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Bamberger Erzbischof Schick: Soziale Medien sind teilweise unsozial

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat am Samstag auf Kloster Banz die sozialen Medien kritisiert. Hintergund sind Hasskommentare auf Facebook.
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Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, war am Samstagabend auf Kloster Banz. Foto: dpa/Archiv
Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, war am Samstagabend auf Kloster Banz. Foto: dpa/Archiv
Als teilweise unsozial hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick soziale Medien bezeichnet. Bei einer medienpolitischen Veranstaltung in Kloster Banz nahm er am Samstagabend auch Bezug auf ein Facebook-Posting der AfD, das zu hasserfüllten Kommentaren ihm gegenüber im Internet geführt hatte. Schick sprach in diesem Zusammenhang von Beleidigung und der Eingrenzung von Persönlichkeitsrechten.

Thema seines Referats war die "Aufnahme bedrohter Menschen als Grundsatz christlichen Lebens". Schick betonte, dass die sogenannten sozialen Medien "Stellschrauben" seien, mit denen wachsender Islamophobie in der Gesellschaft entgegengewirkt werden könne. Die Flüchtlingskrise ist das Thema der diesjährigen Medientage des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung.


Schick kritisert Begriffe in Bezug auf Flüchtlinge

Begriffe wie "Flüchtlingskrise" oder "Flüchtlingsströme" können Schick zufolge dazu führen, dass man aufhört, den einzelnen Menschen zu sehen. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles in einen Topf werfen", sagte Schick. Wer verantwortlich in der Gesellschaft wirken will, der müsse differenzieren. Das heißt, dass auch Dinge, die wirklich schlecht sind, beim Namen genannt werden, so auch die Gewalttaten mit islamischem Hintergrund. Man dürfe aber nicht alle Muslime zu IS-Tätern oder zu Taliban machen.

Die Alternative für Deutschland hatte nach einer Podiumsdiskussion in Nürnberg Ende Oktober auf Facebook gepostet: "Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar". Auf einem Foto Schicks ist zudem ein Stempel mit der Aufschrift "Halal" (muslimischer Begriff für erlaubte Lebensmittel) zu sehen. Unter dem Beitrag hinterließen User Hass-Kommentare gegen Schick. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Schick hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes-AfD beantragt. Damit will er erreichen, dass ein Facebook-Eintrag mit einer ihm zugeordneten, aber nach seiner Meinung unkorrekt verkürzten Aussage gelöscht wird.

Am Sonntag sprach auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf der Tagung. "Unsere Gesellschaft braucht aktive Christen, die sich engagiert zu Wort melden, und zwar auf allen Ebenen", sagte er einer Mitteilung zufolge. "Christen kann ich auch nur ermuntern, sich aktiv allen extremistischen Bestrebungen in unserer Gesellschaft entschieden entgegenzustellen." Die mit dem Christsein verbundene Freiheit fordere Christen geradezu auf, sich aktiv einzumischen, um die Freiheitsrechte mit Leben zu erfüllen.


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