Seubelsdorf
Wirtschaft

3D-Campus wird größer als das Bundeskanlzeramt

Die Bauarbeiten für den 3D-Campus von Concept-Laser in Lichtenfels laufen auf Hochtouren. Die ersten Stahlgerüste stehen bereits.
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Die Bauarbeiten für den 3D-Campus von Concept-Laser in Seubelsdorf sind in vollem Gange. Das Gerüst für die Produktionshalle ist bereits zu sehen.Concept Laser
Die Bauarbeiten für den 3D-Campus von Concept-Laser in Seubelsdorf sind in vollem Gange. Das Gerüst für die Produktionshalle ist bereits zu sehen.Concept Laser
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Fährt man die A 73 entlang, so ist die Großbaustelle von Concept-Laser in Seubelsdorf kaum zu übersehen: Große Kräne, beladene Lastkraftwagen und ein riesiges Stahlskelett stehen dort. "Das Interesse an unseren Bauarbeiten ist groß", so Frank Herzog, Gründer und Vorsitzender Geschäftsführer von Concept-Laser. Nicht nur die Autofahrer erhascht einen kurzen Blick im Vorbeifahren. Der eine oder andere Sonntagsspaziergänger hat seinen Weg zum Baustellengelände bereits gefunden. Das ist kein Wunder - In den vergangenen Monatenhat sich einiges getan.


Gigantische Ausmaße

2019 sollen hier Entwicklung, Forschung, Produktion, Logistik und Service auf einer Fläche von etwa 40 000 Quadratmetern stattfinden. Auf dem 3D-Campus soll alles "von der Idee bis zum fertigen Produkt" in einer Produktionshalle und einem Office-Gebäude umgesetzt werden. Lichtenfels wird damit weltweit zu einem der bedeutendsten Zentren für die Entwicklung der 3D-Metalldruck-Technologie. Es ist kein Wunder, dass der 3D-Campus "impulsant" gebaut wird.
Peter Gärtner, Vertreter des Architekturbüros Schmelzle und Partner, freut sich über die einzigartigen Dimensionen des Bauprojekts: "Der 3D-Campus ist größer als das Bundeskanzleramt in Berlin." Und nicht nur das: Die Dachfläche entspricht etwa drei Fußballfeldern. Thomas Dechant, Prokurist von Dechant Hoch- und Ingenieurbau, sagt im Bezug auf die rund 3600 Tonnen Stahl hierzu: "Wenn wir den Baustahl verbaut haben, haben wir den Eiffelturm nach Lichtenfels geholt."
Der Geschäftsführer ist mit dem Ausmaß mehr als zufrieden, denn "Wachstum braucht Platz". Außerdem wolle man mit der Architektur "einen Akzent setzen und nicht nur eine Halle mit einem Wellblechdach errichten, wo produziert wird".
Für dieses gigantische Bauprojekt haben Concept-Laser und der Mutterkonzern General-Electric 105 Millionen Euro investiert. Mit Sonderausgaben wird der Bau dann etwa 120 Millionen Euro kosten - überzogen werde das Budget keinesfalls. Sollte etwas teurer werde, so müsse an anderer Stelle gespart werden.

Die Produktionshalle soll Ende 2018 und das Office-Gebäude Mitte 2019 bezugsfertig sein. Für den Fall, dass die Bauzeit nicht eingehalten werden kann, "fahren wir parallel". Denn den Standort an der Zeil werde die Geschäftsführung vorerst nicht aufgeben. "Wir liegen gut im Zeitplan", erklärt Herzog. Zwar seien die Bauarbeiten etwa drei Wochen im Verzug, doch er ist "optimistisch, dass wir ihn wieder reinholen können". Ende 2018 soll die Schlüsselübergabe für die Produktionsmitarbeiter erfolgen. Das Grundgerüst der Produktionshalle ist bereits sichtbar. In der Mitte der Produktionshalle werden Versorgungs- und Besprechungsräume entstehen, links und rechts davon Produktionsräume. Darüber, im ersten Obergeschoss, soll eine Plattform für Besucher gebaut werden, damit diese von oben in die Produktion schauen können. "Wir wollen die Menschen, die hier rein kommen, begeistern und die Produktion erlebbar machen", so der Geschäftsführer. Auch für die Mitarbeiter soll das Arbeiten angenehm sein. Denn deren Wohlbefinden stehe im Mittelpunkt.


Besondere Wohlfühlatmosphäre

500 Mitarbeiter sollen gemeinsam im Campus arbeiten. "Es ist wichtig, dass alle an einem Ort sind." Die bisherigen 380 Mitarbeiter seien verstreut, was auch eine mentale Teilung zur Folge hat. Damit erfülle der 3D-Campus einen kulturellen Aspekt für Firma und Mitarbeiter. Insgesamt soll, so Gärtner, für Besucher und Mitarbeiter eine "Wohlfühlatmosphäre in die Natur über die Autobahn hinweg" geschaffen werden. "Wir haben den Staffelberg, Kloster Banz und Vierzehnheiligen in die Architektur eingebunden." Von der Produktionshalle aus können die Mitarbeiter zum Staffelberg und Vierzehnheiligen blicken. Im zweiten Obergeschoss des Office-Gebäudes soll ein Betriebsrestaurant und großer Saal "mit bestem Ausblick auf die Kulturdenkmäler" erfolgen. Durch die großen Fensterfassaden sollen auch Autofahrer von der Autobahn aus gelockt werden. Der 3D-Campus soll nämlich für Interessenten zugänglich sein. "Wir wollen unsere Vision von hier in die die Welt raus tragen." Denn egal ob Arbeiter, Kunde, Kooperationspartner oder Besucher: "Wer vom 3D-Campus raus kommt, soll hellauf begeistert sein."


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