Stadtsteinach
Sanierung

Zur Kerwa ist der Brunnen am Stadtsteinacher Markt fertig

Der historische Brunnen am Stadtsteinacher Marktplatz erstrahlt zur Kirchweih am Wochenende in neuem Glanz: Die Steinmetze Peter Fröhlich und Stefan Strauch aus Baunach führen gerade die letzten Arbeiten aus.
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Derzeit führt Stefan Strauch die letzten Arbeiten am Becken aus. Der Abdichter macht das Becken dann dicht.S. Adam
Derzeit führt Stefan Strauch die letzten Arbeiten am Becken aus. Der Abdichter macht das Becken dann dicht.S. Adam
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Steinmetz Peter Fröhlich steigt zufrieden von der Leiter und begutachtet von unten sein Werk. Man muss zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass er der Christopherus-Figur, die den Brunnen des Stadtsteinacher Marktplatzes ziert, den letzten Schliff gegeben hat: Der heilige Christopherus trägt das Jesuskind auf seiner Schulter. Und Jesus hat eine Kugel mit goldenem Kreuz in der Hand. Das Kreuzzeichen funkelt in der Sonne wie neu. Doch auch sonst hat Fröhlich an der Figur einiges ausgebessert. "Wir haben mit Kieselsäureester gearbeitet", erklärt der Fachmann und fügt hinzu, dass mit diesem Kiegelgel kleinste Risse und Spalten wieder ausgefüllt werden. So kann keine Feuchtigkeit mehr ins Gestein, Abplatzer werden verhindert. Die Figur wird wieder gefestigt.

Ein bisschen weiter unten - an der Säule, auf der Christopherus steht - macht sich Stefan Strauch zu schaffen. Er verspachtelt die bislang nur grob gekittete Fuge, die die beiden Säulenteile zusammengefügt hat.

Die aufwändigen Sanierungsarbeiten am Brunnen auf dem Stadtsteinacher Marktplatz werden rund 25 000 bis 30 000 Euro kosten. In Angriff genommen wurde die riesige Sanierungsmaßnahme, weil ein 66-jähriger Autofahrer Anfang Juni 2018 mit dem Auto gegen den Brunnen gefahren war. Das Brunnenbecken aus Sandstein brach, Tausende Liter Wasser liefen über den Marktplatz.

"Wir haben die zerstörten Teile neu machen müssen. Die waren nicht zu retten", so Peter Fröhlich. Doch der Unfall wurde genutzt, um den gesamten Brunnen zu sanieren - nicht nur das beschädigte Becken. Das zerstörte Becken wurde durch neue Sandsteinteile ersetzt. In den nächsten Tagen wird es noch abgedichtet. "Dass der Brunnen noch in diesem Jahr gefüllt wird, ist nicht zu erwarten", sagt Peter Fröhlich.

Dass der Brunnen noch im Herbst fertig wird, war der Wunsch von Bürgermeister Roland Wolfrum. "Wir hoffen, dass alle Arbeiten bis zur Kerwa fertig sind", erklärt Wolfrum. Ein Teil der Kosten wird durch die Versicherung des Unfallverursachers abgedeckt, den Rest trägt die Stadt.

Der Brunnen auf dem Stadtsteinacher Marktplatz wird im Zuge der Sanierung übrigens anders aussehen als bisher. Denn die Wasserspeier, die die Säule unter dem Christopherus zieren, sind wieder mit Zuleitungen ausgestattet worden. So wie es vor über 20 Jahren schon einmal war. "In den letzten 20 Jahren war alles ein Provisorium. Aber jetzt sollen die Wasserspeier wieder richtig Wasser speien", sagt Steinmetz Peter Fröhlich. Dazu bekamen die Wasserspeier Zungen aus Kupfer. Die Zungen sollen abnehmbar sein, so dass der Brunnen während des närrischen Treibens in Stadtsteinach auch zur Bar umfunktioniert werden kann.

Heimatforscher Siegfried Sesselmann erinnert sich, dass der heilige Christopherus einst auf einem Steinhaufen im Brunnen stand. Christopherus soll übrigens in der Stadtsteinacher Bildhauerwerkstatt Müller, die nur wenige Meter weiter - in der heutigen Knollenstraße - gewesen sein soll, geschaffen worden sein. Diese Bildhauerfamilie schuf auch den Andreasbrunnen gegenüber der Stadtsteinacher Polizeiinspektion.

Das Portament, auf dem die Jahreszahl 1713 eingraviert ist, hat wohl früher am Leitenbach gestanden. Erst später wurde es versetzt und diente dem Christopherus zur Erhöhung. Der Heimatforscher datiert die Umsetzung des Portamentes auf 1965.

Sesselmann erinnert sich auch noch daran, dass der Christopherus-Brunnen in früheren Zeiten mit Muschelschalen ausgestattet war. In diese floss das Wasser der Wasserspeier. Doch auch der Heimatkundler hat keine Erkenntnisse darüber, was aus den alten Schalen geworden ist. "Die Brunnenfassung ist schon uralt. Aber der gesamte Brunnen ist zusammengestückelt worden", so Sesselmann. "Ich war in die Planung nicht einbezogen. Ich habe nur zu bedenken gegeben, dass solche Schalen leicht abbrechen", erklärte Sesselmann, freut sich aber dennoch über die Sanierung des historischen Brunnens.

"Die Sanierung war dringend nötig. Wenn der Unfall nicht passiert wäre, dann hätte man den Brunnen spätestens innerhalb der nächsten fünf Jahre machen müssen", sagt der Steinmetz Peter Fröhlich und spachtelt weiter. Denn schließlich soll der Christopherus-Brunnen zur Kerwa fix und fertig sein. Und die Kerwa in Stadtsteinach beginnt schon am 10. Oktober.

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