Stockheim

Auf in den Herbst: Fünf Coole Sachen zum Selbermachen

Der heiße September streicht die Segel, langsam kommt in Berlins Parks und Grünanlagen farbenfrohe Herbststimmung auf. Das und die früher einsetzende abendliche Dunkelheit sind Grund genug, mal wieder den Kreativmensch in sich rauszulassen Kennen Sie diese Sorte Nachbarn: Jedes Jahr die...
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Foto: KatharinaKloebner
Der heiße September streicht die Segel, langsam kommt in Berlins Parks und Grünanlagen farbenfrohe Herbststimmung auf. Das und die früher einsetzende abendliche Dunkelheit sind Grund genug, mal wieder den Kreativmensch in sich rauszulassen

Kennen Sie diese Sorte Nachbarn: Jedes Jahr die gleiche gekaufte Deko vor der Wohnungstüre? Im Frühjahr Papier-Blüten, im Sommer ein Windlicht, im Herbst ein Plastik-Kürbis und vor Weihnachten die übliche Armee an Kunststoff-Nikoläusen und leicht zerrupft wirkenden Türkränzen? Dabei gibt es doch allein in Sachen Pflanzen schon wunderbare Deko-Objekte. Nein, von der Stange kaufen kann jeder. Gute Deko – nicht nur für den Herbst – lässt sich hingegen mit den günstigsten Materialien und einem Minimum an Talent am Küchentisch reproduzieren. Garantiert einzigartig und wesentlich cooler als das, was im Ein-Euro-Shop liegt. Der folgende Artikel gibt ein paar Anregungen.

1. Der Erntekorb

Materialien: Weinkiste oder Weidekorb, Jutestoff (Kartoffelsack), Maiskolben, Kastanien, bunte Blätter, Zierkürbisse, Klarlack

Der Erntekorb ist eine klassische Haustür-Deko und blitzschnell gebastelt: Grundlage bildet eine Weinkiste aus Holz (gibt’s beim Getränkehändler) oder ein Weidekorb. Dort hinein wird ein kleiner Pappkarton o.Ä. gepackt, damit eine zweite Ebene entsteht. Dann den Jutestoff so drapieren, dass er locker über die Ränder hängt. Dann kann das Dekorieren auch beginnen: Zuerst kommen die größten Teile hinein. Dann im niedrigen Vordergrund die Maiskolben positionieren und zwischen alles einige Kastanien streuen. Wer mag, kann noch bunte Herbstblätter sammeln, sie mit der entsprechenden Methode trocknen und dann (bitte im Freien) mit etwas Klarlack aus der Sprühdose fixieren. So präpariert können die Blätter mit den Stielen in die Maschen des Jutestoffs gesteckt werden.

Gesamtpreis: 15-20 Euro


2. Kinderbilder forever

Materialien: Tintenstrahldrucker, Scanner, Papier, Klebeband, Stoffschere, weißes T-Shirt, Lineal, scharfes Bastelmesser, Klarlack

Wie oft malen einem die Kids richtig schöne Herbstmotive – doch sie einfach nur an den Kühlschrank zu kleben, wird den kleinen Künstlern nicht gerecht. Oder vielleicht gibt es ja auch ein Motiv, dass die Kleinen gerne als Aufnäher auf Rucksack und Co. hätten – sowas im Geschäft sticken zu lassen, kann richtig ins Geld gehen.

Einfacher und wesentlich günstiger ist die Drucker-Methode: Dazu wird ein weißes T-Shirt benötigt. Bitte keine andere Farbe, denn dann würde etwas passieren, dass der Fachmann als „Überdrucken“ bezeichnet: Die Druckfarbe würde auf dem andersfarbigen Stoff nicht wirken, im Zusammenwirken in einer anderen Farbe schimmern oder ähnliche Fehler produzieren.

Die maximale Größe solcher Motive ist, was der Drucker auch einziehen kann meist also DIN-A4. Wird ein Motiv gescannt, bitte in höchster Qualität abspeichern.

• Los geht es, indem aus dem Shirt ein Stück Stoff, ein gutes Stück größer als das gewünschte Motiv, ausgeschnitten wird.
• Dieses Stück wird nun in die Mitte eines normalen, dünnen Blattes Druckerpapier geklebt, das Klebeband muss die Ränder vollständig bedecken, damit sich im Druckermechanismus nichts lösen kann. Und es dürfen sich keine Falten bilden.
• Nun wird am Computer ein Schreibprogramm geöffnet, in welches das Motiv eingefügt und auf die gewünschte Größe gebracht wird (So geht’s in Word). Wichtig: Auf dem virtuellen Blatt muss das Bild genau an der Stelle sitzen, an der der Stoff auf dem „echten“ Papier fixiert ist.
• Nun wird ein Testbild auf Papier ausgedruckt und die Position des Motivs mit dem Stoff verglichen.
• Stimmt alles, die Druckeinstellungen auf „Höchste Qualität“ stellen, das Stoff-Blatt in den Schacht stecken und auf „Drucken“ klicken.
• Das Motiv sollte nun in hoher Qualität auf dem Stoff landen.

Danach ist Geduld wichtig: Den Stoff auf dem Papier belassen, bis die Tinte trocken ist. Danach in mehreren dünnen Schichten mit Klarlack benetzen. Die Trocknungszeit kann mit dem Fön beschleunigt werden.

Nun wird das Motiv ausgeschnitten. Soll es ein Aufnäher werden, wird rundherum ein zirka 1cm breiter Rand gelassen. Das Lineal kann dabei als Anlegekante für das Messer fungieren. Anschließend wird dieser Rand nach hinten gefaltet – durch den Klarlack ist der Stoff steif – und der neue Aufnäher kann mit Nadel und Faden an seinen Platz gebracht werden. Der Klarlack macht das Ganze auch wetter- und bedingt waschmaschinenfest.

Tipp: Soll der Stoff-Druck einfach nur in einen Bilderrahmen, kann auf den Klarlack verzichtet werden.

Gesamtpreis: Kostenlos (falls alles im Haus vorhanden ist)


3. Fensterdekor-Mobile fürs ganze Jahr

Materialien: Zweige (30-60cm lang), Herbstblätter, Nadel, Faden, Paketschnur, Schere, Klarlack

Dieses Fenster-Mobile kann mit nur wenigen Änderungen für das ganze Jahr verwendet werden und eignet sich ob seiner Einfachheit besonders für das Basteln mit Kindern.
Als erstes wird ein schöner, maximal fingerdicker Zweig gesucht, am besten mit vielen Verästelungen und kräftiger Rinde. Bitte keinen abbrechen, Zweige finden sich auch auf dem Boden als Fallholz. Und wenn man schon mal im Grünen unterwegs ist, dürfen auch Blätter gesammelt werden. Hier gilt: Je farbenfroher, desto besser.

Zurück daheim wird der Zweig an ein Stückchen Schnur gebunden und dann auf dem Balkon mit Klarlack versiegelt. Das verhindert, dass sich mit der Zeit Stückchen lösen und die Wohnung verschmutzen. Anschließend an der Schnur zum Trocknen aufhängen. Ist der Klarlack gut durchgetrocknet, kann es ans Basteln gehen.

Dafür wird sich erst einmal ein Fenster ausgesucht, an dem das Mobile später hängen soll und dort in der Mitte ein Klebehaken befestigt. Anschließend werden Paketschnur-Stücke an den Enden des Zweigs festgeknotet und zusammengeführt und zwar so, dass der Ast mehr oder weniger waagerecht daran hängt.

Nun die Blätter wie weiter oben gezeigt trocknen und mit Faden bestücken. Diese dann am Ast in verschiedenen Höhen festknoten. Gut gemacht sieht es so aus, als würde der Zweig Blätter verlieren. Und: Durch Austauschen der Blätter gegen Wattebäusche (Winter), Blüten usw. lässt sich so blitzschnell eine Ganzjahres-Deko erstellen.

Gesamtpreis: Kostenlos


4. Blätter-Lichter

Materialien: Windlichter/Einmachgläser o.Ä. aus Echtglas, Serviettenkleber, Pinsel, Herbstblätter, Bast, Gummihandschuhe, alte Zeitung (als Unterlage), Feuerzeugbenzin/scharfer Schnaps, Teelichter

Auch unsere Blätter-Lichter sind vergleichsweise schnell gemacht. Wichtig ist, dass die Blätter relativ frisch und keinesfalls zu trocken sind – sonst brechen sie nämlich, wenn sie um das Glas gelegt werden.

Ein Kostenfaktor kann der Serviettenkleber sein, der nämlich schnell fünf Euro und mehr kostet. Es gibt jedoch auch ein Rezept, das sehr viel günstiger ist.

Los geht es, indem das Äußere der Gläser mit dem Feuerzeugbenzin abgerieben wird. Schnaps geht auch, sofern er über 40% Alkohol hat. Wichtig ist nur, dass alles Fett entfernt wird – und dazu gehört auch das der Fingerspitzen, also bitte Handschuhe dabei tragen.

Anschließend mit dem Pinsel den Serviettenkleber dünn auftragen. Am besten funktioniert das, indem das Glas in Segmente aufgeteilt wird. Dann kommen die Blätter an die Reihe: Diese ebenfalls mit Kleber einpinseln und dann einfach nach Belieben auf das Äußere kleben. Ob sie sich überlappen oder Lücken bleiben, ist dabei ganz dem Geschmack des Bastelmeisters überlassen.

Danach sollten die Gläser mehrere Stunden, am besten über Nacht, zum Trocknen auf den Balkon wandern. Am nächsten Tag dann können sie oben unter dem Rand noch mit etwas Bast umwickelt und einer Schleife versehen werden. Steckt ein Teelicht drin, wird es die Blätter wie Laternenpapier halbtransparent zum Leuchten bringen.

Gesamtpreis: 10 Euro


5. Der Nuss-Kranz

Materialien: Dicke Pappe, Nüsse, Kastanien, Eicheln, Bleistift, Schnur, Lineal, Krepp-Papier, Pinnwand-Nadel, kräftiger Bastelkleber, Bastelmesser.

Kränze hängen im Herbst vor jedem Deko-Geschäft. Doch warum kaufen, wenn sich dieser hier aus Gesammeltem und Papp-Abfall selbst herstellen lässt?
Los geht es mit dem Kranz-Unterbau. Dafür wird ein entsprechend großes Stück Pappe benötigt, es ist wichtig, dass sich ein mindestens 30x30cm großes Quadrat ausschneiden lässt.

Dann beginnt die Maßarbeit: Mit Lineal und Bleistift werden die jeweils gegenüberliegenden Ecken des Quadrats zu einem X in der Mitte der Pappe verbunden – das ist auch die spätere Mitte des Kranzes. Da aber zu den wenigsten Haushalten ein so großer Zirkel gehört, welcher auch problemlos gebraucht besorgt werden kann, muss nun die Kreisform improvisiert werden. Dazu wird die Pinnwand-Nadel in die markierte Mitte gesteckt und der Faden in einer Länge daran gebunden, die dem späteren Außenradius entspricht. Am anderen Ende der Schnur wird der Bleistift festgeknotet.

Nun vorsichtig und mit leicht gespannter Schnur einen Kreis auf die Pappe zeichnen. Anschließend den Stift lösen, das Band um zehn Zentimeter kürzen und einen kleineren Innenkreis zeichnen. Jetzt mit dem Bastelmesser erst entlang der äußeren, dann der inneren Linie ausschneiden. Am Ende sollte man eine Art Papp-Kringel vor sich liegen haben. Dies mehrmals wiederholen, die Ringe aufeinander kleben, die eckigen Ränder mit einem Messer abrunden und alles mit dem Krepp-Papier umwickeln.

Dann beginnt wieder die Sammelarbeit: Es werden so viele Kastanien, Nüsse, Eicheln und andere rundliche Gegenstände eines Herbstwaldes benötigt, wie möglich. Diese zuhause kurz in klarem Wasser reinigen und dann auf einem Stück Zeitung an der Luft trocknen lassen.

Hiernach beginnt die Bastelei: Mittels Kleber werden die gesammelten Gegenstände auf den Papp-Donut geklebt, und zwar beginnend mit den Größten. Danach werden nach und nach alle Lücken aufgefüllt, bis ein Kranz aus Nüssen, Eicheln und Co entstanden ist.

Wer mag, kann auch zusätzlich noch kleine Blätter aufkleben oder eine Schleife aus Bast ergänzen.

Gesamtpreis: Kostenlos

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