Altenkunstadt
Obdachlosenasyl

Altenkunstadter Obdachlosenasyl ist Geschichte

Altenkunstadt will Wohnsitzlose künftig in Containern unterbringen. Die Frage ist nur, welcher Standort dafür am besten geeignet wäre. Eine Antwort soll der Gemeinderat finden.
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Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Das einstige Obdachlosenasyl in der Klosterstraße ist abgerissen.  Foto: Stephan Stöckel
Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Das einstige Obdachlosenasyl in der Klosterstraße ist abgerissen. Foto: Stephan Stöckel
Die Bagger haben in den vergangenen Tagen ganze Arbeit geleistet: Das ehemalige Obdachlosenasyl in der Klosterstraße, das sich in einem maroden Zustand befunden hatte, ist Geschichte. Eine Lücke klafft jetzt in der Wohnbebauung. Und bei der Unterbringung der Obdachlosen. Mit diesem Thema befasste sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Küche und Toilette inklusive

Bereits im September hatte sich der Gemeinderat mit der Problematik beschäftigt. Mehrheitlich hatte man sich damals für ein Gelände zwischen dem alten und dem neuen Wasserwerk ausgesprochen. Dort sollen zwei sechs Meter lange und 2,50 Meter breite Container aufgestellt werden. Diese bieten einen Wohnraum mit Single-Küche, Feldbett und Elektroheizung sowie einen Toilettenraum mit Waschbecken, aber ohne Dusche.
Die Kosten für die Container waren damals auf 24 000 Euro beziffert worden.
Die Ausschussmitglieder machten sich nun vor Ort ein Bild. Dabei stach ihnen noch ein weiterer Standort für die Container ins Auge: eine Wiese neben den Garagen oberhalb des alten Wasserwerks .
Bautechniker Armin Freitag von der Gemeinde Altenkunstadt erläuterte, dass Strom, Abwasser und Wasser stirnseitig an das alte Wasserwerk angeschlossen werden könnten. Die Mehrkosten bezifferte der Experte auf 10 000 Euro.
Für den anderen Standort zwischen den beiden Wasserwerken ist nach Auskunft Freitags ein Auffangbehälter zur Beseitigung des Abwassers vorgesehen. "Strom und Wasser können vom neuen Wasserwerk bezogen werden", erklärte der Bautechniker auf Nachfrage.
Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile hielt das Gelände neben den Garagen für die geeignetere Lösung. Er gab zu bedenken, dass beim anderen Standort die Auffanggrube für das Abwasser alle drei Wochen gereinigt werden müsse.
"Mir erschließt sich die Dringlichkeit der Maßnahme nicht", wunderte sich sein Fraktionskollege Jan Riedel über die Debatte, die seit zwei Monaten im Gang ist. Zur Not könne man einen Wohnsitzlosen auch in einer Ferienwohnung unterbringen. Zudem erinnerte er daran, dass es in der Nachbarkommune Burgkunstadt einen Container gebe. "Es geht nicht um Menschenmassen. Das lässt sich auf dem kleinen Dienstweg zwischen Alten- und Burgkunstadt sicherlich lösen."
"Und was ist, wenn nachts um 11 Uhr plötzlich ein Obdachloser bei mir anfragt, ob ich nicht ein Dach über den Kopf für ihn hätte? Vor einigen Wochen hatten wir auf einen Schlag sieben Wohnsitzlose", konterte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU).
Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Der Gemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung noch einmal mit der Thematik befassen. Hümmer versicherte, sich mit der Gemeinde Burgkunstadt in Verbindung setzen zu wollen, hielt mit seiner Meinung aber auch nicht hinterm Berg: "Grundsätzlich sollten wir uns selbst Container anschaffen."

Platz für ein Beachvolleyballfeld

Viele Jugendliche in Burgkunstadt und Altenkunstadt wünschen sich ein Beachvolleyballfeld. Auf Anfrage von Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) teilte Robert Hümmer mit, ein geeignetes Gelände gefunden zu haben. "Hinter der Baur-Sporthalle, wo auch die Tennisplätze des Baur-Sportvereins sind, befindet sich ein sandiger Platz zum Volleyballspielen, der dem Sportverein gehört. Er wäre nicht schlecht", sagte der Bürgermeister.
Gemeinsam mit den beiden Jugendbeauftragen von Alten- und Burgkunstadt, Marco Hennemann (CSU) und Stephanie Dittrich (Bündnis 90/Die Grünen), werde man sich darum bemühen, eine Lösung zu finden, versprach Hümmer.
Wer über die Privatstraße des Versandhauses Baur, die zwischen dem Versandgebäude und der ehemaligen Baur Kaufwelt verläuft, von der Weismainer Straße in die Theodor-Heuß-Straße fahren möchte, hat derzeit schlechte Karten, wie aus einer Mitteilung von Bürgermeister Robert Hümmer hervorgeht: "Wegen des Abrisses der Baur-Kaufwelt ist die Straße seit 14. Oktober für den Durchgangsverkehr gesperrt."

Kichplatz ist kein Parkplatz

Vor der Pfarrkirche in Maineck standen über viele Jahre hinweg senkrecht im Boden befestigte Pfähle, im Fachjargon Poller genannt. Dann wurden diese entfernt. "Seitdem wird wieder direkt auf dem Vorplatz geparkt", klagte Gunther Czepera (CSU). Es gebe genügend Parkplätze in unmittelbarer Nähe. "Der Vorplatz ist kein Parkplatz", stellte er klar. Seine Forderung: Die Poller müssen wieder her. Hümmer versicherte, sich der Angelegenheit anzunehmen.
Der Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst bittet die Kommunen in seinem Einzugsgebiet alle Jahre wieder, Maßnahmen zu melden, die dem Naturschutz, der Landschaftspflege oder der Erholung dienen. Hümmer teilte mit, dass es seitens der Gemeinde keine Maßnahmen gebe. Aus dem Gremium heraus kam ein Vorschlag: Georg Deuerling wies darauf hin, dass unweit von Spiesberg Ruhebänke stehen, die sich in einem schlechten Zustand befänden. "Wir werden uns die Bänke angucken", sagte der Bürgermeister.
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