Prächting
Unwetter

Landkreis Lichtenfels: Der Bach flutete die Straßen

Lang anhaltender Regen und ein Wolkenbruch ließen den Kelbach im Landkreis Lichtenfels am Freitagfrüh stark anschwellen und über die Ufer treten.
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Gemeinsam verlegen Ebensfelder Gemeindearbeiter mit Anwohnern am Kelbach die eilig herangebrachten Sandsäcke. Foto: Matthias Einwag
Gemeinsam verlegen Ebensfelder Gemeindearbeiter mit Anwohnern am Kelbach die eilig herangebrachten Sandsäcke. Foto: Matthias Einwag
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In der Nacht zum Freitag hat es permanent geregnet. Die Böden sind gesättigt, können kaum noch Wasser aufnehmen. Als am Morgen ein starker Platzregen einsetzt, schießen die braunen Fluten über Felder und Abflussgräben in den Kelbach. Das Bachbett wird zum reißenden Fluss. In Prächting geschieht, was schon drei Jahre zuvor geschehen war: Die Wassermassen treten über die Ufer.


Um 7.55 Uhr wird Alarm ausgelöst. Die Feuerwehren der Umgebung, das THW, die DLRG und die Wasserwacht sowie der Ebensfelder Bauhof entsenden Einsatzkräfte nach Prächting. Dort hat der Kelbach inzwischen die unmittelbar angrenzenden Dorfstraßen überflutet. Im Ebensfelder Bauhof werden Sandsäcke befüllt und nach Prächting transportiert. Der Bereitstellungsraum der Einsatzkräfte ist auf dem Parkplatz des Landgasthofs Hummel eingerichtet.


Sandsäcke schnell vor Ort

Vor Ort helfen die Einsatzkräfte den Anwohnern, ihre Hofeinfahrten und Kellerfenster mit Sandsäcken abzudichten. Insgesamt werden nach Angaben von Kreisbrandrat Timm Vogler rund 1000 Sandsäcke verbaut.

Die Prächtinger haben diesmal Glück, denn gegen 9 Uhr hört es auf zu regnen. Der Pegel des Kelbachs steigt nicht mehr, so dass im Dorf keine Keller überflutet werden. Von der Feuerwehr Kleukheim, die den Bachlauf oberhalb Prächtings im Auge behält, wird signalisiert, dass der Pegelstand sinke.

Kreisbrandrat Timm Vogler, der den Einsatz koordiniert, spricht von einem lokalen Unwetter, ähnlich dem vor drei Jahren. Binnen kurzer Zeit seien am Freitagfrüh 30 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, schätzt er. "Wir haben ein Riesenglück gehabt", kommentiert er das Aussetzen des Regens, denn so musste er "nicht den ganz großen Knopf drücken".


"Dispogruppe Starkregen"

Mit dieser Umschreibung meint Timm Vogler die Alarmierung der "Dispogruppe Starkregen", die nach den wolkenbruchartigen Regenfällen in Mistelfeld (26. April 2014) und Prächting (31. Mai 2013) ins Leben gerufen wurde. Dieser Dispogruppe gehören rund 200 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis an, die vor allem bei zwei Szenarien zum Einsatz kommen sollen: Bei lokal begrenztem Starkregen sowie bei Hochwasserlagen mit schnell steigenden Pegelständen.

Das Konzept, bei jeder Gemeinde 1000 Sandsäcke vorzuhalten, habe sich nun bewährt, sagt der Kreisbrandrat. In diesem Fall waren die Sandsäcke schnell am Einsatzort.

In Ebensfeld, das weiter bachabwärts liegt, waren die Feuerwehrleute zwar auf der Hut, doch eingreifen mussten sie nicht. Bei der Polizei wurden weder aus Prächting noch aus Ebensfeld Schäden gemeldet.



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