Bamberg

Leserbeitrag: Langes Trauerspiel

Zum Artikel „Lange lädt zu Dialog über Klimaschutz ein“ im FT vom 11. Juni 2019: Bambergs zweiter Bürgermeister und CSU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, Christian Lange, wies jüngst in dieser Zeitung darauf hin, dass er mit jungen Menschen über Klimaschutz sprechen möchte...
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Zum Artikel „Lange lädt zu Dialog über Klimaschutz ein“ im FT vom 11. Juni 2019:
Bambergs zweiter Bürgermeister und CSU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, Christian Lange, wies jüngst in dieser Zeitung darauf hin, dass er mit jungen Menschen über Klimaschutz sprechen möchte. Dabei präsentierte er implizit auch gleich, wie er sich selbigen in Bamberg bislang vorstellen konnte und wohl auch künftig kann. Lange nennt vier Projekte, über die man sprechen – oder wenigstens „nachdenken“ – möge: eine mögliche Ausweitung der Baumpatenschaften für je 250 Euro, ein Austausch darüber, wie man Kulturlandschaften in Bamberg umwelt- und klimatechnisch weiterentwickeln könnte und Überlegungen, ein pädagogisches Schulgartenprojekt seiner Stadtratskollegin attraktiver zu gestalten. Reden könne man auch über eine nördliche Begrünung der Zollnerstraße. Bravo. Bei derlei kleingeistigen Ideen für Klimaschutz in Bamberg muss einem um die Zukunftsfähigkeit dieser Stadt Angst und Bang werden. Das alles ist auf zweifache Art und Weise traurig. Erstens, weil es angesichts der dringenden Notwendigkeit klimaschützender Maßnahmen sowie der starken Stimme der Jugend – zu der ich mich als Mit-Zwanziger ebenfalls zähle – ernsthafte und wirkungsvolle Ideen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen geben muss. Stattdessen möchte der Oberbürgermeisterkandidat mit spärlichen Grüngutgedanken der umfassenden Pflichtaufgabe Genüge tun. Zweitens aber, weil die Kommunal- und OB-Wahl noch weit in der Zukunft liegt – neun Monate. Der CSU-Kandidat wird in dem engen Handlungskorridor, den ihm seine Partei, seine eigene lokalpolitische Vergangenheit sowie - offenbar - sein Kleinmut lässt, nun lange, lange äußerst bemüht um Aufmerksamkeit buhlen und sich dabei einen grünen Anstrich verleihen wollen, ja müssen. Allein, glauben kann ihm das niemand. Was bleibt ist letztlich – bei allem Respekt – womöglich ein Langes Trauerspiel.

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