Heiligenstadt
Leserbrief

Leserbrief: Wie soll in Heiligenstadt wieder Ruhe einkehren?

Kerstin Först aus Hohenpölz äußert sich in einem Leserbrief zum Bürgerentscheid der Marktgemeinde Heiligenstadt gegen den Windpark Brunn.
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Symbolbild: dpa
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Wir, die Hohenpölzer Bürger, haben nicht alleine den Bürgerentscheid am 20. Juli entschieden. Nein, es waren 822 Ja-Stimmen von 1462 zur Wahl gegangenen Bürger der Marktgemeinde Heiligenstadt, die sich gegen den Windpark Brunn entschieden haben. Auch der Kreistag zu Bamberg hat sich in seiner Sitzung am 21. Juli der Entscheidung der Bürger von Heiligenstadt angeschlossen.

Jetzt wollen die Regionalwerke Bamberg mit einigen Brunner Bürgern trotz Bürgerentscheid und Kreistagsabstimmung vier Windkraftanlagen bauen. Wie soll da wieder Frieden in der Gemeinde einkehren, wenn man sich über alles hinwegsetzt? Wo unser Bürgermeister Helmut Krämer doch in der letzten Gemeinderatsitzung vor dem Bürgerentscheid sagte: "Egal wie die Wahl ausgeht - danach muss Ruhe sein!" Und jetzt? Leben wir in einer Demokratie oder in einer Diktatur?

Was die Aussage des Brunner Marktgemeinderates Dieter Friedrich zu dem Siegeskonvoi betrifft, möchte ich hierzu nur anmerken, dass dieser in keinster Weise eine Provokation der Brunner Bevölkerung darstellten sollte und aus Respekt vor den Bürgern aus der Nachbarortschaft auch nur durch Hohenpölz führte.

Der Grund hierfür war es, allen Hohenpölzer Bürgern das mit Spannung erwartete Ergebnis unverzüglich mitzuteilen. Und wenn dabei auch eine gewisse Freude - über das aus unserer Sicht überaus erfolgreiche Ergebnis, hinter dem 56,26 Prozent der Wähler der Marktgemeinde Heiligenstadt stehen - zum Ausdruck gebracht wurde, so ist dies doch sicher nicht verwerflich. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass der gesamte Aufwand für den erfolgreichen Bürgerentscheid aus privaten Mitteln finanziert wurde.

Was in Brunn für den Sieg der Windkraftbefürworter bereits vorbereitet war, kann ich nur teilweise sagen bzw. spekulieren. Es sollen bereits "Bierfilzla mit Danke" und Freibier für alle an der Kerwa geplant gewesen sein. Ob das alles war und wer den gesamten Aufwand der Windkraftbefürworter finanziert hat, auch darüber kann nur spekuliert werden.

Warum können sich die Regionalwerke Bamberg und auch die Brunner Grundstückseigentümer nicht dem Wahlergebnis vom 20. Juli anschließen und damit dem Wunsch unseres Bürgermeisters Krämer folgen, "die tiefen Gräben wieder zu schließen"? Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich vielleicht auch hier noch das Demokratieverständnis und der gesunde Menschenverstand durchsetzen!

Kerstin Först aus Hohenpölz, der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel: Der Wind bleibt weiterhin stürmisch vom 6. August 2014


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