Gerach

Franken-Blues

Franken-Blues Lebensart in Franken Nach drei Jahren - endlich angekommen! Aufgewachsen im Hunsrück und gelebt in verschiedenen Regionen Deutschlands, habe ich mein Herz an einen attraktiven Franken verloren...
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Gerach (13)
Die spätromantische Kirche St. Vitus in Gerach. Foto: Ronald Rinklef
Franken-Blues

Lebensart in Franken

Nach drei Jahren - endlich angekommen! Aufgewachsen im Hunsrück und gelebt in verschiedenen Regionen Deutschlands, habe ich mein Herz an einen attraktiven Franken verloren. Natürlich gab es keine Diskussion, die fränkische Heimat meines Liebsten würde unser gemeinsamer Lebensmittelpunkt werden. Kein Problem für mich, denn schließlich bin ich ja eine moderne, anpassungsfähige Frau, die sich gerne auf Neues einlässt.

„A Schäuferla und a Seidla bidde“

Ja Mensch, was ist das denn? Fragezeichen blitzten in meinem Kopf wie eine blinkende Weihnachtskette. Viel schneller, als ich das je für möglich gehalten hätte, holten mich die Verständigungsschwierigkeiten runter von Wolke 7. Mir wurde klar, als „Neigschmeggda“, (für Nichtfranken: Zugereiste) würde mein Leben im gelobten Land nicht einfach werden. Mein Liebster übersetzte geduldig und war von nun an mein persönlicher Simultandolmetscher. Ganz ehrlich? Er hatte viel zu tun.

Schlimmer geht immer

Denn auch die Menschen meiner Wahlheimat hatten mit meinem lupenreinen Hochdeutsch in Kombination mit meiner emotionalen Art so ihre Probleme. Wie es ist, wenn mein Herz vor Freude oder vor Glück oder vor Liebe überfließt, ist schwer zu beschreiben. Alles zusammen ist kaum auszuhalten. Also probierte ich es mit Anpassung. Ich ahmte den fränkischen Dialekt nach und hätte jubeln können, so großartig fand ich das Ergebnis. Leider teilten meine fränkischen Mitmenschen diese Ansicht ganz und gar nicht. Beim zufälligen Plausch mit der Nachbarin im Supermarkt, wo die Worte nur so aus mir heraussprudelten und kaum aufzuhalten waren, schaute diese mich ganz peinlich berührt an, so als hätte ich einen hässlichen Ausschlag im Gesicht. Hatte ich es schon erwähnt? Ich liebe Fettnäpfchen.

Was tun?

In Form eines Dictionarys: „fränggisch – deutsch, deutsch – fränggisch“, den ich mir zulegte, lernte ich meine erste Lektion: Die höchste emotionale Ausdrucksform eines Franken ist der Ausspruch: „Bassd scho!“

Das war der Anfang einer wunderbaren Liebe in eine wunderbare Region, die nun meine Heimat geworden ist.
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