Altenkunstadt
Gemeinderat

Altenkunstadter "Schwarzen" ist das Grün am Bach zu üppig

Die CSU bezeichnet den Bach in der Altenkunstadter Theodor-Heuß-Straß als "Wucherflaniermeile".
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Derzeit ist alles kahl, doch im Sommer sprießt rund um den Bach in der Theodor-Heuß-Straße das Grün üppig. Zu üppig finden viele. Die CSU wollte deshalb einen Landschaftsarchitekten mit der Erneuerung der Grünanlage beauftragen, scheiterte aber.  Foto: Stephan Stöckel
Derzeit ist alles kahl, doch im Sommer sprießt rund um den Bach in der Theodor-Heuß-Straße das Grün üppig. Zu üppig finden viele. Die CSU wollte deshalb einen Landschaftsarchitekten mit der Erneuerung der Grünanlage beauftragen, scheiterte aber. Foto: Stephan Stöckel
Derzeit tragen die Bäume kahle Äste, türmt sich das Laub darunter in dicken Schickten: Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Frühjahr und Sommer, wenn rund um den Bach in der Theodor-Heuß-Straße das Grün üppig sprießt. Zu üppig, wie viele in Altenkunstadt finden. "Aus der Flaniermeile ist eine Wucherflaniermeile geworden. Das muss geändert werden", empörte sich Gemeinderätin Melita Braun (CSU) bei der Jahresschlusssitzung des Gemeinderates am Dienstagabend.
Eine Feststellung, die alle im Gremium unterschreiben konnten. Über den Weg dahin wurde man sich allerdings nicht einig. So wurde am Schluss der Antrag der CSU, einen Landschaftsarchitekten mit einer Erneuerungsplanung für die Grünanlagen entlang der Theodor-Heuß-Straße zu beauftragen, abgelehnt.


Ein bekanntes Problem

Das Problem ist seit Jahren bekannt: Das Areal rund um das kleine Gewässer ist nicht gerade ein Kleinod. Das liegt nicht nur am ausufernden Bewuchs, sondern auch an den Ruhezonen mit ihren Sitzgelegenheiten, die ein neues, schickes Kleid dringend nötig hätten. Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) erinnerte daran, dass die Mitglieder des Bauausschusses zusammen mit Kreisfachberater Michael Stromer am 23. August 2011 das Gelände inspiziert hätten. Daraufhin, seien kleinere Maßnahmen durchgeführt worden. Dann sei es jedoch, beklagte der Redner, zum Stillstand gekommen. Die Schuld dafür schob er dem Vorgänger des amtierenden Bürgermeisters Robert Hümmer (CSU), Georg Vonbrunn von der Jungen Wähler Union (JWU), in die Schuhe: "Unter seiner Leitung wurde das Projekt nicht weiterverfolgt."
Jetzt hat es die CSU erneut aufgegriffen, die aus dem Areal wieder einen Ortsmittelpunkt machen möchte. "Viele Wege führen zum Ziel", bemerkte treffend Bürgermeister Robert Hümmer in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch welcher ist der richtige?
Darüber gingen die Meinungen im Gremium auseinander. Nach Ansicht von Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) sollten zunächst einmal die Anwohner befragt werden: "Wir geben Geld für einen Architekten aus und am Ende sind die Anwohner nicht zufrieden damit." Winkler wiederum votierte für eine Ortsbesichtigung durch den Bauausschuss, an dem auch Kreisfachberater Michael Stromer teilnehmen sollte. Dabei könne man konkrete Vorgaben für den Landschaftsarchitekten festlegen, damit dieser nicht ins Blaue hinein plane. Ferner ließe sich klären, so Winkler, welche Aufgaben vom Bauhof mit seinem Gärtner übernommen werden könnten und ob man auch die Gestaltung von Parkplätzen sowie die Schaffung von Fußgängerüberwegen mit einbeziehe. "Ich möchte den Antrag der CSU nicht schlechtreden", schloss Winkler seine Ausführungen.


Erst planen, dann fragen

Die genau entgegengesetzte Meinung vertrat der Bürgermeister: "Wir brauchen zunächst eine ordentliche Planung, schließlich haben wir es mit einer Fläche von 7500 Quadratmetern zu tun, die einem großen Garten entspricht. Wir können im Anschluss darüber diskutieren, sollten aber vorher nicht 20 verschiedene Meinungen von Bürgern einholen." Nachdem die pauschale Aussage, ein Architekt würde mehrere tausend Euro kosten, durchs Gremium gegeistert war, sah sich Hümmer dazu genötigt, die Kostenfrage ins konkrete Licht zu rücken: "Es sind rund 2500 Euro, die uns der Architekt kosten würde." Auch Melita Braun warb vehement für das christsoziale Vorhaben: "Wollen wir uns von einem erfahrenen Mann beraten lassen oder nur ein bisschen ausschneiden?", fragte sie in die Runde.
Auf Ausgleich bedacht war Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling (FBO), der die Diskussion für überflüssig hielt: "Wir verfolgen alle das gleiche Ziel." Doch was den Weg anbetraf, vertrat er dieselbe Ansicht wie sein Fraktionskollege Winkler: "Nach einer Besichtigung könnten wir dem Architekten konkreten Vorgaben an die Hand geben. Damit wäre jedem geholfen." Zur Suche nach einer Kompromissformel, mit der alle hätten Leben können, kam es jedoch nicht: Bürgermeister Robert Hümmer ließ über den CSU-Antrag abstimmen, der mit elf zu sieben Stimmen abgelehnt wurde.
Die Einzelhändler Altenkunstadts wünschen sich auch im kommenden Jahr einen verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent. Mit diesem Wunsch konnten sich in der November Sitzung aber nicht alle Gemeinderäte anfreunden. Denkbar knapp mit zehn zu neun Stimmen hatte das Gremium vor einem Monat den Vorschlag abgelehnt. Jetzt präsentierte die Gemeindeverwaltung mit dem 6. November einen neuen Termin für den vierten verkaufsoffenen Sonntag im Jahr. Doch mit diesem konnten sich die Einzelhändler aus Altenkunstadt nicht anfreunden. In einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung verwiesen sie auf andere Kommunen, wie Bad Staffelstein oder Kulmbach, wo man keine Probleme mit einem verkaufsoffenen Sonntag im Advent habe. "Um mit diesen Orten konkurrenzfähig zu bleiben, möchten wir sie nochmals darum bitten, uns den verkaufsoffenen Sonntag am 1. Advent zu gewähren", heißt es in dem Schreiben wörtlich. Und siehe da im zweiten Anlauf klappte es: Mit zwölf zu sechs Stimmen wurde der 27. November 2016 als vierter verkaufsoffenen Sonntag angenommen. Die anderen Terminen lauten: 17. Januar, 6. März und 2. Oktober. An den genannten Sonntagen haben die Altenkunstadter Geschäfte jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Die Bauarbeiten für den Radweg von Prügel nach Maineck können beginnen. Der Gemeinderat gab dem 400 000 Euro teuren Bauvorhaben mit dem Durchführungsbeschluss seinen letzten Segen. Mit dem ersten Spatenstich wurde am 9. Dezember die Bauphase offiziell eingeläutet. Das Amt für ländliche Entwicklung und der Landkreis Lichtenfels übernehmen jeweils 40 Prozent der Kosten, die restlichen 20 Prozent entfallen auf die Gemeinde Altenkunstadt.
Der Altenkunstadter Ortsteil Strössendorf hat eine neue Straße: Die Bürgermeister-Schöps-Straße ist insgesamt 145 Kilometer lang und erschließt das neue Baugebiet "Heidäcker Nord". Entsprechende Beschlüsse, die die Widmung der neu gebauten Straßenstrecke betreffen, wurden einstimmig gefasst. Zudem will Bürgermeister Robert Hümmer vom staatlichen Bauamt prüfen lassen, ob nicht auch die benutzerfreundliche Namensvariante "Bgm.-Schöps-Straße" möglich wäre.
Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte die Jahresrechnung für das vergangene Jahr geprüft. Vorsitzender Frank Novotny machte im Gemeinderat ein paar kleinere Anmerkungen dazu. Positiv hob er die Unterbringung der Altenkunstadter Obdachlosen in der Burgkunstadter Wohnsitzlosenunterkunft hervor: "Das verursacht uns jährlich Kosten von 500 Euro. Das ist deutlich günstiger, als wenn wir einen eigenen Container aufgestellt hätten." Kritisch merkte er hingegen an, dass man sich mit der Abrechnung des neuen Wasserwerkes drei Jahre Zeit gelassen habe. "Zukünftig sollte man das Ganze rechtzeitig angehen und mit Vorauszahlungsbescheiden arbeiten, falls diese für die Bürger vertretbar seien."
Dass im Zuge der ICE Aus- und Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Berlin der ICE-Halt in Lichtenfels wegfallen soll, ist so manchem Kommunalpolitiker ein Dorn im Auge. Auf Bitten des Lichtenfelser Bürgermeisters Andreas Hügerich (SPD) will sich auch sein Altenkunstadter Amtskollege Robert Hümmer (CSU) dafür einsetzen, dass der ICE in der Korbstadt so schnell wie möglich wieder hält. Derzeit ist das Jahr 2023 angedacht. Hümmer machte im Gemeinderat keinen Hehl daraus, dass ihm ein früherer Zeitpunkt lieber wäre. Jan Riedel (FBO) vermisste den großen Aufschrei in der Politik: "Abgesehen von Landtagsabgeordneter Susann Biedefeld und Landrat Christian Meißner hört man derzeit niemanden zu diesem Thema." Eine Kritik, die Hümmer und Schuster (beide CSU), aufs Schärfste zurückwiesen. In den Zeitungen könne man nachlesen, dass sich auch andere Politiker dazu geäußert hätten, betonten beiden übereinstimmend.
Der Gemeinderat in Altenkunstadt tagt immer am ersten Dienstag im Monat. Im nächsten Jahr fällt die Jahresschlusssitzung des Gemeinderates auf den 6. Dezember. "Ich finde es nicht gut, wenn am Nikolaustag eine Sitzung stattfindet. Der eine oder andere aus unserem Gremium möchte diesen Tag vielleicht lieber mit seinen Kindern oder Enkeln verbringen." Ludwig Winkler (FBO) und Hans-Werner Schuster (CSU) hingegen störten sich am umfangreichen Programm der Jahresschlusssitzung. "Da zerkochen ja die Klöße im Gasthaus, wenn wir zum anschließenden Jahresabschlussessen so spät eintreffen", sagte Schuster. Er schlug vor, zukünftig zwei Gemeinderatssitzungen im Dezember einzuberufen. "Das ist ein guter Vorschlag", pflichtete ihm Hümmer zu.
Der Landkreis Lichtenfels ist einer von vier Kreisen bundesweit, die an der Demografiestrategie der Bundesregierung mitarbeiten dürfen. Dies geschieht im Arbeitskreis "Jugend gestaltet Zukunft". Stephanie Dittrich von den Grünen rief Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 27 Jahren aus der Gemeinde Altenkunstadt dazu auf, sich aktiv einzubringen."
Der Bürgermeister blickte zum Abschluss der Sitzung auf ein Jahr zurück, in dem wichtige Projekte angepackt und umgesetzt wurden. "Es wird heftig gebaut. Das zeigt, dass wir eine aufstrebende Gemeinde sind", resümierte er.
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