Kronach

Kronacher Zeugen Jehovas besuchten Kongress in Nürnberg

NÜRNBERG – „Bleibe Jehova gegenüber loyal!“ - Das war das Motto eines dreitägigen Kongresses im Nürnberger Stadion, bei dem auch die Kronacher Zeugen Jehovas zu Gast waren. Jürgen Götz, Vorsitzender des Kongresses erläuterte den Themenschwerpunkt so: „Loyalität ist von grundlegender Bedeutung, um ei...
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Foto: JZ-Kronach
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NÜRNBERG – „Bleibe Jehova gegenüber loyal!“ - Das war das Motto eines dreitägigen Kongresses im Nürnberger Stadion, bei dem auch die Kronacher Zeugen Jehovas zu Gast waren. Jürgen Götz, Vorsitzender des Kongresses erläuterte den Themenschwerpunkt so: „Loyalität ist von grundlegender Bedeutung, um ein gutes Verhältnis zu anderen zu entwickeln und zu erhalten. Es war das Ziel des Programms, jedem Besucher dabei zu helfen, seine Bindung zu Freunden, Familienmitgliedern und vor allem zu Gott zu stärken. Dies ist nach meiner Einschätzung sehr gut gelungen, da die meisten der 49 Redebeiträge von kurzen Videoclips begleitet wurden. Sie zeigten häufig Alltagssituationen, in denen biblische Werte praxisnah umgesetzt wurden. Auch wenn so mancher die Bibel als nicht mehr zeitgemäß betrachtet, sind wir überzeugt, dass sich die Anwendung biblischer Prinzipien immer zum Positiven auswirkt.“

Einer der Höhepunkte des Kongresses war der Vortrag „Loyale Liebe besiegt den Hass – wann?“. Anhand von Aussagen Jesu aus dessen berühmter Bergpredigt zeigte der Redner Stefan Firlei, ein reisender Prediger von Jehovas Zeugen, wie man am besten zu einer Deeskalation beitragen kann. Während überall auf der Erde beängstigende Ereignisse, Verzweiflung und Perspektivlosigkeit zunehmen, vermittelte der Vortrag anhand der Bibel eine echte Hoffnung, dass Hass und Gewalt einmal enden werden.

Zum Kongressprogramm gehörten auch zwei Filme. Einer davon basierte auf den Erlebnissen der biblischen Person Hiob. Er verlor innerhalb kürzester Zeit seine Gesundheit, seine wirtschaftliche Existenz sowie seine Kinder durch den Tod, was im Deutschen den Begriff der „Hiobsbotschaften“ prägte. Seine Geschichte wurde in einem etwa 50-minütigen Film auf die Gegenwart projiziert. Dabei wurde gezeigt, wie ein Familienvater mit Arbeitslosigkeit, dem Tod naher Angehöriger und schwerer Krankheit fertig wird, weil er trotz aller Widrigkeiten uneingeschränkt auf Gottes Hilfe vertraut und die Hoffnung nicht verliert. Dies sollte die Kongressdelegierten dazu motivieren, in ähnlich kritischen Lebenssituationen Gott nicht die Schuld für das Leid zu geben, sondern aus der Bibel Zuversicht zu gewinnen.

Unter den mehr als 10.000 Delegierten waren auch etwa 1.400 rumänisch sprechende Glaubensangehörige aus dem gesamten Bundesgebiet, die sich darüber freuten, das Programm parallel in ihrer Muttersprache mitverfolgen zu können. „Die Infrastruktur in Nürnberg ist sehr gut, auch das Stadion ist für einen solchen zweisprachigen Kongress sehr gut geeignet“, sagt Günter Someschan, der beim Kongress für die rumänische Sprachgruppe verantwortlich war. „Beim Kongress im letzten Jahr sind zwischen den Verantwortlichen und Helfern des Kongresses beider Sprachgruppen Freundschaften entstanden, die in diesem Jahr vertieft wurden. Das hat die Organisation dieser Großveranstaltung sehr erleichtert.“ Über die Verbundenheit der beiden Sprachgruppen äußerte er sich wie folgt: „Zwischen den deutschen und rumänischen Gläubigen bestehen keinerlei Berührungsängste. Viele Delegierte wurden in Nürnberg privat untergebracht. Die Gastfreundschaft unserer deutschen Mitgläubigen hat uns tief berührt und gerade in dieser von Nationaldenken beherrschten Welt gezeigt, dass Jehovas Zeugen wirklich eine globale Familie sind.“

Während andere Religionsgemeinschaften Mitglieder verlieren, bleibt die Anzahl der Zeugen Jehovas in Deutschland seit Jahren relativ konstant. Dazu trug auch die öffentliche Taufe von 94 neuen Gläubigen bei, die am Samstagmittag im Stadion durchgeführt wurde. Die Anwesenden im Stadion applaudierten minutenlang, und brachten damit ihre Freude über die neuen Mitgläubigen zum Ausdruck.

Unter den Getauften war auch ein 24-Jähriger, der in Südamerika aufgewachsen ist und jetzt in Franken lebt. Er hatte in seinem Heimatland eine militärische Ausbildung durchlaufen, durch die er sehr aggressiv wurde. Dies machte ihn jedoch nicht glücklich, weswegen er Gott darum bat, den richtigen Weg zu finden. Durch einen Bibelkurs mit Jehovas Zeugen veränderte sich seine Persönlichkeit zum Positiven. Er ist nun entschlossen, Gott gegenüber loyal zu sein, und sagt darüber: „Jeden Tag kämpfe ich dagegen an, dass meine frühere antrainierte Aggressvität nicht wieder durchbricht. Doch viele, ob am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld, sagen jetzt zu mir, dass ich schon viel ruhiger geworden worden bin.“

Der dreitägige Kongress war Teil einer Serie von mehreren hundert Kongressen, die zwischen Mai 2016 und Januar 2017 in nahezu allen Ländern der Erde stattfinden. In Deutschland werden 78 deutsch- und fremdsprachige Kongresse in 15 Orten durchgeführt.

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