Kloster Banz
Vernisssage

Brigitte Bailer stellt im Museum Kloster Banz aus

Die aus dem Ruhrgebiet stammende Künstlerin Brigitte Bailer stellt im Museum Kloster Banz ungewöhnliche Werke aus. Dabei steht der Prozess des Werdens und Vergehens im Mittelpunkt.
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Brigitte Bailer (links) zeigt ihre großformatigen Bilder im Museum Kloster Banz.  Foto: Gerda Völk
Brigitte Bailer (links) zeigt ihre großformatigen Bilder im Museum Kloster Banz. Foto: Gerda Völk
Brigitte Bailer experimentiert mit Materialien, wie sie sich in der Natur finden lassen. Ihre Ausstellung "Surrounded by Everything - Die Prozesshaftigkeit der Natur" wurde gestern im Museum Kloster Banz eröffnet. Die aus dem Ruhrgebiet stammende Künstlerin ist bei der Vernissage höchstpersönlich anwesend. Brigitte Bailer zeigt in den dicken Mauern von Banz einige Arbeiten aus ihren Werkzyklen.

Ihre bevorzugten Werkstoffe sind gerostetes Eisen, Blech, Papier und Stoffe, oft in Kombination mit Malerei. Ihre zum Teil großformatigen Bilder bezeichnet sie als Werke im Werk. "Metallplatten waren schon einmal ein Werk und werden durch eine weitere Verwendung zu etwas Neuem", erklärt die Künstlerin. Ihre Bilder, Skulpturen und Objekte haben keine Namen, weil dadurch mehr Raum für die Fantasie des Betrachters bleibt: Der eine sieht in den rostigen Schlieren einen Engel, ein anderer einen Hund. Abstraktionen, die eine formale und stilistische Festlegung vermeiden.

Einzigartige Strukturen

Über ihre Heimat in Ruhrgebiet besitzt die Künstlerin eine besondere Affinität zu allen Verarbeitungsformen von Metall. Aus Erz und Sand entstanden, bezieht auch Metall seine Wurzeln aus der Natur. Durch den natürlichen Prozess des Rostens unter freiem Himmel entstehen, über einen langen Zeitraum hinweg, einzigartige Strukturen und Ablagerungen.

Brigitte Bailers Bilder sind nicht das Ergebnis detaillierter Planung, sondern beziehen immer auch den Zufall ein. "Das reizt mich ungemein", sagt die Künstlerin.In ihren Bildern komponiert sie höchst unterschiedliche Materialien. Da wird ganz gewöhnlicher Draht mit gehäkelten Deckchen kombiniert. In einem anderen Bild dagegen baumeln in Draht eingewickelte Brocken von Koks.

Diese auf Ursprünglichkeitbedachte Vorgehensweise zeigt auch eine Skulptur aus Eisenschlacke, die mit unterschiedlichen Materialstrukturen aufwartet und vom Prozess des Werdens und Vergehens kündet. In Spanien ließ sich die Künstlerin von den riesigen, bereits abgeblühten Agavenblüten zu einem Film inspiriert, der auch in Banz zu sehen ist. Dabei geht es um die Integration von Vergangenem in Lebendes.

Über ein konkretes Projekt ist die gebürtige Westfälin in die Region gekommen. Vor vier Jahren haben vier Künstlerinnen aus Oberfranken und zwei aus Dortmund gemeinsam an einem Projekt mit dem Titel "Frauentausch" gearbeitet. Dahinter verbarg sich die Idee, dass heimische Künstlerinnen in Dortmund ihre Werke präsentieren und umgekehrt. Brigitte Bailer hat damals ihre Werkzyklen in Schloss Tambach ausgestellt. "Damals hat mich Natalie Gutgesell gefragt, ob ich nicht Lust hätte, auch einmal im Museum Kloster Banz auszustellen."
Bezirksheimatpfleger Günter Dippold wies in seiner Eröffnungsrede auf die Parallelen zwischen dem künstlerischen Thema und dem Kloster Banz hin: "In den Kontext regen kulturellen Lebens, wie es sich im Museum spiegelt, passt eine ganz und gar heutige Kunstausstellung."


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