Bamberg

Leserbrief zu Pfarrei St. Martin: Miteinander, nicht übereinander reden

Als Mitglied der Gemeinde St. Martin/St. Josef, das nicht in die aktuellen Konflikte verstrickt ist, kann ich die jüngsten Entwicklungen in der Gemeinde nur mit großem Befremden zur Kenntnis nehmen.
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In der Innenstadtkirche St. Martin informieren Schautafeln über die Pfarrgemeinderatswahlen 2014. Foto: Marion Krüger-Hundrup
In der Innenstadtkirche St. Martin informieren Schautafeln über die Pfarrgemeinderatswahlen 2014. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Nachdem die Amtsperiode des gewählten Pfarrgemeinderates aufgrund offenbar nicht lösbarer Konflikte vorzeitig zu Ende gegangen ist, erscheint es wenig hilfreich, wenn die verunsicherte Gemeinde auf die Lektüre von Sitzungsprotokollen und Erklärungen zurückgetretener Pfarrgemeinderäte verwiesen und der Konflikt noch vor einem in Kürze anstehenden Klärungsversuch der Beteiligten zum Gegenstand öffentlicher Berichterstattung gemacht wird.

Selbstverständlich geht es nicht nur um emotionale Befindlichkeiten, sondern um Beteiligungsmöglichkeiten von Laien an kirchlichen Entscheidungsprozessen, um Fragen zeitgemäßer Gottesdienstgestaltung und um die Vision von einer lebendigen, offenen Kirchengemeinde, die auch für jene anziehend und einladend ist, die dabei sind, Gemeinde und Kirche den Rücken zu kehren.

Was in dieser Situation Not tut, ist ein wertschätzender Umgang miteinander, zu dem auch der Respekt vor der Meinung des anderen gehört, vor allem aber die Bereitschaft, miteinander zu sprechen und nicht nur - via Presse - übereinander.

Die Aussicht auf einen neuen Pfarrgemeinderat mag Hoffnungen auf einen Neuanfang wecken - auch er wird sich aber daran messen lassen müssen, ob es ihm gelingt, überzeugende Antworten auf die drängende Frage der Gemeindeerneuerung zu geben, die Vielfalt gemeindlichen Lebens zu stärken, nach innen integrierend und versöhnend zu wirken und der schmerzlichen Abwanderung enttäuschter Gemeindemitglieder in andere Gemeinden zu begegnen.

Dr. Susanne Aulinger aus Bamberg

Der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel "Pfarrgemeinde St. Martin: Aufbruch aus der Krise" vom 27.12.2013

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