Lichtenfels
Bildung

Arbeit, Ausbildung oder Studium?

Was möchte ich nach der Schule machen? Eine Frage, auf die Schüler in der 11.Klasse meist keine Antwort wissen. Die Studien-und Berufsbörse dient als Hilfe.
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Eine Ausstellerin informiert eine Schülerin und ihre Mutter über die Arbeit im Verkauf.  Foto: Sarah Stieranka
Eine Ausstellerin informiert eine Schülerin und ihre Mutter über die Arbeit im Verkauf. Foto: Sarah Stieranka
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Prospekte, Geschenke und sogar eine VR-Brille lagen auf den Präsentier-Tischen bereit: Bei der achten Studien- und Berufsbörse im Meranier-Gymnasium in Lichtenfels versuchten Firmen, Aussteller und Institutionen, Jugendliche von Arbeit, Ausbildung und Studium in der Region zu überzeugen. Ein großes Thema für den Landkreis Lichtenfels, wie auch Landrat Christian Meißner (CSU) in seiner Ansprache erwähnte.

"Durch die Demografie haben wir weniger junge Leute. Der Kampf um die Köpfe hat begonnen." Wie beim Speed-Dating sollten die Schüler daher die Möglichkeit erhalten, sich über Perspektiven in der Region zu informieren. Und da gebe es einige, so der Landrat. "Bei allem Freiheitsdrang, wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass man auch hier Chemiker oder Software-Entwickler werden kann."


Duales Studium ist der Königsweg

Der Bonus der Heimatverbundenheit: Das gewohnte Umfeld muss nicht für die Ausbildung, das Studium oder die Arbeit verlassen werden. Als Königsweg bezeichnet Meißner das duale Studium. "Es ist ein Weg, die Leute in der Region zu halten und Basiswissen zu vermitteln." Wichtig sei es, dass sich die Schüler früh genug informieren. Denn: Vor allem Jungs fehle durch die fehlende Bundeswehr- und Zivildienstzeit der Zeitpuffer. Da hatte Meißner einen großen Vorteil: "Ich wusste nach dem Abitur nicht, was ich machen will. Ich habe mich erst in der Bundeswehr entschieden."


Möglichkeit, sich zu informieren

"Die Schule soll auf das Leben vorbereiten", sagt Stefan Völker, Schulleiter des Meranier-Gymnasiums. In der heutigen Zeit sei dies viel einfacher als früher, erinnert sich Paul Endres, der die Veranstaltung organisiert hatte. "Früher hat man eine Broschüre in die Hand gedrückt bekommen." Mittlerweile versuche die Schule durch sogenannte Praxisseminare die Berufsorientierung zu fördern. "Die Schüler sollen rechtzeitig die richtigen Schritte machen." Und das Interesse sei bei den Jugendlichen durchaus vorhanden, bestätigt er. "Die Schüler nehmen es als Chance wahr und machen sich mehr Gedanken um ihre berufliche Zukunft."

Ganztägige Bewerbertage sollen den Schülern zudem als Unterstützung dienen. "Die Jugendlichen schreiben fiktive Bewerbungen, besprechen diese vor Ort bei den Betrieben und lernen diese kennen", erklärt Endres die Angebote. Für ein bis zwei Tage können sich die Schüler sogar vom Unterricht freistellen lassen - zum Beispiel, um einen Unitag zu besuchen.


Eigene Pläne nochmals stärken

Die 17-jährige Selina aus dem Meranier-Gymnasium macht sich über ihre Zukunft viele Gedanken. "Ich möchte vielleicht Diplom-Verwaltungswirtin werden, war mir aber wegen der Studieninhalte unsicher. Ich habe mich hier umgeschaut, um zu sehen, was es noch so gibt." Und tatsächlich: Ein Rundgang stärkt sie in ihrer Entscheidung. "Ich bin mir jetzt sicher, dass ich mich bewerben und den Test machen möchte."

Denen, die sich nicht ganz so sicher waren, dienten die Eltern als Unterstützung - und wenn auch nur, um den nötigen Anstoß zu geben. "Die Zeit ist schnell rum. Manchmal muss man die Kinder ein bisschen schieben, denn die wissen durch die Vielfalt an Angeboten meist selbst nicht, was sie wollen", sagt U. Wagner.

Zusammen mit ihrem Sohn, der die elfte Klasse in Burgkunstadt besucht, kam sie zur Börse. Bei der Gelegenheit nahm sie gleich ihre Tochter mit. Die ist zwar erst in der neunten Klasse, aber man könne nie früh genug anfangen, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen, so Wagner.
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