Schonungen

40 Jahre DLRG Schonungen

Wo Jugendarbeit großgeschrieben wird DLRG-Ortsverein Schonungen erfolgreichster in Unterfranken und unter den besten fünf in Bayern Als vor 40 Jahren 17 Schonunger den Ortsverein der DLRG aus der Taufe hoben, ahnten sie wohl kaum, dass dieser Verein einst nach den Fe...
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Foto: DLRG-Schonugen
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Wo Jugendarbeit großgeschrieben wird

DLRG-Ortsverein Schonungen erfolgreichster in Unterfranken und unter den besten fünf in Bayern

Als vor 40 Jahren 17 Schonunger den Ortsverein der DLRG aus der Taufe hoben, ahnten sie wohl kaum, dass dieser Verein einst nach den Feuerwehren der Großgemeinde der größte und das Aushängeschild der Gemeinde sein würde. Dabei legten die Gründungsmitglieder gleich richtig los. Bereits einen Monat nach der Gründung legten fünf von ihnen die Lehrscheinprüfung ab und schufen damit die Voraussetzung, Rettungsschwimmer ausbilden zu dürfen.

In einem Festakt zum 40-jährigen Jubiläum blickte der Vorsitzende Erwin Reuter zurück. Schon im Gründungsjahr habe man die Badeaufsicht im gemeindeeigenen Hallenbad übernommen und sich mit den Ortsverbänden aus Schweinfurt und Gochsheim den Wachdienst an der Schonungen Bucht geteilt. Bereits beim ersten Geburtstag war die Mitgliederzahl auf 135 angestiegen. Und zwei Jahre nach der Gründung fanden die ersten Vereinsmeisterschaften statt, Voraussetzung dafür, auch an Bezirks- und bayerischen Meisterschaften teilnehmen zu dürfen.

Von Anfang an engagierte sich der Ortsverband in der Jugendarbeit. Von den heute 347 Mitgliedern sind zwei Drittel Kinder und Jugendliche. 2100 Kinder haben in den 40 Jahren dort das Schwimmen gelernt. 4800 Stunden wurden in die Ausbildung von Jugend- und Rettungsschwimmern investiert. 196 Jugendliche legten die Prüfung zum Juniorretter ab, und das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold gab es insgesamt 1680 Mal.

Die Jugendarbeit wird im Ortsverband besonders großgeschrieben. Und so wundert es auch nicht, dass die DLRG Schonungen beim Medaillensegen in vorderster Liga mitspielt. Mit über 750 Medaillen ist es der beste Ortsverband in Unterfranken, gehört bayernweit unter die ersten fünf und ist Mitglied im Bayern-Kader. Sieben Medaillen gab es bei Deutschen Meisterschaften, eine bei einer Europameisterschaft und fünf bei Weltmeisterschaften.

Dabei ist die DLRG nicht nur im Wasser aktiv, auch das gesellige Miteinander kommt nicht zu kurz und seit vielen Jahren ist sie unter anderem mit einem eigenen Stand auf dem Schonunger Weihnachtsmarkt vertreten.

Drei Jahre nach der Gründung übernahm Roland Götzendörfer als einer der ersten Schonunger Rettungsschwimmer den Wachdienst am Timmendorfer Strand an der Ostsee und legte damit den Grundstein für einen dauerhaften Dienst, der bis heute in den Sommerferien auch von den Jugendlichen übernommen wird. Täglich sind die Helfer dort von 9-18 Uhr an einer der elf Stationen am acht Kilometer langen Strand eingesetzt und tun ihren ehrenamtlichen Dienst als Wachleiter, Bootsführer oder Wachgänger. So mancher opfert dafür einen Teil seines Jahresurlaubs.

Sein erstes Rettungsboot bekam der Verein 1991, es wurde auf den Namen „Hecht“ getauft, 2006 bekam der Hecht einen Bruder: „Hecht 2“ wurde eingeweiht und unter anderem bei den Jahrhundert-Hochwässern in Görlitz 2010 und in Rosenheim 2013 eingesetzt.

Auch das Vertrauen der Bayerischen Staatsregierung genieß´t der Ortsverband: Von den zwei Zugführerfahrzeugen, die für Katastropheneinsätze aller Art in jedem Bezirk stationiert sind, bekam eines die DLRG Schonungen. Dann aber war erst einmal ein Einsatz ganz anderer Art gefragt. Eine alte Lagerhalle mit drei Garagen wurde angeschafft und in 5.000 Arbeitsstunden grundlegend saniert und umgebaut. 2007 wurde das neue Vereinsheim dann eingeweiht.

2010 gründete der Ortsverband sein Jugend-Einsatz-Team, die JETs. Aktuell bereiten sich darin 25 Jugendliche ab 13 Jahren auf ihren Dienst in der SEG (Schnelle-Einsatz-Gruppe) und dem Katastrophenschutz vor. Regelmäßig treffen sie sich an Ausbildungsabenden und Übungsstunden zu den Themen Wasserrettung und Sanitätswesen. Nachwuchssorgen hat der Ortsverband keine.

Zur Feierstunde sprach auch die Präsidentin des DLRG-Landesverbandes in Bayern, Julia von Seiche. Es spreche für den Ortsverband, meinte sie, dass dieser sämtliche Facetten der DLRG anbieten könne, vom Schwimmunterricht über den Rettungsdienst bis hin zur Wasserrettung an der Küste. Der Bezirksvorsitzende Michael Germer machte deutlich, dass es heute ganz und gar nicht mehr selbstverständlich sei, „ehrenamtlich zu retten, Personen in Not ohne Bezahlung zu helfen und etwas für andere zu tun“. Das Tragende und Verbindende sei wohl die Begeisterung, meinte die stellvertretende Landrätin Christine Bender. Auch Bender hob die engagierte Jugendarbeit des Vereins hervor und dankte unter anderem für die gute und enge Kooperation mit der Rettungsleitstelle des Landkreises. „Mit euch haben wir einen Glücksgriff gemacht, macht einfach weiter so“, rief Bürgermeister Stefan Rottmann den DLRGlern zu. Und er versprach, dass sich die Gemeinde angesichts dieses Vereins sehr wohl ihrer Verantwortung zum Erhalt des Hallenbades bewusst sei.

Angesichts der vielen engagierten und einsatzfreudigen Mitglieder absolvierte Reuter während des Festaktes einen wahren Ehrungsmarathon. Allen voran zeichnete er die Männer und Frauen der ersten Stunde aus: die Gründungsmitglieder Inge Dunz, Herta Hepp, Günther Kuhn, Frieder Reuß, Marga Wendel und Isidor Zier; für 40-jährige Mitgliedschaft: Theo Bauer, Jochen Hepp, Hanne und Christoph Kuhn, Sabine Müller, Caro Reuter, Fritz Schumm und Günther Zier. Seit 25 Jahren sind Jochen Güntner, Michael Hußlein und Sebastian Kulins dabei.

Die Landesehrennadel der DLRG in Bronze erhielten: Jörg Flierenbaum, Rolf Beyersdörfer, Elisabeth Brüggemann, Annegret Wilk, Nele Brüggemann, Hannes Kolbe, Niklas Hock, Philipp Fleischmann und Udo Niehaus. Nicht nur die Aktiven des Vereins erhielten die Landesehrennadel in Bronze, auch die, die die vielfältige Arbeit der DLRG vor Ort durch ihre Spenden erst ermöglichen, bekamen die Auszeichnung: Christine Ludwig, Holger Philipp, Roland Wolfrum und Stefan Bauer. Daniela Richter-Kolbe erhielt für ihre finanzielle und ideelle Unterstützung der JETler sogar die Landesehrennadel in Silber, ebenso wie die Aktiven Birgit Fleischmann und Gerd Kolbe.

Mit der Landesehrennadel in Gold wurden ausgezeichnet: Günter Zier, Bianca Michel, Stefan Krause, Uwe Müller, Dominik Schubert und Daniel Weidinger. Mit dem Verdienstabzeichen der Bundes-DLRG in Bronze wurde Sabine Müller geehrt. Stefan Seufert, Andreas Voß und René Wagenhäuser bekamen das Verdienstabzeichen der Bundes-DLRG in Silber.

Zwei Mitglieder bekamen die höchste Auszeichnung, die die Bundes-DLRG überhaupt zu vergeben hat, das Verdienstabzeichen in Gold mit Brillant. Carolin Reuter-Hoch leitet seit 1978 die Kinderschwimmkurse des Ortsverbandes. Sie war Frauenwartin und Bezirksvorsitzende, ist seit 37 Jahren Jugendvorsitzende und Wettkampfleiterin. Jede Woche steht sie als Trainerin am Beckenrand und führt ihre Schwimmer zu Topleistungen. Allein 2015 holte die DLRG Schonungen 95 Medaillen. Seit 26 Jahren organisiert sie die Ferienspaßaktionen und seit 27 Jahren den Stand am Weihnachtsmarkt. Als zweiter bekam Gründungsmitglied Frieder Reuß diese höchste Ehrung der Bundes-DLRG. Er war einer der ersten Lehrscheininhaber der Schonunger, von Beginn an stellvertretender Vorsitzender und er führt schon seit 40 Jahren eine lückenlose und detailverliebte Vereinschronik. Seit Jahren ist Reuß auch als Kampfrichter auf Bezirks- und Bayernebene im Einsatz. Stefan Seufert hob die Verdienste des Vorsitzenden Erwin Reuter hervor. Der einzige Grund, warum dieser keine Ehrungen erhalten habe sei, „dass der schon alles hat, was man kriegen kann“.
Webseite der DLRG-Schonungen

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