Kulmbach

Zwei Geschäfte in der Kulmbacher Innenstadt machen dicht

Das Tabakwarengeschäft Ködel schließt Ende des Jahres, die Metzgerei Eisenhut verabschiedet sich im April aus der Kulmbacher Innenstadt. Was aus den beiden Läden wird? Wir haben bei den Gebäudeeigentümern nachgefragt.
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Das Tabakwarengeschäft, in dem Bernd Göbl beschäftigt ist, schließt Ende des Jahres. Foto: Archiv/Sonny Adam
Das Tabakwarengeschäft, in dem Bernd Göbl beschäftigt ist, schließt Ende des Jahres. Foto: Archiv/Sonny Adam
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Beim innerstädtischen Einzelhandel tut sich was - allerdings sind es keine positiven Nachrichten, die zu vermelden sind: Das Tabakwarengeschäft Ködel am Eku-Platz schließt (zum Jahresende) ebenso wie die Metzgerei Eisenhut in der Buchbindergasse (Ende April). Die Gründe für die Schließung sind unterschiedlich: Beim Tabakwarenladen ist Winfried Pfeiffer, der Pächter des Ladengeschäfts, verstorben. Die Familie habe sich gegen die Fortführung entschieden, werde nur die beiden Tabakgeschäfte in den Real-Märkten in Kulmbach und Bayreuth weiter betreiben, sagt Bernd Göbl, der im Laden am Eku-Platz beschäftigt ist. Das Geschäft sei eigentlich wieder gut gelaufen, nachdem es unter dem Umbau des Zentralparkplatzes zum Eku-Platz schwer gelitten habe, erklärt Göbl und führt an: "Die Großbaustelle der Stadt hat uns schon viele Kunden genommen."

Das plant der Hauseigentümer

Was aus dem Tabakgeschäft wird, in das eine Lotto-Annahmestelle integriert ist? Inhaber des Hauses in der Webergasse 10 ist Gerhard Ködel, dessen Familie das Geschäft über 55 Jahre selbst betrieben hatte, ehe es 2015 verpachtet wurde. Es soll ein Ladengeschäft bleiben, erklärt Ködel, der nach eigenen Worten mit etlichen Bewerbern im Gespräch ist. Was die künftige Nutzung betrifft, sei er offen. Würden wieder Tabakwaren verkauft, hätte er nichts dagegen.

Über 20 Jahre gab es die Filiale der Schwarzacher Metzgerei Eisenhut in der Buchbindergasse. Am 1. Mai 1998 wurde sie eröffnet, am 30. April 2020 wird sie geschlossen, wie Inhaber Dieter Eisenhut mitteilt. Das Geschäft laufe nicht mehr so gut wie früher, sagt Eisenhut, der die Öffnungszeiten zuletzt schon reduziert hatte. Der Schwarzacher Metzgermeister spricht von der Zeit vor und der Zeit nach der Baustelle am Zentralparkplatz. Durch das Millionenprojekt sei das Geschäft schwer zu erreichen gewesen. Der Umsatz sei merklich zurückgegangen. Die Kundschaft habe sich während der langen Zeit "verlaufen", sei nach der Fertigstellung des Eku-Platzes nicht mehr so zahlreich gekommen wie zuvor.

Metzgerhandwerk hat es schwer

Im Frühjahr ist für Eisenhut in Kulmbach Schluss. Er wird sich dann wieder voll und ganz auf sein Stammgeschäft in Schwarzach konzentrieren. Dabei habe es das Metzgerhandwerk grundsätzlich schwer, sagt Eisenhut, der erwartet, dass mit der Zeit mehr und mehr Betriebe aufgeben werden. Daran sei keine Baustelle schuld. Es sei die Geiz-ist-Geil-Mentalität vieler Leute, die nicht mehr auf heimische Qualitätsprodukte setzten, sondern sich Fleisch und Wurst aus dem Supermarkt holten.

Was aus dem Laden in der Buchbindergasse wird? Anka Lubiato, Eigentümerin des Anwesens, ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Pächter für das etwa 70 Quadratmeter große Ladengeschäft mit Nebenräumen. "Das wäre ideal für einen kleinen Lebensmittelladen", meint sie. "Den bräuchten wir dringend in der Innenstadt." Die 56-Jährige appelliert an die Kulmbacher, den örtlichen Handel zu unterstützen. "Was wäre Kulmbach ohne die kleinen Geschäfte? Wenn wir wollen, dass sie überleben und das Zentrum sein Flair behält, dann müssen wir dort einkaufen."

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