Bertelsdorf

Die vielen Seiten des Max Brose

Ich kann, auch wenn ich die Zeit nach 1945 betrachte, kein besonders ehrenwertes Verhalten Max Broses erkennen. Hier ein paar Fakten: 1919 gründet Max Brose, gemeinsam mit seinem Partner Ernst Jühling, in Coburg das „Metallwerk Max Brose & Co...
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Ich kann, auch wenn ich die Zeit nach 1945 betrachte, kein besonders ehrenwertes Verhalten Max Broses erkennen. Hier ein paar Fakten:

1919 gründet Max Brose, gemeinsam mit seinem Partner Ernst Jühling, in Coburg das „Metallwerk Max Brose & Co.“ Gesellschafter sind Max Brose und Ernst Jühling, die das Gesellschaftskapital von 500 000 Reichsmark je zur Hälfte einbringen“ (Schöllgen 2008, S. 34).

1953 schreibt Ernst Jühling an seinen Partner Max Brose: "als besonders unerquicklich musste seit langem von mir empfunden werden, dass Sie als mein einziger Teilhaber mehr und mehr die Führung der Geschäfte an sich rissen und wie ein Alleininhaber des Betriebes betriebliche Entscheidungen und Massnahmen trafen, ohne meine Einwendungen zu berücksichtigen und ihnen ... nachzugeben. Nur meiner Mäßigung, meiner Zurückhaltung und meiner Rücksichtsnahme auf das Wohl des Betriebes ist es ... zu verdanken, dass der Riss zwischen uns nicht eher entstand" (ebd. S. 133).

Lüdtke und Rohm berichten in der 1994 verfassten Firmenchronik ("75 Jahre Brose Technik für Automobile. Firmenchronik 1919-1994") beispielhaft von dem Umgang des Max Brose mit Mitarbeitern: Ein Technischer Zeichner wendet sich an Max Brose und bittet um die Anschaffung eines Zeichentisches. Er verweigert die Anschaffung. Erst im zweiten Anlauf gelingt diese Modernisierung, da der Fachmann sich an Ernst Jühling wendet und der die Anschaffung aprobiert.

1956 kündigt Ernst Jühling "schweren Herzens, jedoch nach reiflicher Überlegung" (Schöllgen 2008, S. 137) das Gesellschafterverhältnis. Dieser Entscheidung Jühlings ging die Weigerung Max Broses voraus, Peter Jühling, den Sohn seines Partners, in den Betrieb zu lassen, obwohl dieser das Studium beendet hatte. Dieser Peter Jühling leitet dann später den Enkel Max Broses, Michael Stoschek, in die Werksleitung an. Er war zu der Zeit Leiter des Siemens-Werks in Neustadt.

Ehrenwert ist eher die Loyalität Peter Jühlings.

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