Kirchlauter

Kirchlauter im Umbruch

Wird Kirchlauter von der „Hauptstadt der Heiligen Länder“ zur “Hauptstadt der Windkraft“? Dies darf man getrost befürchten, denn die geplanten vier Windräder gehören zu einer neuen Größendimension und werden das eigentlich als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesene Naherholungsgebiet am To...
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Foto: wepunktka
Wird Kirchlauter von der „Hauptstadt der Heiligen Länder“ zur “Hauptstadt der Windkraft“?
Dies darf man getrost befürchten, denn die geplanten vier Windräder gehören zu einer neuen Größendimension und werden das eigentlich als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesene Naherholungsgebiet am Tonberg prägen. Jedes einzelne Windrad erreicht eine bisher nie dagewesene Gesamthöhe von 230 m (!). Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist gerade einmal 159 m hoch (ganz nebenbei macht man die Bewohner zu Versuchskarnickeln, da bei Windrädern dieser Höhe die Erfahrungswerte weitgehend fehlen).
Unerheblich erscheint den Planern der geringe Abstand zur Randbebauung. Die bedrohliche Entfernung von nur ca. 1000 m zu Ortsteilen wird möglich, indem man Gesetze kurzerhand, aber offensichtlich legal, umgeht. Dies scheint genauso einfach wie etwa die Auflösung eines Bankkontos.
Wer- vom Pettstadter Grund, der Neubrunner Höhe oder von den Baugebieten „Schneckenhügel“ und „Neue Leite“ kommend- auf den bewaldeten, unberührten Tonberg blickt, genießt ein Bild, das sich regelrecht als Heimatgefühl manifestiert hat. Unvorstellbar, wie man aus „monetären Interessen“ und ein paar Unterschriften dieser heilen Welt mit kreisenden Greifvögeln und harmonischen Konturen den Garaus macht. Fast möchte man von einer “ Sünde“ sprechen, falls dieses Wort überhaupt noch in unsere Zeit passt (!?).
Von den Einheimischen wird die unheilvolle Bedrohung nicht immer so dramatisch gesehen („Werd scho ned so schlimm sei, an Strom braugn mer ja aa“), doch der spätere Ausruf:“ Oh, hätt`ich jetzt ned gedacht, so laut, so hoch, …“ wird kein Trost mehr sein.
Kirchlauter ist insgesamt sicherlich nicht das Paradies, aber man kann es auf dem Tonberg schon ganz gut erahnen. Darum gilt es, ihn so zu erhalten, wie er ist.
Die großen Profite werden andere einstreichen, nicht die Gemeinde Kirchlauter. Wird sie auch noch die Zufahrtswege durch den Ort für die in diesem Ausmaß nie gekannte und bereits jetzt beängstigende Rodungs-und Bauphase (u.a. LKW-Karawane mit mehr als 1300 dröhnenden Anfahrten, verbunden mit der Schaffung der dafür nötigen überbreiten Zufahrtswege) bereit stellen?
Es würde sich vieles unwiederbringlich verändern. Man kann nur hoffen (und sich dafür einsetzen!), dass Kirchlauter sein „Gesicht“ bewahrt.

Bild: Die „großen“ Drei von Kirchlauter: Kirche, Graf v. Stauffenberg-Wasserschloss, Tonberg


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