Zeil am Main

Abbau des Bereitschaftsdienstes: Neben den Jungen werden auch die Älteren abwandern

Die Gesundheitsversorgung muss sich der demografischen Entwicklung stellen, denn die Alterung der Gesellschaft führt zwangsläufig zu einer steigenden Nachfrage an medizinischen Leistungen, auch im Hinblick der Mulitmorbidität älterer Patienten...
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Foto: EPINO-Ebern
Die Gesundheitsversorgung muss sich der demografischen Entwicklung stellen, denn die Alterung der Gesellschaft führt zwangsläufig zu einer steigenden Nachfrage an medizinischen Leistungen, auch im Hinblick der Mulitmorbidität älterer Patienten.

Würde die Gesundheitsversorgung in dem Maße abgewickelt wie von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) geplant, dann würden nicht nur mehr wie bisher junge Menschen aus dem Kreisgebiet abwandern, sondern auch immer mehr ältere Menschen. Weitere Verunsicherungen, die die Bevölkerung im ländlichen Raum veranlassen könnten, ihrer Heimat den Rücken zu kehren, kann niemand gebrauchen.

Mit aller Macht gegen die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung stemmen

Wir brauchen von allen Seiten mehr als ein unmissverständliches Bekenntnis zum Erhalt der bereitschaftsärztlichen Versorgungsstruktur im gesamten Kreisgebiet. Gemeinderäte und der Kreistag müssen sich mit aller Macht gegen die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) stemmen. Die ärztliche Versorgung abends und an den Wochenenden muss weiterhin flächendeckend sichergestellt werden! Sie ist eine wichtige Grundausstattung der kommunalen Daseinsfürsorge, die nicht übergangen werden kann.

Auch das Maintal ist stark betroffen

Offensichtlich wiegt man sich im westlichen Kreisgebiet noch in einer trügerischen Sicherheit und gibt sich möglicherweise der Illusion hin, die Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Haßfurt würde rund um die Uhr geöffnet sein können. Das Beispiel der Bereitschaftspraxis Ochsenfurt lehrt jedoch, die Praxis für ein vergleichbar großes ländliches Versorgungsgebiet hat nur bis 19:00 Uhr geöffnet – wenige Stunden am Tag.

Somit geht die Zentralisierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes nicht nur auf Kosten der Bevölkerung im östlichen und nördlichen Kreisgebiet um Ebern und Maroldsweisach. Auch das Maintal muss mit einer empfindlichen Verschlechterung im ärztlichen Bereitschaftsdienst rechnen. Außerhalb der Sprechzeiten von Bereitschaftspraxis und niedergelassenen Ärzten stünde lediglich noch ein Arzt im Fahrdienst zur Verfügung, für die Stadt Schweinfurt sowie die Kreise Schweinfurt und Haßberge.

Nachdem seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Uneinsichtigkeit herrscht, müssen nun von der Kommunalpolitik die entsprechenden Ministerien eingeschaltet werden, um den unheilvollen Planspielen ein verdientes rasches Ende zu bereiten.

Petition für den Erhalt eines guten ärztlichen Bereitschaftsdienstes
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