Hösbach

Corona-Krise beeinflusst Hilfsprojekte auf den Philippinen: Durch Global Micro Initiative e.V. gefördertes Nähcenter produziert Schutzkleidung

Hösbach/Olongapo. Die Angst vor der durch das Coronavirus hervorgerufenen Krankheit COVID-19 und der Schutz der philippinischen Bevölkerung hat dazu geführt, dass Präsident Duterte eine strikte Ausgangssperre über das Land verhängt hat...
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Anthony Agones
Anthony Agones, Geschäftsführer von Project Life Subic, näht Schutzkleidung Foto: GlobalMicro
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Hösbach/Olongapo. Die Angst vor der durch das Coronavirus hervorgerufenen Krankheit COVID-19 und der Schutz der philippinischen Bevölkerung hat dazu geführt, dass Präsident Duterte eine strikte Ausgangssperre über das Land verhängt hat. Dies beeinflusst auch die Arbeit der philippinischen Partnerorganisation von Global Micro Initiative e.V. (GMI), Project Life Subic, die zertifizierte Ausbildungen zur industriellen Näherin bzw. zum industriellen Näher durchführt. Nur wenige Tage vor der Abschlussfeier musste der letzte Kurs jedoch aufgrund der Ausgangssperre pausiert werden. Im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 stellt das Team von Project Life Subic jetzt dringend benötigte Schutzkleidung her.
Das Nähzentrum von Project Life Subic in Olongapo auf den Philippinen bietet Ausbildungen für in Armut lebende Menschen ohne Bildung an. Seit ihrer Gründung unterstützt die Hösbacher Hilfsorganisation GMI das Nähzentrum, sammelt Spenden zur Finanzierung dieser Nähausbildungen. Dies beinhaltet unter anderem die Kosten für Material, Unterhaltskosten für Gebäude, Personalkosten. “Diese Ausbildungen sind für die Teilnehmenden ein wichtiger Schritt aus der Armut”, erklärt Tobias Schüßler, Gründer von GMI. “Mehr als drei Viertel aller Auszubildenden finden nach Abschluss ihrer zertifizierten Ausbildung bei Project Life Subic zum ersten Mal in ihrem Leben eine gut bezahlte Arbeitsstelle.”
Auch wenn aktuell keine Ausbildungen stattfinden können, ist das Team des Nähcenters nicht untätig. “Um das medizinische Personal besser schützen zu können, fragte ein befreundeter Arzt die Projektleiterin von Project Life Subic, ob das Team Schutzmasken und –kleidung herstellen könne”, erzählt Schüßler. “Inzwischen bekam das Team weitere Anfragen von Krankenhäusern, Polizei und Marine-Reservisten, die Hilfsgüter in den Armenvierteln rund um Olongapo verteilen.”
Das aus 8 Personen bestehende Team schafft 16 komplette Sets Schutzkleidung pro Tag zusätzlich zu einer großen Anzahl Gesichtsmasken. Besonders freut sich Schüßler über die Näherinnen Azenith und Ariel, Absolventinnen eines früheren Nähkurses. “Ich bin begeistert darüber, dass zwei Frauen, deren Ausbildung von uns finanziert wurde, so engagiert und ausdauernd mitarbeiten. Und natürlich freue ich mich, dass GMI durch die spendenfinanzierte Unterstützung des Nähcenters dazu beiträgt, medizinisches Personal, Polizei und andere Hilfskräfte auf den Philippinen vor COVID-19 zu schützen.”
Schon jetzt mobilisiert GMI Spender, um nach der Corona-Krise bereit zu sein, sich mit der Finanzierung von Ausbildungen und Mikrokrediten noch mehr dafür zu engagieren, dass Menschen in Südostasien sich einen Weg aus der Armut erarbeiten können.