Lichtenfels

Bund Naturschutz gegen vierspurigen Ausbau der B 173 neu

Der Lichtenfelser Bund Naturschutz ist enttäuscht, dass die Europäische Kommission ein klares Signal zugunsten der autobahnähnlichen Planung der Bundesstraße 173 neu zwischen Michelau und Zettlitz an die Regierung von Oberfranken gesendet hat.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zwischen Hochstadt (links) und Wolfsloch (rechts) würde die geplante Südtrasse der Bundesstraße 173 neu liegen. Foto: Anton Reinhardt
Zwischen Hochstadt (links) und Wolfsloch (rechts) würde die geplante Südtrasse der Bundesstraße 173 neu liegen. Foto: Anton Reinhardt
"Wir möchten an der Variante Mitte festhalten", sagte Kreisvorsitzender Anton Reinhardt bei einem Treffen der Lichtenfelser Kreisgruppe.


"Autobahn keinesfalls erforderlich"


Die Variante Mitte würde die neuen Wohnbereiche zwischen Hochstadt und Wolfsloch weitgehend schonen. Sie wäre kürzer und weit weniger aufwändig als die geplante Süd-Variante mit ihren tiefen und breiten Einschnitten. Der Ebensfelder Ortsgruppenvorsitzende Ludwig Wendler sprach das Gebot des sparsamen Umgangs mit der Fläche an: "Eine Planung als vierspurige, autobahnähnliche Straße lehnen wir entschieden ab." Bei der prognostizierten Verkehrsdichte sei sie auch keinesfalls erforderlich.
Bei täglich durchschnittlich 20 000 Fahrzeugen würde ein Straßenquerschnitt mit zwei Fahrspuren und einer abwechselnd zugeordneten Überholspur vollkommen ausreichen, so Wendler.

Bei der letzten amtlichen Verkehrszählung im Auftrag des Staatlichen Bauamts Bamberg konnten sich Wendler zufolge auf dieser Strecke bis zum Jahr 2010 sinkende Verkehrszahlen festgestellt werden, die den Vorschlag des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative "Pro B 173" unterstreichen würden.


Verkehr verlagert sich


Zum einen habe sich der Verkehrsfluss aus Richtung Kronach auf die Querverbindungen zur A 73 verlagert. Zum anderen sei im Landkreis Kronach ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen, der sich den amtlichen Prognosen zufolge noch weiter fortsetzen wird.

Die amtliche Verkehrsprognose für das Jahr 2025 komme auch 17 300 Fahrzeuge am Tag. "Damit wären wir immer noch weit unter dem Schwellenwert von 20 000", so der Ebensfelder. Der Bedarf für einen vierstreifigen Weiterbau der B 173 von Lichtenfels-Ost bis Johannisthal sei daher nicht mehr gegeben!. Auch der Bundesverkehrswegeplan sehe nicht zwingend einen vierstreifigen Ausbau vor.


Viel zu hoher Flächenverbrauch


Günther Scheler wies auf den unnötig hohen Flächenverbrauch hin: "Das dringliche Anliegen der Staatsregierung, mit der Fläche sparsamer umzugehen, wird durch diese vierspurige Planung konterkariert. Leider werden in Bayern täglich immer noch 18,4 Hektar freie Fläche versiegelt, überbaut oder anderweitig der Natur entzogen." Nicht unerheblich seien auch die Mehrkosten beim Bau einer vierspurigen Trasse, die zudem das Aus für das Naturschutzgebiet Gaabsweiher bedeuten würde.

Schatzmeisterin Elfriede Fischer brachte noch einen anderen Aspekt an: "Wir werben für eine Gesundheitsregion mit sanftem Tourismus, Thermalbad und Greenhospital. Da wäre eine weitere autobahnähnliche Rennstrecke kontraproduktiv." Für den Lichtenfelser Vorsitzenden Günter Lutz laufe das "überzogene Verkehrsprojekt" den Beschlüssen der Weltklimakonferenz in Paris zuwider.

Anton Reinhardt erinnerte an den gemeinsamen Widerstand gegen weitere Hochspannungstrassen durch den Landkreis und mahnte. "Mit der gleichen Vehemenz sollten sich Landrat, Bürgermeister und Abgeordneten gegen eine weitere vierspurige Schnellstraße wehren."

Kommentare (2)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren