Ebern

Der Kreis-Sklave

Man kann die Baunacher nur beglückwünschen. Sie haben sich 1972 mit Klauen und Zähnen erfolgreich gegen die Eingliederung in den Landkreis Hassberge gewehrt. Kurzen Prozess sollen sie gemacht haben, ein paar wenige Befürworter seien niedergebrüllt worden...
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Foto: MasterX
Man kann die Baunacher nur beglückwünschen. Sie haben sich 1972 mit Klauen und Zähnen erfolgreich gegen die Eingliederung in den Landkreis Hassberge gewehrt. Kurzen Prozess sollen sie gemacht haben, ein paar wenige Befürworter seien niedergebrüllt worden. Das hätten die damaligen Eberner ruhig auch tun sollen, denn die einstigen Versprechungen, im Kreis Hassberge als zweitgrößte Stadt die zweite Geige spielen zu dürfen, sind hoffnungslos zerstoben. Es waren auch nur vage Versprechungen gewesen, inhaltsleer, nicht konkret, nicht fixiert und nicht einklagbar. Den größten Teil der Infrastruktur hat der Kreis aufgefressen. Zum einen berechtigt, der Zeit geschuldet, zum anderen nicht gerechtfertigt. Was übrig geblieben ist, zerrinnt unaufhaltsam wie Sand zwischen den Fingern. Der Landkreis Hassberge mit der Kreisstadt Hassfurt gebärdet sich wie ein gefräßiges Monster, das alles verschlingt, wonach ihm dürstet. Selbst die Volkshochschule, auch wenn dies einige nicht hören wollen. Jetzt das Lebenselixier, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst. Der Landkreis Hassberge hat Ebern und die Rudimente seines Umlandes zu einer beliebigen Randfigur degradiert, zum Grenz-, ja geradewegs zum neuen Zonenrandgebiet seit dem Fall der Mauer definiert. Die Stadt steht heute genau dort im Abseits, wie es die damaligen Hassberg-Eiferer prophezeit haben wollten, wenn sich Ebern dem Landkreis Bamberg angeschlossen hätte. Die Stadt hat sich versklaven lassen, unfähig noch ihre eigenen Bedürfnisse durchzusetzen, geschweige denn zu formulieren. Das Pechrad wird sich weiterdrehen, solange noch ein Blutstropfen aus der Stadt zu quetschen ist. Noch hat der Sklave Saft. Doch bis zur Blutleere ist es nicht mehr weit. Die nächsten Opfer werden bald zur Schlachtbank geführt: Die Schließung der Kfz-Zulassungsstelle ist nur noch eine Frage der Zeit. Beim nächsten Reformeifer fällt das kleine Finanzamt der Liquidation anheim. Und bald wird ein Schlaukopf ermitteln, dass sich die Polizeiinspektion nicht mehr rechnet. Ein Sklave muss das verstehen. Er kann nicht anders. Es tut ihm gut. Geteert und gefedert mit der neuen Tracht. Die Dame möge es verzeihen.

Deshalb: Für die Bereitschaftspraxis Ebern unterschreiben! Listen liegen in Geschäften, Apotheken und bei Ärzten aus.
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