Pödeldorf

Gedanken zur "Coronazeit"

Das Coronavirus hat unsere Gesellschaft verändert. Vor allem alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen sind mit Recht besorgt um ihre Gesundheit, Klinikpersonal und Pflegekräfte stehen unter großem Stress, Verkaufspersonal ist durch die zahlreichen Kontakte mit anderen Menschen stark belastet...
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Das Coronavirus hat unsere Gesellschaft verändert. Vor allem alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen sind mit Recht besorgt um ihre Gesundheit, Klinikpersonal und Pflegekräfte stehen unter großem Stress, Verkaufspersonal ist durch die zahlreichen Kontakte mit anderen Menschen stark belastet. In den Familien herrscht der Ausnahmezustand und bei manchen Menschen die Sorge um das finanzielle Überleben. Das alles ist sehr dramatisch und niemand hätte noch vor wenigen Wochen mit solch einer Situation gerechnet. Fast mutet einen der Alltag und das Leben in dieser Zeit sehr unwirklich an, so ganz ohne Terminstress und Hektik.
Völlig auf sich gestellt, besinnt man sich auf sich selbst. Man hat plötzlich Zeit für Dinge, die schon lange nicht mehr im Fokus standen. Ohne weitausgreifende Ausflugsmöglichkeit beginnt man seine nähere Heimat zu erkunden. Man entdeckt Felder von Bärlauch, Schlüsselblumen an den Wiesenrändern und Felsen im noch lichten Wald. Am allermeisten aber verblüfft die Ruhe und gerade jetzt wird deutlich, wie stark Lärm unser Leben und unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Vielleicht muss hier erwähnt werden, dass ich im Ellertal zuhause bin und dass bei schönem Wetter im Frühling das Motorradfieber um sich greift. Es ist so friedlich geworden ohne die aggressiven Motorradgeräusche, die bis in den letzten Winkel der Wälder dringen, dass man sich wünschen würde, das Verbot für Motorradfahrten zur Freizeitgestaltung bliebe noch lange Zeit bestehen.
Bei allem Verständnis für den Spaß mit hoher Geschwindigkeit auf einer hochmotorisierten Maschine mit röhrendem Sound übers Land zu brausen, sollte darüber nachgedacht werden, ob Motorräder wirklich so laut sein müssen (technische Abhilfe wäre hier sicherlich möglich), ob das Freizeitvergnügen einiger weniger diese Geräuschentwicklung wirklich rechtfertigt.
Was wird bleiben nach den Ausgangsbeschränkungen? Das Verbot fürs Motorradfahren in der Freizeit sicherlich nicht und das wäre zweifellos auch eine zu drastische Maßnahme. Hoffentlich aber bleibt die Achtsamkeit der Menschen auf sich selbst und auf andere, die sich in diesen angespannten Zeiten entwickelt hat.

Verfasser:
Margit Fuchs, Föhrenweg 5, 96123 Pödeldorf