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Burgkunstadt
Gymnasium Burgkunstadt

Abi bestanden: Offene Türen und ein paar Tränen

In Burgkunstadt wurde der 22. Abiturjahrgang entlassen. 67 Schülerinnen und Schüler haben alle Hürden bis zur Reifeprüfung genommen. Landrat Meißner warb dafür, möglichst viele von ihnen im Landkreis wieder zu sehen.
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Die Abiturienten machen sich in einem Lied Gedanken, über die Zeit ihres Lebens. Fotos: Stephan Stöckel
Die Abiturienten machen sich in einem Lied Gedanken, über die Zeit ihres Lebens. Fotos: Stephan Stöckel
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Die weiblichen Absolventinnenen stahlen in diesem Jahr den männlichen Kollegendie Schau. "Kurz vor dem Zieleinlauf hatte sich eine neunköpfige Frauengruppe vom 58-köpfigen Verfolgerfeld abgesetzt, die mit einer Eins vor dem Komma die Schulbesten unter sich ausmachte." Im Stile einer Sportreporterin kommentierte Oberstufenkoordinatorin Ingelore Dück den "gymnasialen Hürdenlauf."
Am besten hatten ihn Stefanie Kaiser aus Gärtenroth mit einem Notendurchschnitt von 1,1 sowie Laura Geißendörfer aus Altenkunstadt und Lisa Löffler aus Marktzeuln, die beide mit der Note 1,3 glänzten, gemeistert.
Doch damit nicht genug: Elf weitere Abiturienten haben auf ihrem Reifezeugnis eine Eins vor dem Komma stehen. "Insgesamt ergibt das eine hervorragende Quote von rund 30 Prozent", bilanzierte Dück. Am Freitagnachmittag wurde der 22.
Abiturjahrgang in der Obermainhalle des Gymnasiums feierlich verabschiedet.

Hängepartie Schulleitung

Auf den "Hürdenlauf" folgte eine "Hängepartie". Und zwar jene um die Schulleitung. Im Konflikt um Schulleiter Werner Fischer ist seitens des bayerischen Kultusministeriums noch immer nicht das letzte Wort gesprochen. Der umstrittene Pädagoge ist seit Mai vergangenen Jahres krank geschrieben. Zu allem Überfluss ist auch noch die zweite Stellvertreterin des Rektors, Lydia Münch, krank. Konrektor Thomas Meier, der derzeit kommissarisch die Schule leitet, hatte es mit Galgenhumor genommen, als er in seine Gedanken zum Thema "Abitur und Glück" spontan einfügte: "Das Ministerium ist auch noch glücklich, weil hier irgendein Schulleiter noch irgendeine Rede hält." Lautes Gelächter.
Meier, der sich derzeit im "Spagat" zwischen seinen Aufgaben als Lehrer und stellvertretender Schulleiter befindet, erhielt Rückendeckung aus den Reihen der Schüler und Lehrer. Dabei wurde deutlich, wen man sich als Nachfolger Fischers wünscht: "Herr Meier schmeißt den Laden so gekonnt, dass er mehr ist als ein Stellvertreter. Wir können uns keinen besseren Schulleiter wünschten", schwärmte die ehemalige Schülersprecherin Amelie Zipfel, die gemeinsam mit Philipp Eise die Abiturrede gehalten hatte.
Der über den Klee gelobte Studiendirektor, der das Abitur als Krone des deutschen Bildungssystems rühmte, ergriff ebenfalls das Wort. "Wie macht Bildung glücklich?", fragte sich der Pädagoge. Für ihn ist das Abitur mehr als ein Türöffner zu einem anspruchsvollen Traumberuf. Meier räumte ein, dass nicht jeder Glücksgefühle beim Lösen einer mathematischen Gleichung oder beim Übersetzen eines lateinischen Textes empfinde. Aber, so der Pädagoge: "Macht euch bewusst, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, ihr könnt euch in intellektuelle Herausforderungen stürzen, die anderen für alle Zeit verborgen bleiben."
Die Rede von Landrat Christian Meißner geriet zu einem eindringlichen Plädoyer an die Absolventen, dem Landkreis Lichtenfels nicht den Rücken zu kehren ("Sonst erschlägt uns der demographische Wandel") und einem klaren Bekenntnis zur Sanierung des Gymnasiums ("Sobald eine Entscheidung über das Leerschwimmbecken getroffen ist, geht es mit der Obermainhalle los und danach folgt das Schulgebäude.").
In bilderreicher Sprache gaben Elternbeiratsvorsitzender Mathias Heppner und der Vorsitzende des Fördervereins, Konrad Herold, den jungen Menschen Tipps für ihren weiteren Lebensweg an die Hand. Menschlich ging es auch zu: Amelie Zipfel vergoss während ihrer Abiturientenrede Tränen.
Die Schulbesten wurden ebenso mit Preisen bedacht wie Schüler, die sich in bestimmten Fächern, in der Theatergruppe, im Sport oder in der Schülervertretung (SMV) hervorgetan hatten. Mit dem Preis des Fördervereins wurde Julia Weiß geehrt, die sich als Tutorin, in der SMV und in der Arbeitsgruppe "Schule ohne Rassismus" engagiert hatte. Für den musikalischen Rahmen sorgten Sängerin Alisha Archie, diverse Instrumentalisten und der Abichor, der mit dem Lied "Time Of Our Lives" die Feier mit einem Stück Freude und Selbstreflexion ausklingen ließ.
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