Hannberg

Bittgang nach Hannberg am 1. Mai

Bittgänge sind altmodisch. Die Bauern sollen dahingehen. Die brauchen gutes Wetter. Da gehen ja nur alte Leute. Ja, Pilgern und Wallfahrten sind alt - uralt -, - älter als das Christentum -, aber deswegen noch lange nicht out...
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Foto: HannbergJugendteam
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Bittgänge sind altmodisch. Die Bauern sollen dahingehen. Die brauchen gutes Wetter. Da gehen ja nur alte Leute. Ja, Pilgern und Wallfahrten sind alt - uralt -, - älter als das Christentum -, aber deswegen noch lange nicht out. Das macht auch heute wieder Sinn. Bauern gibt es nicht mehr viele in unserer Pfarrei. Wenn nur die gehen würden, wären es wirklich nur noch eine Handvoll. Dann bräuchten die Ministranten keinen Lautsprecher mehr tragen und der Pfarrer könnte sein Mikrofon zuhause lassen. In früheren Zeiten ist eben alles unmittelbar von den Früchten der Natur abhängig gewesen. Die Nöte sind heute beim ersten Hinschauen andere geworden: Verlust des Arbeitsplatzes, Depressionen, beruflicher Stress, Drogenabhängigkeit, Existenzbedrohungen, Angst oder in jüngster Zeit: Klimawandel und seuchenartig auftretende Menschen- und Tierkrankheiten über Länder hinweg.

Ein Bittgang ist etwas ganz anderes als einfach zu beten, als einfach zu wandern, als mit anderen Leuten zusammen zu sein. Man erlebt die Natur anders, sein eigenes Gehen anders, einem bekannte und auch unbekannte Leute anders, das Beten anders, das Singen anders, den Pfarrer anders, die Feier des Gottesdienstes am Ziel anders. Ein Bittgang verbindet, hilft über manche Sorge hinweg. Es kann auch geselliges Beisammensein, ein Essen und Trinken im Gasthaus mit dabei sein. Prozession und Gottesdienst und weltliche Feier gehörten immer schon zusammen.

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