Betzenstein

Leserbrief zur Einstellungssituation bayerischer Lehrer

Unser Leser Paul Ondrusek macht sich Gedanken zum medialen Echo des Widerstands gegen die Einstellungssituation bayerischer Lehrer. Aufs Korn nimmt er dabei Nikolaus Neumaiers Bayernkommentar auf Bayern 2 vom 1.2.2014.
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Foto: riegerpress
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Herr Nikolaus Neumaier präsentiert sich in seinem Kommentar (nachzuhören über die ARD Mediathek) "Aufstand der Privilegierten" vom 01.02.2014 im BR 2 als einer von ca. 80 Mio. "Bildungsexperten" der Bundesrepublik Deutschland. Vermutlich leitet er diese Fähigkeit davon ab, dass er selbst einmal eine Schule besuchte und genau weiß, wie in unserer Zeit ein Schulalltag, vor allem der der Lehrer, zu organisieren sei. Leider ist festzustellen, dass er in den entscheidenden Stunden als es im Unterricht um seriöse Berichterstattung ging fehlte oder, falls er anwesend war, vermutlich viel zu früh...

In seinem Kommentar bedienet er alle landläufigen Klischees und führt einen Dolchstoß gegen all die Lehrer, die sich im Schulalltag engagiert und zum Wohle der Schüler einsetzen. Die Mehrheit der Lehrer pflegt einen wertschätzenden Umgang, sowohl mit den ihnen anvertrauten Schülern, als auch einen offenen und konstruktiven Kontakt zu deren Eltern. Wenn er einem Lehrerverband mal so richtig höchst polemisch "eins reindrücken" will, warum diffamieret er alle Lehrer und stellt Sie in ein Licht, das nur die unterste Vorurteilsschublade einiger Mitbürger bedient, die vermutlich so viel Ahnung von Schule haben wie ..... Warum geht er nicht einmal hinaus in die Schulen und recherchieren zu diesem Thema, befragt Schüler, Eltern und Lehrer statt vom "schwarzen" Schreibtisch aus mit Hassparolen auf einen Berufszweig los zu hetzten, dem Eltern das Wertvollste was sie haben anvertrauen, nämlich ihre Kinder!

Privilegiert sind in Deutschland die Lehrer nur in einem Punkt, es darf auf sie offenbar jeder uneingeschränkt einschlagen, ob Journalisten, Politiker oder sonst jemand. Wahre Privilegierung zeigt sich durch Wertschätzung. Schauen wir uns doch mal in unserem benachbarten Ausland um, da besitzen Lehrer einen anderen gesellschaftlichen Stellenwert als in Deutschland. Dort werden sie für Ihre Arbeit wertgeschätzt und in manchen sogar höflichkeitshalber als "Professor" betitelt. Es ist wirklich an der Zeit, dass derart eingestaubte Ansichten wie die des Herrn Neumaier mehr nicht weiter verbreitet werden, sondern vielmehr ein offener Gedankenaustausch bezüglich der Werteerziehung, dem Erreichen von individuellen Bildungs- und Erziehungszielen stattfindet, zum Wohle unserer Kinder!

Herr Neumaier sollte sich jedoch von dieser Diskussion fernhalten, mit derartigen Kommentaren hat er seine Beteiligung verwirkt. Warum ist eigentlich eine Benutzerwertung seines Kommentars online nicht möglich? Hat da jemand Angst vor der Meinung betroffener Bürger?

Dipl.-Ing. und Fach-Ing. Paul Ondrusek, Vater von 4 Kindern
Betzenstein




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