Die Verärgerung großer Teile der fränkischen Bevölkerung über den Dialekt-Fauxpas - in dem an sich interessanten Dreiteiler - ist absolut nachvollziehbar.

Wer, wie ich, Deutschland mit seinen verschiedenen interessanten Mundarten erleben durfte, der wurde gleich zu Beginn des Films irritiert. Oberbayern soll mit der ehemaligen DDR eine gemeinsame Grenze gehabt haben? Na ja, es ist ja nur ein Film.

Nein, so einfach darf man es sich nicht machen. Aber der Dialekt-Fauxpas war leider nicht der einzige Fehltritt. Im Vorspann des Films wurde der Eindruck vermittelt, eine geschichtliche Situation widerzuspiegeln. Dazu hätte gehört, dass das Deutschland im Jahre 1945 ohne die Teile Ost- und Westpreußens und Schlesiens nicht hätte abgebildet werden dürfen.

Wer, wie in diesem Falle das ZDF - immerhin eine öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt - sich bemüht, Geschichte filmisch aufzuarbeiten, muss sich ohne Zweifel auch an historische Korrektheit messen lassen dürfen. Zumindest war da eine unverzeihlicher Mangel festzustellen.

Dass der Film dann ohne Darstellung der historisch friedlichen Wiedervereinigung des Dorfes endete, belegt meines Erachtens ebenfalls Regiemangel. Die außerhalb des Films gezeigte Dokumentation war diesbezüglich kein Ersatz.

Leser Hans-Georg Damerau aus Harrislee in Schleswig-Holstein hat einen Leserbrief zum Artikel "Tannbach: Als Oberbayern an der deutsch-deutschen Grenze lag" vom 5. Januar 2015 geschrieben.