Bad Staffelstein
Weihnachtsbäume

Der Franke steht auf Nordmann

Wie soll der Christbaum aussehen? Welcher Farbton der Nadeln ist besonders beliebt? Woher kommen die Bäumchen? Wir fragen zwei Verkäufer, die ihre grüne Waren derzeit auf dem Parkplatz des Staffelberg-Centers anbieten.
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Günther Pangritz mit einer seiner Nordmanntannen - auch der Standort ist durchaus bezeichnend: direkt vor dem Gasthof "Grüner Baum". Foto: Matthias Einwag
Günther Pangritz mit einer seiner Nordmanntannen - auch der Standort ist durchaus bezeichnend: direkt vor dem Gasthof "Grüner Baum". Foto: Matthias Einwag
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Nichts geht über Nordmann! Nicht die Fichte, schon gar nicht die Kiefer. Günther Pangritz und Matthias Bauer sind sich da einig. Die beiden Männer verkaufen derzeit Weihnachtsbäume auf dem Parkplatz des Staffelberg-Centers. Zusammen haben sie rund 140 Nadelbäumchen ständig im Angebot.

Zwischen 25 und 90 Euro kosten die Christbäume, je nach Größe und Wuchs. Zwischen einem Meter und drei Metern sind die Bäume groß, die - nomen et omen - in Sichtweite des Gasthofs "Grüner Baum" angeboten werden. Ein Zwei-Meter-Standardbaum, sagt Matthias Bauer, brauche ungefähr acht Jahre zum Wachsen. Die Priesendorfer Gärtnerei, für die er arbeitet, habe eigene Kulturen, auf denen sie die Nadelbäume zieht. In der Regel, fährt er fort, würden dreijährige Setzlinge aus der Kaukasus-Region bezogen, die dann auf den eigenen Flächen kultiviert werden.


Nordmann aus dem Osten

Also kommt die Nordmanntanne gar nicht aus dem Norden? Günther Pangritz, dessen Arbeitgeber in Coburg ansässig ist, hält dagegen. "Wir beziehen unsere Nordmanntannen von einer Baumschule in Dänemark." Das Seeklima dort, erklärt Matthias Bauer, sei sehr gut für die Bäume, denn es beschleunige das Wachstum.
"Die Leute wollen ausgesprochen schmale Bäume haben", sagt Matthias Bauer. Die normale Breite des unteren Astkranzes liege bei etwa 1,20 Meter. Und bei der Farbe habe jeder Kunde einen anderen Geschmack - wie auch die Grünnuancen der Nadeln sehr unterschiedlich ausfallen. Helles Grün, dunkles Grün, ja sogar Nadeln in silbrigem Grün sind vorrätig. Bei Tageslicht sieht das Grün noch einmal anders aus als bei Kerzenschein. Das Kerzenlicht verwandelt die Zweige in ein samtiges Grün, in ein geheimnisvolles Zusammenspiel von Licht und Schatten.


Grün ist nicht gleich Grün

Doch woher kommt die unterschiedliche Färbung des Grüns? Matthias Bauer sagt, das habe mit den Nährstoffen zu tun, hänge mit den Böden zusammen, auf denen die Bäume wachsen, und auch der Standort sei ausschlaggebend. Wenn eine Tanne auf sandigem Boden wachse, entstehe eine andere Färbung als auf einem schweren Lehmboden. Ist der Standort schattig, sei das Grün der Nadeln anders als bei Bäumen, die an einem sonnigen Ort wachsen.

Ein Tipp des Fachmanns, damit die Tannen möglichst lange grün bleiben und nicht nadeln: "Aus den Netzen auspacken und ins Freie stellen, bis sich die Nadeln mit Wasser vollsaugen", sagt Günther Pangritz; danach könne man die Bäumchen langsam an die Zimmerwärme gewöhnen. "Wasser ist immer ein Vorteil", rät auch Matthias Bauer. Doch Vorsicht - Wasser gefriert! Wer seinen Tannenbaum bei Frost im Freien stehen hat, sollte rechtzeitig daran denken, den Eisklotz zu entfernen, sonst erlebt er vorzeitig seine Bescherung.

Wer ein Christbäumchen haben möchte, hat Zeit bis zum 23. Dezember, 12 Uhr, sich das passende auszusuchen. Während der Sachse mit "Ä Tänn'sch'n please!" ordert, darf der Franke gern "Ich bräucherd a Dännla" sagen - die beiden Christbaumverkäufer verstehen alle deutschen Dialekte und haben genügend Nordmanntannen für Süddeutsche parat.

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