Lichtenfels
Wettbewerb

Das könnte die Lösung sein

Ein Hauch Boulevardcharakter für die Coburger Straße: Mit seiner Idee überzeugte ein Bonner Landschaftsarchitekt die Jury in Sachen Stadtgestaltung.
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Bei einer der Bekanntgabe der Preisträger vorgeschalteten Ortsbegehung skizzierte Hochbauamtsleiter Ulrich Sünkel (links) den Teilnehmern des Bauseminars die Situation an der Coburger Straße. Fotos: Markus Häggberg
Bei einer der Bekanntgabe der Preisträger vorgeschalteten Ortsbegehung skizzierte Hochbauamtsleiter Ulrich Sünkel (links) den Teilnehmern des Bauseminars die Situation an der Coburger Straße. Fotos: Markus Häggberg
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Mit einer "nicht ganz einfachen Sache" hat sich ein Gremium anderthalb Tage lang im Stadtschloss befasst. Es ging um keine geringere Frage als um die, wie die Anbindung zum Fachmarktzentrum gelingen kann - und darum, wie die Lust auf das Betreten der Innenstadt durch die Unterführung an der Coburger Straße geweckt werden kann. Jetzt steht der Gewinner der europaweiten Ausschreibung zur Gestaltung der Unterführung fest.
Das "Ja" kam sehr überzeugend. Gerd Auf mkolk hatte es ausgesprochen, ein Experte für Landschaftsarchitektur aus dem vierköpfigen Gremium. "Der Knackpunkt Unterführung ist gelöst worden", meint der Professor. Ein im Herbst 2012 von der Stadt Lichtenfels europaweit ausgeschriebener Wettbewerb habe die Lösung erbracht.
Jetzt liegt es am Stadtrat, zu akzeptieren und zu befürworten, was ein Gremium vor wenigen Tagen im Stadtschloss an Planungsgedanken zur Verbindung von Innenstadt und Außenstadt durch das
Nadelöhr Unterführung an der Coburger Straße für gut geheißen und prämiert hat. Planen 2013, Bauen 2014, Fertigstellung 2015 wäre dann laut Aufmkolk der übliche weitere Gang in reellem Zeitrahmen.

16 Vorschläge auf zwei Etagen

Zwei Etagen braucht es, um alle 16 eingereichten Vorschläge - einer stammt sogar aus Barcelona - im Stadtschloss auszuhängen. Als Teil und angegliedert an das 12. Oberfränkische Bauseminar, das sich im Auftrag der Regierung von Oberfranken strategisch mit zukünftiger Innenstadtgestaltung befasste.
Die Vorschläge selbst gehören zu einer Ausstellung, die noch bis zum 9. Mai zugänglich ist und Lichtenfelser auf mögliches Kommende einstimmen soll. Zum Beispiel auf das Fallen der Mauerwangen nördlich der Unterführung, zum Beispiel auch auf das neue Verkehrsleitsystem, das für die Unterführung angedacht wurde. Schwerlastverkehr würde sich dann im Tunnel nicht mehr begegnen, da durch Lichtsignale verhindert. Das wiede rum ermöglicht eine Verbreiterung der Gehwege und auch eine Entschleunigung des Durchgangsverkehrs. Die Landschaftsarchitektur GmbH Gunter Fischer aus Bonn hat das ersonnen, kooperativ mit der Sturm und Wartzeck GmbH aus Dipperz. Sie sind die Gewinner des mit 13 000 Euro dotierten ersten Preises der Ausschreibung.
Über den Wert und Sinn von ausgeschriebenen Wettbewerben wird oft gestritten. Für Auf mkolk ist der Wert unstrittig. Er meint, dass Architekturbüros ihr Bestes geben, weil der Gewinn einer Ausschreibung gut für das eigene Ansehen und somit gut im Konkurrenzkampf ist. Dabei hält er auch fest, dass die eingereichten Pläne nicht kapriziös oder überkandidelt seien. Schon deshalb nicht, weil sich die Büros häufig ein Bild vor Ort gemacht hätten.
Das Bild, das die Unterführung in der Coburger Straße abgibt, bezeichnet er als "schmerzende Wunde" in einer kleinen Stadt, die ansonsten "schön beieinander" sei.
Auf fünf Prozent schätzt Auf mkolk die Chance, dass sich ein Stadtrat gegen ein Siegermodell entscheidet. Der Stadtrat, aus dem einige Vertreter sowie Bürgermeisterin Bianca Fischer sich die Vorzüge und Nachteile der prämierten Pläne erklären ließen, wird entscheiden müssen, ob die erst-, zweit- oder drittplatzierte Eingabe umgesetzt wird. Eines haben die Pläne nahezu immer gemeinsam: Sie möchten der Coburger Straße einen Hauch Boulevardcharakter verleihen. Der soll dazu beitragen, dass mehr fußläufiger Verkehr aus der Stadt hinaus und in die Stadt hinein führt. Mit dem Nebeneffekt, dass private Investoren Mut für Renovierungen entlang der Coburger Straße aufbringen, da sie Zutrauen in die Belebung fassen.
13 000 Euro der Erstplatzierte, 9000 Euro der Zweitplatzierte, 5000 Euro der Drittplatzierte. Zwei dotierte Anerkennungspreise dachte das Preisgericht weiteren Planungsbüros zu. Der Sieger des Wettbewerbs darf sich von der Jury voll akzeptiert fühlen, hat man sich doch einstimmig für ihn entschieden. Einen Kostenrahmen gibt es dazu nicht; die Umgestaltung müsste von der Stadt und aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert werden.



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