Loffeld
  Vogelkunde  

Auf den Spuren der Spechte

Eine kleine Gruppe Interessierter nachte sich mit Ulrich Völker auf die Suche nach heimischen Vogelarten.
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In ehemaligen Spechthöhlen finden viele Vögel Brutplätze, wie Ulrich Völker anschaulich machte.  Foto: Gerda Völk
In ehemaligen Spechthöhlen finden viele Vögel Brutplätze, wie Ulrich Völker anschaulich machte. Foto: Gerda Völk
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Die heimischen Spechtarten standen im Mittelpunkt einer vogelkundlichen Wanderung mit Ulrich Völker aus Loffeld, bei der auch die Vielfalt der heimischen Vogelwelt zu beobachten war. Trotz des zeitigen Treffpunkts hatte sich eine kleine Gruppe von Naturinteressierten am Wanderparkplatz nahe Loffeld eingefunden. Der Weg führte über eine Streuobstwiese, einen wichtigen Nahrungs- und Lebensraum für viele Vogelarten.

Unter anderem auch für den Grünspecht, der vorzugsweise in alten Bäumen mit weichen Stellen und im sogenannten Tot holzbestand seine Höhlen anlegt. "Der Grünspecht ist nicht in der Lage, hartes Holz anzuschlagen", erklärt Völker.

Einige hundert Meter weiter im Wald fallen eine Reihe von Bäumen auf, die mit zahlreichen Spechthöhlen bestückt sind. Die verlassenen Nisthöhlen werden auch von anderen höhlenbewohnenden Arten zur Brut genutzt.
In das Rufen einzelner Spechte mischt sich immer wieder der Gesang von Amseln, Blaumeisen und Rotkehlchen. Dabei lässt sich nicht jeder Sänger auf Anhieb blicken. Laut Völker haben Vögel mit auffallend gefärbtem Gefieder einen relativ einfachen Gesang, während schlichte Vögel oft durch einen schönen, melodischen Gesang auffallen.

An Nahrung mangelt es nicht

Jetzt im Frühling ist das Klopfen und Trommeln der verschiedenen Spechte zu hören. Allerdings ließen sich am Samstag nur vereinzelt Spechte hören und sehen. Ab Mitte Februar beginnen ihre Balzgesänge, die andauern bis die Spechte etwa ab Anfang April mit dem brüten anfangen. Spechte haben relativ große Gelege. An Nahrung mangelt es ihnen offenbar nicht, wie zahlreiche Ameisenhügel beweisen.

Ein relativ seltener Vogel ist der Mittelsprecht, der im Gegensatz zu anderen Spechten kaum trommelt. Eine weitere Besonderheit ist sein kurzer Schnabel, der eher zum Stochern als zum Hacken geeignet ist. "Der Mittelspecht ist kein Hacker, sondern ein Stocherer", erklärt Völker. Schließlich wird auch ein Schwarzspecht gesichtet, der zu den größten Spechtarten Mitteleuropas zählt. Ab April ist in den Wäldern dann auch der Kleinspecht zu hören.

Welche vier Vögel rufen ihren eigenen Namen? Ein Quiz, für dessen Lösung den Teilnehmern knapp drei Stunden Zeit blieb. Die Lösung scheint nur auf dem ersten Blick einfach zu sein. Mit dem Uhu und dem Kuckuck sind schon mal zwei Arten gefunden, deren Gesang Namensgebend war. Auch der Zilpzalp verdankt seinen Namen seinen unermüdlich vorgetragenen "zilp-zalp". Doch wer ist der vierte im Bunde? Am Ende klärt Völker auf. Es ist der Wachtelkönig. Allerdings war hier nicht seine deutsche Bezeichnung gefragt, sondern sein lateinischer Name. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné gab dem Vogel aufgrund seines krächzenden Rufes den lateinischen Namen Crex crex.

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