Wonsees
Interview

Zwei Jahre Königin: Sonja Wagners Milch-Mission endet

Die 23-jährige Sonja Wagner war zwei Jahre Milchkönigin. Sie hat neben Politikern auch viele Prominente wie Uli Hoeneß kennengelernt.
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Sonja Wagner aus Wonsees war für zwei Jahre das Gesicht der bayerischen Milchwirtschaft. Unser Bild zeigt sie auf der Grünen Woche. Foto: VBM
Sonja Wagner aus Wonsees war für zwei Jahre das Gesicht der bayerischen Milchwirtschaft. Unser Bild zeigt sie auf der Grünen Woche. Foto: VBM
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Sie war im Kuhstall und in Tierzuchthallen, hat bei offiziellen Anlässen viele Prominente wie Ministerpräsident Markus Söder oder Bayern-Boss Uli Hoeneß kennengelernt: Sonja Wagner aus Wonsees, die 2017 zur Bayerischen Milchkönigin gewählt worden ist und deren zweijährige Amtszeit im Mai zu Ende geht. Im Interview spricht die 23-Jährige über ihre Mission in Sachen Milch. Frau Wagner, Sie haben zwei Jahre für die bayerische Milch geworben. Wie viele Auftritte haben Sie hinter sich? Es waren um die 120 Termine, bei denen ich die Gelegenheit hatte, etwas für das Image der Milch zu tun. Ich habe festliche Anlässe besucht wie den Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten oder das Landtagssommerfest auf Schloss Schleißheim, war natürlich aber auch im Kuhstall oder in der Tierzuchthalle. Das breite Grinsen der Züchter, deren Kuh ich eine Sieger-Scherpe umlegen durfte, hat da sofort auf mich abgefärbt. Ich bin ins Gespräch mit den Milchbauern gekommen, bei anderen Terminen mit Verbrauchern, Kindern oder einem Käser. Was waren Veranstaltungen, an die Sie sich besonders gern zurückerinnern?  Da gibt es viele. Unter anderem an den Trachtenumzug beim Münchner Oktoberfest. Ich war da mit einem Fendt-Dieselross und einem großen Milchkannen-Anhänger unterwegs.

Ein toller Moment, der mir genauso in Erinnerung geblieben ist wie mein zweiter Auftritt als Milchkönigin, den ich in meiner Heimatgemeinde Wonsees hatte. Als ich beim dortigen Gemeindefeuerwehrtag einmarschiert bin, hat mir das ganze Festzelt zugejubelt. Das war ein Gänsehautmoment. Ich war überwältigt, dass mir spontan so viel Herzlichkeit entgegengebracht wurde. Sie haben viele Prominente kennengelernt. Ja. Ich habe nicht nur die Ministerpräsidenten Markus Söder und Horst Seehofer getroffen, auch viele bayerische und Bundesminister, die sich oft als lockere Gesprächspartner entpuppt haben. Ich habe auch bekannte Gesichter aus Funk und Fernsehen kennengelernt. So war ich zusammen mit Uli Hoeneß bei der Sternstunden-Aktion des Bayerischen Rundfunks am Telefon, TV-Koch Roland Trettl habe ich auf einer Fachmesse in Passau getroffen.

Eine lustige Begebenheit hatte ich bei einer Verbandsversammlung der bayerischen Milcherzeuger in Wolnzach. Nach einem Fototermin mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber war plötzlich meine Handtasche weg. Die hatte ein Mitarbeiter von Frau Kaniber für die Handtasche der Ministerin gehalten und mitgenommen. Wir sind der Ministerin dann hinterher gefahren, um die Tasche wieder zu holen. Wir haben alle herzhaft gelacht. Sie haben während Ihrer Amtszeit Ihr Studium in Lebensmittelmanagement in Triesdorf weitergeführt und erfolgreich abgeschlossen. Was ist Ihr Berufsziel? Meine Eltern bewirtschaften ja in Wonsees einen Milchviehbetrieb mit 80 Kühen. Deshalb liegt mir die Milchwirtschaft natürlich besonders am Herzen. Das ist mir in meiner Amtszeit noch einmal mehr bewusst geworden. Ich will in der Branche arbeiten, am liebsten in die Produktentwicklung beziehungsweise in das Produktmanagement gehen. Am 7. Mai endet die Amtszeit. Was haben Sie danach vor? Ich gehe im Sommer für drei Monate zum Käsen auf eine Alm in Südtirol. Nach einer Zeit, in der ich oft von einem Termin zum nächsten gehetzt bin, bleibe ich da erst einmal für längere Zeit an einem Ort. Ich möchte mehr Erfahrung beim Käsen sammeln. Wie man dem Käse Charakter verleiht, das lernt man nicht aus einem Buch. Das geht nur in der Praxis. Ich freue mich auf die Zeit, auch wenn es bei einer Sieben-Tage-Arbeitswoche und einem 15-Stunden-Arbeitstag sicherlich kein Urlaub werden wird."

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