossen seien und zudem, nach aktuellen Schätzungen, 65 Prozent der Kanalsysteme sanierungsbedürftig seien, gebe es eine stetige Nachfrage nach Fachleute auf diesem Gebiet.






Ausbildung im Kreis Lichtenfels


Bewerber Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der gemeldeten Bewerber seit August 2006 um mehr als 50 Prozent gesunken. "Viele junge Leute wollen nach der Schule erst einmal weg von zu Hause und die Welt entdecken", sagt Matthias Klar, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit in Bamberg.

Stellenangebote Laut der gleichen Statistik gibt es aber auch 50 Prozent mehr gemeldete Stellen. Laut Matthias Klar sind diese konträren Bewegungen durchaus positiv. Er sagt, dass somit junge Leute im Landkreis Lichtenfels ihre ersten Schritte ins Berufsleben machen können.

Arbeitslosigkeit Wie kann es aber dann sein, dass frisch gebackene Akademiker oftmals keinen Job finden? Laut Matthias Klar liegt das hauptsächlich an den Anforderungen der Unternehmen. Er sagt, dass Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeiter zu halten, sehr wichtig ist. Zudem sei die Chance, einen Akademiker zu halten, viel geringer ist, als einen Bewerber mit einem anderen Abschluss.

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