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Chilenischem Bauer wird der Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 verliehen

Dem chilenischen Bauern und Aktivisten Rodrigo Mundaca wird der Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 verliehen. Der Ingenieur setzt für das Recht der Kleinbauern in seiner Heimat ein, Zugang zu frischem Trink- und Grundwasser zu haben...
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Foto: Marion_F_Klebe
Dem chilenischen Bauern und Aktivisten Rodrigo Mundaca wird der Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 verliehen. Der Ingenieur setzt für das Recht der Kleinbauern in seiner Heimat ein, Zugang zu frischem Trink- und Grundwasser zu haben.

Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis wird seit 1995 von der Stadt Nürnberg verliehen. Er soll Menschen ehren, die sich besonders für die Menschenrechte eingesetzt haben. In erster Linie soll er Aktivisten verliehen werden, die in den entsprechenden Ländern gefährdet sind und mit Repressalien zu rechnen haben. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Ziel des Menschenrechtspreis ist es die Aktivisten bekannt zu machen und durch die Popularität zu schützen.

In diesem Jahr wird der Preis dem chilenischem Agronom Rodrigo Mundaca verliehen. Mundaca wurde am 13. Mai 1961 in der kleinen chilenischen Stadt La Ligua geboren. Heute ist er der Direktor und Sprecher der Bewegung für die Verteidigung des Wassers, den Schutz der Erde und den Schutz der Umwelt (MODATIMA). Der Verein setzt sich für das Recht auf Wasser in der chilenischen Provinz Petorca ein, in der sich der Zugang der lokalen Bevölkerung zu Wasser in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hat. Die Wasserknappheit wurde durch Agro-Export-Extraktivismus und einen massiven Anstieg der Avocado Produktion verursacht. Durch hat zu einer weitgehenden Privatisierung der Wasservorkommen in der Region geführt. In illegale Rohrsysteme wird das Wasser aus Flüssen in Becken für die industrielle Agrarproduktion abgepumpt.

Wasserquellen in Chile sind Privateigentum

MODATIMA prangert die Zustände an und setzt sich gegen die Privatisierung des Wassers ein. Chile ist das einzige Land der Welt, in dem die Wasserquellen seit der Diktatur privatisiert sind. Die Privatisierung wurde sogar noch von der Regierung im Jahre 1997 verstärkt. Die Mitglieder von MODATIMA und besonders der Direktor Rodrigo Mundaca bekommen aufgrund ihrer Arbeit Morddrohungen, Strafanzeigen und unterliegen Arbeitszensuren. Den Aktivisten wurde schon oft mit Gewalt und Inhaftierung gedroht. In Diffamierungskampagnen werden sie als „Rückständig“ und als „Öko-Terroristen“ eingestuft. MODATIMA und Rodrigo Mundaca wurden in die „Brave“ Kampagne von Amnestie International aufgenommen, die von vielen Staaten, Privatpersonen, Casino und vielen anderen wichtigen Industrieunternehmen unterstützt wird.

In einer Broschüre macht das Menschenrechtsbüro von Nürnberg auf die Situation von Rodrigo Mundaca aufmerksam. Der Preis, der am 22. September zum 13. Mal verliehen wird, soll den Aktivisten ehren, der sich unerschrocken für ein fundamentales Menschenrecht in seinem Heimatland eingesetzt hat und dafür Einschüchterungen, Drohungen und körperliche Gewalt ertragen musste. Das Nürnberger Menschenrechtsbüro macht mit der Verleihung des Preises darauf aufmerksam, dass es nicht genug Personen auf der Welt geben kann, die sich oftmals unter persönlichem Risiko und Konsequenzen, für die Respektierung der allgemeinen Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen.

In Chile ist die Situation besonders kritisch. Obwohl das Land als eines der wasserreichsten Länder der Welt gilt, werden die Probleme an Wasser zu gelangen in dem Land immer grösser. Die Stauseen sind teilweise leergelaufen, was viele Kleinbauer in den Bankrott treibt. Sie müssen ihre Grundstücke verkaufen, um den Zwangsversteigerungen zu entgehen. Die privatisierten Wasserrechte in dem Land verleihen zu Spekulationen mit Wasser und machen die arme Landbevölkerung zu Opfern.



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