Johann Ahollinger sagt es selbst: 20 Prozent Anteil an der Gesamtkalkulation hat der Spritpreis. Wenn der Verkaufsleiter der Spedition Kühne & Nagel von Angeboten spricht, die dem Kunden vorgelegt werden, dann ist der Spritpreis ein hoher Faktor. "Es kommt auch vor, dass Kunden dann nicht wollen", dass Kunden sich also nach einer anderen Spedition umsehen. "Uns belastet der Dieselpreis sehr stark", sagt Ahollinger. Die Fahrer der Speditionslastwagen würden angehalten, Sprit sparend zu fahren. So etwas kann man auch lernen, dafür gebe es Weiterbildungen, sagt Ahollinger. Mit dem Sprit sparenden Fahren ist das in der Taxibranche nicht ganz so leicht.

Tarife bei Taxen sind festgelegt


"Kraftstoff sparen, das versucht man schon irgendwie, aber man muss auch rumkommen im Verkehr", sagt Annemarie Fischer von Taxi-Fischer. Und sie fügt an: "Die Preise sind echt ein Witz." Umlegen auf Kunden kann man da gar nichts, sagt sie, denn die Tarife sind festgeschrieben. Auch bei Krankenfahrten. Erhöhungen der Preise sind nicht zu machen, das weiß auch Marita Dütsch von Taxi-Dütsch. Sie zitiert das Personenbeförderungsgesetz und die Taxitarifordnung für den Landkreis Lichtenfels, die seit März 2006 Gültigkeit besitzt.
Ein Taxi-Unternehmen kann seine Preise nicht selbst festlegen, so etwas muss mit Einwilligung des Landratsamtes geschehen. Und damit wäre es aber nicht genug, denn dann müssten auch die Taxameter vom Eichamt in Bamberg neu abgenommen werden. Es zieht Kreise. Das Rauf und Runter der Energiepreise, in diesem Fall der Benzinpreise, ist für sie nicht nachvollziehbar. Taxi-Unternehmen müssen die Erhöhung der Spritkosten aus eigener Tasche stemmen.

Kein Problem bei Schulen


Wenn eine Schule mehr Strom verbraucht, oder wenn steigende Energiekosten auch öffentliche Gebäude wie Behörden und Ämter erreichen, dann passiert... gar nichts. Es wird gezahlt. Ansonsten sind die Mitarbeiter angehalten und klug genug, die Heizung übers Wochenende nicht höher zu stellen, als es für den Montagmorgen unbedingt notwendig gewesen wäre. Mehrkosten für den Bürger entstünden in keinem Fall, da eine Kommune sich ja über Steuern und Betriebe finanziert. Es schmälert eben nur den Finanzspielraum einer Kommune.
Wie das Rauf und Runter der Benzinpreise zustande kommt, weiß auch Karin Endres nicht. Sie ist Aushilfskraft bei der Shell-Tankstelle in der Bamberger Straße. "Ich kriege vorher eine Mail", sagt sie, wenn sie auf die Umstellungen auf den Anzeigen zu sprechen kommt. Sie weiß auch nicht, wieso heute dieser und morgen jener Tarif Gültigkeit haben könnte. Viel Spielraum für Diskussionen würde es auch nicht geben, denn die E-Mail weise ihr den Weg. Die Mail werde deutschlandweit gesteuert.