Bad Staffelstein
Unglück

Bad Staffelstein: 67-jähriger Mann stürzt vom Staffelberg

Am Mittwochmittag ist ein 67-jähriger Urlauber aus Pfaffenhofen vom Staffelberg gefallen. Er wurde schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.
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Eine Person ist am Mittwoch vom Staffelberg gefallen. Foto: Maximilian Glas
Eine Person ist am Mittwoch vom Staffelberg gefallen. Foto: Maximilian Glas
Ein 67-jähriger Mann aus Pfaffenhofen (Oberbayern) ist am Mittwochmittag von einem Plateau am Staffelberg etwa fünf Meter tief gefallen. Mit mehreren Frakturen am ganzen Körper wurde der Mann schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Um 13.30 Uhr ist auf dem Staffelberg von einem Großeinsatz der Feuerwehr nichts mehr zu spüren. Alles geht seinen gewohnten Gang. Bei sommerlichen Temperaturen tummeln sich Dutzende Touristen und Urlauber auf dem Staffelberg-Plateau, lassen an den Felskanten die Füße baumeln und genießen dabei die Sicht über das Maintal.

Eine halbe Stunde zuvor hatte niemand Augen für die Natur, denn an Ort und Stelle kämpften über 50 Einsatzkräfte um das Leben eines 67-jährigen Mannes.

Der Urlauber aus Pfaffenhofen war gegen 12.15 Uhr mit seiner Frau auf dem Staffelberg-Plateau unterwegs. Dabei hielt sich der Mann nahe der Felskante auf und stürzte unweit der Franken-Fahne in eine fünf Meter tiefe Felsspalte - nach Angaben der Polizeistation Bad Staffelstein vermutlich aus Unachtsamkeit. Der Mann stürzte auf einen engen Felsvorsprung und blieb dort liegen.

Nach Auskunft des BRK-Einsatzleiter Tobias Eismann erlitt der 67-Jährige mehrere Frakturen, unter anderem am Kopf. Er wurde zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Mithilfe einer Drehleiter der Feuerwehr konnte der Mann nach 45 Minuten gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.




Der Sturz am Mittwoch war der dritte Großeinsatz am Staffelberg innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Im Juli 2014 war eine Autofahrerin aus dem Kreis Lichtenfels mit ihrem Fahrzeug 70 Meter in die Tiefe gestürzt und hatte leicht verletzt überlebt. Im April des vergangenen Jahres fielen zwei Frauen an derselben Stelle in die Tiefe. Eine 78-jährige Frau verstarb daraufhin, die zweite Frau wurde schwer verletzt.

Tobias Eismann war bei allen drei Einsätzen im Dienst und vor Ort. "Leider wird der Anfahrtsweg langsam vertrauter. Man weiß hier am Staffelberg nie, was einen erwartet", sagt Eismann. "Die Geschichte mit dem Auto war völlig kurios, der Fall mit den zwei Frauen war tragisch." Der Sturz am Mittwoch verlief zumindest nicht tödlich. Der Mann hatte "wahnsinniges Glück" sagt Eismann. "Jetzt hoffen wir einfach mal, dass die nächsten zehn Jahre hier oben nichts passiert."


Geländer als Schutz?

Kreisbrandmeister Jochen Bauer schätzt, dass jährlich Zigtausende Touristen und Urlauber das Plateau des Staffelbergs besichtigen. Einen Unglücksfall wie diesen könne man jedoch nie komplett ausschließen. Auch nicht mit Präventionsmaßnahmen wie einem Geländer oder einem Zaun an den Felskanten? "Für mich wäre das des Guten zu viel", sagt Bauer. Tobias Eismann pflichtet dem bei. "Da müsste man dann erst mal in den Alpen anfangen. Wenn man dort fertig ist, kann man hier weitermachen."

Für Abstürze wie am Mittwoch gibt es im Landkreis Lichtenfels seit drei Jahren die speziell ausgebildete Dispogruppe "Absturzsicherung". Die Gruppe setzt sich aus 50 Mitgliedern von zehn verschiedenen Feuerwehren aus dem Landkreis zusammen. Die Mitglieder müssen sich hierfür unter anderem viermal im Jahr einer speziellen Unterweisung unterziehen, erklärt der Kreisbrandmeister. Drei bis viermal werde die Dispogruppe pro Jahr angefordert. Auch am Mittwoch stand diese bereit.

Bereit für den Einsatz war auch die Bergwacht - diese wurde aber am Ende nicht für die Rettung benötigt. "Ein Hubschrauber aus Nürnberg war bereits mit einer Rettungswinde im Anflug", erklärt Tobias Eismann. "Das wäre eine Möglichkeit der Rettung gewesen, aber wäre zeitlich viel aufwendiger." Da die Drehleiter der Feuerwehr schon bereit stand, entschied man sich nach Absprache mit dem Notarzt für die Rettungsvariante mit Seilen und der sogenannten Schleifkorbtrage.

Bevor Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden konnten, kletterten zwei Feuerwehrleute in die Felsspalte hinab und sicherten den Mann. Unter Anweisungen der Notärzte, die oben auf der Felskante lagen, führten die Feuerwehrkräfte die Erstversorgung durch. "Wichtigste Maßnahme war die Blutstillung und Sicherung der Halswirbelsäule", sagt Eismann. "Viel mehr ist in so einer engen Spalte auch nicht möglich."


Über 50 Einsatzkräfte vor Ort

Über 50 Angehörige von Feuerwehren, BRK, Polizei, THW und Bergwacht waren am Mittwoch am Staffelberg im Einsatz. "Der Material- und Zeitaufwand einer solchen Rettung ist wahnsinnig", so Tobias Eismann. Bei der Rettung ging alles glatt. Nach 45 Minuten war der 67-Jährige gerettet und konnte im Rettungswagen behandelt werden. "Für die Schwere der Rettung war das eine gute Zeit", urteilt Tobias Eismann.

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