Kulmbach
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Bierfestsamstag: Erst demonstrieren, dann eine Maß probieren

Nach der großen Resonanz bei der Unterschriftenaktion ruft die Kulmbacher FDP dazu auf, vor der Bierfesteröffnung gegen den Abbruch der Mälzerei Müller zu protestieren.
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Unterschriftenliste: Beim Infostand der FDP am Holzmarkt protestierten viele Kulmbacher gegen den Abbruch der  alten Mälzerei. Foto: privat
Unterschriftenliste: Beim Infostand der FDP am Holzmarkt protestierten viele Kulmbacher gegen den Abbruch der alten Mälzerei. Foto: privat

Mälzerei - Brauerei - Bierfest: drei Begriffe, die in Kulmbach unbedingt zusammengehören, die der Stadt Identität und dem Stadtbild seinen unverwechselbaren Charaktergeben. Nach Ansicht vieler Kulmbacher und auch der Kulmbacher FDP ist der Dreiklang aber gestört, seit der Stadtrat den Abbruch der Mälzerei Müller genehmigt hat. Über nichts anderes wird seit Tagen in Kulmbach diskutiert (dazu auch unser Kommentar).

Unterstützer kommen extra in die Stadt

Die umstrittene Stadtratsentscheidung vom Donnerstag - CSU, SPD, WGK und Grüne waren dafür, nur Thomas Nagel von der FDP stimmte dagegen - mobilisierte am Samstagvormittag viele Menschen. Sie trugen sich am Infostand der Kulmbacher FDP in die Unterschriftenliste ein, um gegen den Abbruch der historischen Backsteingebäude zu protestieren.

"Unsere Unterschriftenaktion für die alte Mälzerei war ein großer Erfolg", sagt Organisator Ulrich Gödde und präsentiert 350 Unterschriften. Die Leute seien gezielt zum Infostand gekommen: "Nicht wenige gaben an, dass sie extra deswegen in die Stadt gegangen sind."

OB und Stadträte sollen Bescheid wissen

Ein Unterstützer der Aktion ist Rainer Baumann. "Der FDP-Stand war teilweise richtig umlagert", sagt der Kulmbacher. "Vielleicht bringt's auch nichts, aber die Stadträte und der OB sollen wissen, dass viele Kulmbacher nicht gutheißen, was sie beschlossen haben."

Den Leuten, sei es wichtig gewesen, nicht nur zu unterschreiben, sondern auch zu diskutieren, erklärt Gödde. "Sie waren wütend und machten ihrem Ärger Luft. Eine Reaktion war oft zu hören: Es gibt so viele Bausünden in Kulmbach, allmählich müssten sie es doch kapieren."

Transparenz Fehlanzeige

Kein Verständnis, so Gödde, hätten die Menschen für das Vorgehen des Stadtrats, dem Investor in nicht öffentlicher Sitzung weitgehende Zusagen zu machen: Dies habe mit Transparenz nichts zu tun. Statt die Baugenehmigung zu erteilen, hätte der Stadtrat einen Kompromiss mit dem Investor anstreben sollen - zum Beispiel: zumindest Gebäudeteile an der Pestalozzistraße zu erhalten und zu sanieren.

Die FDP plant nun eine weitere Protestaktion am nächsten Samstag: eine Demonstration im Vorfeld der Bierfesteröffnung. Der FDP-Sprecher hofft, dass viele Kulmbacher für das ziegelrote Gebäude auf die Straße gehen.

Treffpunkt ist laut Gödde um 9 Uhr, "damit jeder, der möchte, rechtzeitig zum Eröffnungszeremoniell auf den Marktplatz kommt". Details werde man noch bekanntgeben.

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