Hösbach

Global Micro Initiative e.V. in Zeiten von Corona - Mikrokredite zwischen Ausgangssperren und Quarantänemaßnahmen

Hösbach. Das Coronavirus macht auch vor den südostasiatischen Partnerorganisationen und Projektteilnehmern der Hösbacher Global Micro Initiative e.V. nicht halt. In Indonesien wurde der Nationale Notstand ausgerufen...
Artikel drucken Artikel einbetten
Tobias Schüßler
Tobias Schüßler, Gründer von Global Micro Initiative e.V., plant schon jetzt Projekte in Südostasien für die Zeit nach der Corona-Krise. Foto: GlobalMicro
Hösbach. Das Coronavirus macht auch vor den südostasiatischen Partnerorganisationen und Projektteilnehmern der Hösbacher Global Micro Initiative e.V. nicht halt. In Indonesien wurde der Nationale Notstand ausgerufen. Auf den Philippinen verhängte Präsident Duterte eine Ausgangssperre über das komplette Land. In Thailand gilt der Ausnahmezustand. Überall führen die verhängten Schutzmaßnahmen zu gravierenden Einschnitten und Änderungen. Wie kann GMI in solch einer Situation helfen?
„Wir sind in regelmäßigem Kontakt mit unseren Partnerorganisationen“, erklärt Tobias Schüßler, Gründer von GMI. „Aktuell steht unsere Arbeit auf den Philippinen still. Es werden keine neuen Mikrokredite vergeben, keine Seminare oder Workshops durchgeführt und es finden keine Ausbildungen statt.“ Um die Mitarbeitenden der Partnerorganisationen vor Ort zu schützen, stundete GMI alle laufenden Mikrokredite. Alles, was nicht im Homeoffice erledigt werden kann, wurde auf später verschoben.
„Für uns steht an erster Stelle, dass es den Teilnehmern unserer Programme hinterher besser geht als vorher“, so Schüßler weiter. „Dies gilt ganz besonders in der jetzigen Situation.“
Die Menschen, denen GMI hilft, sind Menschen, die meist mit weniger als 2,50 € pro Person und Tag auskommen müssen. Viele von ihnen haben durch Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren ihren Job verloren. Kleinstunternehmer, die mit ihren Verkaufstischen oder Essensständen sonst noch etwas hinzuverdienen konnten, mussten ihr Geschäft schließen. Rücklagen für schwierige Zeiten gibt es ebenso wenig wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosenversicherung. Für viele bedeutet das, dass die Einnahmen wegfallen und die Armut größer wird.
„Besonders in der jetzigen Situation ist es schwer, mich daran zu erinnern, dass GMI keine Katastrophenhilfe ist“, erzählt Schüßler. „Die Not der Menschen berührt mich sehr. Zu sehen, wie das, was mühsam von ihnen aufgebaut wurde, sich wegen eines Virus wieder in Nichts auflöst, macht mich traurig. Aber ich sehe auch ihren Mut, sich nicht unterkriegen zu lassen, sehe, wie sie sich gegenseitig helfen und füreinander da sind. Das ist sehr bewegend.“
Gemeinsam mit den Partnerorganisationen überlegen die Verantwortlichen von GMI schon jetzt, wie den Kleinunternehmern nach der Corona-Krise schnell, unbürokratisch und nachhaltig zu einem guten Neustart verholfen werden kann und wie Project Life Subic auf den Philippinen, Gema Alam in Indonesien und das Tamar Center in Thailand dabei unterstützt werden können, ihre Programme nach Ende der Beschränkungen neu zu starten und zu intensivieren.
„Unsere Partnerorganisationen sind mit unseren Projektteilnehmern in regem Austausch und konnten den Kleinunternehmern und Auszubildenden so versichern, dass wir dank unserer Spender auch nach dem Ende der Ausgangssperren wieder mit Mikrokrediten und weiterer Unterstützung für sie da sind“, freut sich Schüßler.