Altenkunstadt
Spende

10 000 Euro für die frühere Strössendorferin Sophia

10 000 Euro bekommt der ehemalige Strössendorfer Stefan Weihermüller für seine vom Schicksal getroffene Tochter.
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Stefan Weihermüller (Dritter von rechts) bedankte sich mit einem selbst gefertigten Schild bei Bürgermeister Robert Hümmer (rechts) für die 10 000-Euro-Spende. Mit im Bild (von links) Stephan Franke , Simone Seidel, Daniel Domes und Jan Riedel.  Foto: Stephan Stöckel
Stefan Weihermüller (Dritter von rechts) bedankte sich mit einem selbst gefertigten Schild bei Bürgermeister Robert Hümmer (rechts) für die 10 000-Euro-Spende. Mit im Bild (von links) Stephan Franke , Simone Seidel, Daniel Domes und Jan Riedel. Foto: Stephan Stöckel
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Stefan Weihermüller hat seinen "Sorgenfresser" fest an sich gedrückt. Ein Lächeln umspült seine Lippen. "Das Plüschtier hat mir ein Junge aus Altenkunstadt geschenkt", erzählt der 42-jährige. Ganz verflogen sind die Sorgen noch nicht, aber wenn man den ehemaligen Strössendorfer bei der Spendenübergabe so reden hört, dann spürt man die Erleichterung, die ihn ergriffen hat. "Mit Sophia geht es bergauf. Seit vergangener Woche kann sie wieder laufen. Seit heute geht sie in die Schule. Zunächst dreimal die Woche für einen halben Tag", berichtet Weihermüller auf Nachfrage von Bürgermeister Robert Hümmer.


Ein bewegendes Schicksal

Die Diagnose "Schlaganfall" traf die Familie Weihermüller im Herbst vergangenen Jahres wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das Schicksal ihrer damals fünf Jahre alten Tochter bewegt auch am Obermain viele Verwandte und Bekannte von Stefan Weihermüller, den es 2002 der Liebe wegen nach Amerika verschlagen hat. Dort lebt er mit seiner Frau Jamie und seinen beiden Kindern Sophia (6) und Philipp (10) in Oklahoma City, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erfasst Altenkunstadt und seine Ortsteile.
Bei einer Spendenaktion der Bürgerstiftung "Unser Altenkunstadt" kommen 9000 Euro zusammen. Sparkassenbetriebswirt Stephan Franke, der die Altenkunstadter Stiftung betreut, ist auch Vorstand bei der Hegler-Nothilfe-Stiftung mit Sitz in Lichtenfels. "Die Stiftung aus der Korbstadt hilft Menschen wie Sophia Weihermüller, die unverschuldet in Not geraten sind. Wir entschlossen uns, den Betrag auf 10 000 Euro aufzustocken", zaubert der Experte ein Lächeln ins Gesicht von Stefan Weihermüller, der extra aus Amerika angereist ist.
Der Bürgermeister ("Die Bürgerstiftung ist eine gute Sache!") überreicht ihm im Sitzungssaal des Rathauses den Scheck. Weihermüller revanchiert sich mit einem selbst gefertigten Danke-Schild aus Holz, das die Umrisse des Staates Oklahoma zeigt und mit Sophias Namen verziert ist. Für die Familie hat sich das Leben von heute auf morgen verändert.
"Man schaut ins Leere, wenn man im Krankenhaus neben seiner Tochter sitzt, die ins künstliche Koma versetzt wurde. Die Stunden gehen vorbei und man ist dankbar, dass sie noch am Leben ist", beschreibt der 42-Jährige seine Gefühlslage in so manch bangen Stunden. Woher nahmen er und seine Frau die Kraft, nicht die Hoffnung zu verlieren? "Man hält sich an allem fest - an Glaube und Gebeten", antwortet Weihermüller. Als gelernte Krankenschwester habe seine Frau die ganze Situation als viel schwieriger empfunden. "Sie weiß, was jeder Piepser an den Geräten bedeutet." Trotz allem, so Weihermüller, habe man die alltägliche Routine beibehalten. "Der Sohn wurde regelmäßig in die Schule gebracht und auch mein Gewerbe - ich stelle Holzschilder her - lief normal weiter", erzählt Weihermüller beim Smalltalk mit Bürgermeister Robert Hümmer, Sparkassenbetriebswirt Stephan Franke, Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff, Gemeinderat Jan Riedel, Feuerwehrkommandant Daniel Domes (beide Strössendorf) und Wirtin Simone Seidel vom "Fränkischer Hof" aus Baiersdorf. In ihrem Gasthof waren Sachspenden und Genesungskarten für die kleine Sophia abgegeben worden.
Zu den medizinischen Problemen gesellen sich finanzielle. Private Krankenversicherungen in Amerika sind teuer und zahlen nicht immer alles. Das muss die Familie am eigenen Leib erfahren. "Nach vier Wochen übernahm die Kasse nur noch einen Teil der Reha-Behandlung. Den Rest finanzierte die Klinik über Spenden die diese regelmäßig akquiriert", schildert Weihermüller, wie es um das amerikanische Krankenversicherungswesen bestellt ist.


Sophias Laufhilfe wird verschenkt

Nach einem solchen Schicksalsschlag, gibt Weihermüller unumwunden zu, genieße man die kleinen Dinge des Lebens viel mehr als vorher. In ihm und seiner Frau reift ein Gedanke: "Wir wollen Kindern, die das gleiche oder ein ähnliches Schicksal ereilt hat, helfen. Sophias Laufhilfe zum Beispiel werden wir verschenken." Dann werden beide zum "Sorgenfresser" für andere kranke Kinder.


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