Lichtenfels
Vortrag

Christa Spannbauer rät in Lichtenfels: Stoppstellen des Alltags nutzen

Die gebürtige Lichtenfelserin Christa Spannbauer las aus ihrem neuen Buch und meditierte mit dem Publikum.
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"Wer gut für sich selbst sorgt, öffnet sich für ein reiches und erfülltes Leben", so Autorin Christa Spannbauer, die ihr neues Buch vorstellt. Foto: Denise Burkhardt
"Wer gut für sich selbst sorgt, öffnet sich für ein reiches und erfülltes Leben", so Autorin Christa Spannbauer, die ihr neues Buch vorstellt. Foto: Denise Burkhardt
"Was tut mir gut?" Die meisten Leute wüssten die Antwort, berichtet Christa Spannbauer aus Erfahrung. Doch viele Menschen würden sich zu wenig um ihr eigenes Wohlbefinden kümmern. Dabei hapere es weniger an der Erkenntnis als an der Umsetzung. In ihrem neuen Buch "Sei gut zu dir! Die Kunst der Selbstliebe" gibt sie Denkanstöße und praktische Tipps.
Christa Spannbauer ist Autorin, Journalistin und Filmemacherin. Der Einladung des Kneipp-Vereins Lichtenfels zu einer Lesung in dessen Übungsraum folgte sie gerne. Es ist eine besondere Station für die heute in Berlin lebende Autorin, wurde sie doch in Lichtenfels geboren.
Diese Veranstaltung eine Lesung zu nennen, ist eigentlich zu kurz gefasst. Denn die meiste Zeit, spricht Spannbauer die 45 Zuhörer direkt an, teilt ihre Erkenntnisse und gibt eine kleine Einführung in die Meditation.
Offen und freundlich blickt sie in die Runde, so dass kaum einer Scheu hat, sich auf die Übungen einzulassen. Spannbauer kennt viele praktische Beispiele, was Menschen nachgewiesenermaßen entspannt, zum Beispiel Sport und Musik. Letzteres beweist vor Ort Thomas Schaller, der die Zuhörer mit dem Klang seiner Akustik-Gitarre für kurze Zeit in eine andere Welt versetzt. Spannbauer rät, die "Stoppstellen im Alltag", also das Warten an der Ampel oder in der Supermarktschlange, als "kleine Momente der Achtsamkeit" zu sehen. "Diese Momente einfach mal nutzen und eine kleine Atemmeditation machen", schlägt sie vor. Mit ihrem Publikum übt sie ruhiges und bewusstes Atmen. "Nach dem Ausatmen gibt es einen Moment der Stille", in diesen solle man hineinspüren.
Doch sie spricht auch über Grundsätzliches, nämlich darüber, wie wichtig die Einstellung zum Leben und besonders in schwierigen Situationen ist. "Wir vergessen uns oft", meint sie. Dabei sorgen viele Menschen gut für andere. Dass man sich zu wenig um das eigene Wohlbefinden gekümmert hat, bemerken viele allerdings erst spät: "Wenn der Stresspegel so groß ist und wir das Gefühl haben, ausgebrannt zu sein."
Die Ursachen dafür, sich selbst zurückzunehmen, seien oft gesellschaftlich bedingt. "Es wird früh eingeprägt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen." Das beträfe vor allem Frauen. Vor allem in schwierigen Situationen helfe es, eines gelernt zu haben: "Sich selbst trösten können." Spannbauer erklärt die Herangehensweise: "Was würden Sie Ihrer besten Freundin oder Freund in dieser Situation sagen?"
Dankbarkeit sei auch eine wichtige positive Komponente. "Dankbarkeit gilt als eine der Methoden, am schnellsten glücklich zu werden." Man könne Menschen, denen man dankbar ist, einen Brief schreiben oder am Ende des Tages sich drei Dinge aufschreiben, für die man im Laufe des Tages dankbar war. So geht Optimismus.


Dalai Lama und Winnie Puuh

Bei ihrer Rede und ihrem Text fallen die vielen Querverweise auf. Sie gibt nicht nur ihre eigenen Erkenntnisse wieder, sondern zieht Fakten aus der Wissenschaft heran, zitiert Therapeuten, lässt Personen wie den Dalai Lama und Bob Dylan zu Wort kommen, verweist auf Zenmeister und Winnie Puuh. Sie selbst kann aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen: Sie studierte deutsche und englische Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft, war persönliche Assistentin eines Zenmeisters und Benediktiners, ließ sich zur Hospizmitarbeiterin und zur MBCL-Lehrerin ausbilden (MBCL steht für mindfulness-based compassionate living). "Wer gut für sich selbst sorgt, öffnet sich für ein reiches und erfülltes Leben", so Spannbauers These. Eine, die das Buch gelesen hat, ist Pia Dück, die Vorsitzende des Kneipp-Vereins. "Wann immer es mir im Alltag zu viel wird, kommen mir die Worte ,Sei gut zu dir' in den Sinn", berichtet sie.
Mit dem Signieren der Exemplare endete der entspannte und erkenntnisreiche Abend mit Christa Spannbauer.

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