Thurnau
Projekt

Zirkus macht in Thurnau Schule

"Manege frei" heißt das Schulprojekt, an dem Mädchen und Jungen der Thurnauer teilnehmen. Sie können am Wochenende im Zirkus der Familie Lauenburger, der zurzeit im Ort gastiert, einem großen Publikum zeigen, was sie artistisch schon drauf haben. "Pädgogisch wertvoll", urteilt Rektorin Anne Greim.
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Fabienne Scheler übt mit dem Hoola Hoop-Reifen. Zusammen mit ihren Schulkameraden zeigt sie am Wochenende, was sie alles beim Schulprojekt "Manege frei" gerlernt hat. Foto: Katharina Müller-Sanke
Fabienne Scheler übt mit dem Hoola Hoop-Reifen. Zusammen mit ihren Schulkameraden zeigt sie am Wochenende, was sie alles beim Schulprojekt "Manege frei" gerlernt hat. Foto: Katharina Müller-Sanke
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In die Rolle von Artisten, Clowns und Akrobaten können dieser Tage die Schüler der ersten bis vierten Klassen an der Grundschule Thurnau schlüpfen. Zirkusdirektor André Lauenburger und seine Familie haben ihre Zelte dort aufgeschlagen. Die 150 Mädchen und Jungen lernen in dieser Zeit das Zirkusleben kennen. "Manege frei" heißt das Projekt.

Hanna Bauer zum Beispiel hat sich die Rolle der Artistin ausgesucht. Gemeinsam mit anderen Kindern lernt sie, verschiedene Pyramiden zu bilden und dabei die Körperspannung zu halten - gar nicht so einfach. "Ich tanze so gerne, da musste ich gar nicht lange überlegen, bei welcher Station ich mitmachen will", erzählt die Zweitklässlerin. Am liebsten mag sie die Pyramide mit dem Namen "Stern". Was das genau ist, können Eltern und Interessierte morgen und am Samstag erfahren.
An diesen beiden Tagen finden nämlich die Vorführungen der einstudierten Nummern statt.

Fabienne Scheler freut sich schon riesig auf den Auftritt. Sie trainiert an der nächsten Station - bei den Hoola Hoop-Reifen. Auf einer Slackline balancierend, lässt sie den Reifen an ihrem Bein sausen.

Beim Gang durchs Schulgelände, vorbei an den Diabolos, den drehenden Tellern, den Clowns und Artisten kann man schon erkennen, dass in manchem Schüler ein echtes Talent schlummert. Doch der Zirkus will hier keinen Nachwuchs gewinnen. Zweck der Zirkus-Woche ist ein anderer. Schuldirektorin Anne Greim ist vom pädagogischen Nutzen des Projekts überzeugt: "Jetzt, am Anfang des Schuljahres, lernen sich die Kinder über das Projekt auch über den Klassenverband hinaus kennen. Sie lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, und geben sich Hilfestellungen."

Zwei Stunden Unterricht haben die Kinder pro Tag. Danach geht es in die Manege beziehungsweise die verschiedenen Trainingsräume. "Was die Kinder hier lernen, ist äußerst wertvoll", betont Anne Greim. Am Ball bleiben, nicht aufgeben, wenn etwas nicht klappt, nach etwas Mühe schon kleine sichtbare Erfolge erzielen - das sei eine Lektion fürs Leben. Die Tellerdreher lernen diese Lektion gerade besonders. Es erfordert schließlich viel Konzentration, stundenlang auf das Teil zu schauen und es immer wieder zu versuchen, denn jeder kleine Fehler wird bestraft.

"Schau genau hin, versuch's nochmal" - unermüdlich motiviert Zirkusdirektor André Lauenburger seine Schützlinge. Schließlich soll die Show am Wochenende sitzen. Die Schüler treten dabei mit ihren einstudierten Nummern auf.

André Lauenburger, seine Frau, die fünf Kindern sowie Mutter und Schwester zeigen ebenfalls ein paar Kunststücke. Bereits in der achten Generation lebt und arbeitet die Familie im Zirkus. Seit einigen Jahren kommen die Lauenburgers auf dem Weg in ihr Winterquartier bei Haßfurt in Thurnau vorbei. Mit der Arbeit in Schulen haben sie ebenfalls seit langem Erfahrung. So kam der Kontakt zustande.

Vor allem der Elternbeirat unter der Leitung von Stefan Vogel hatte sich massiv für das Projekt eingesetzt. Ein Großteil der Kosten wird vom Elternbeirat übernommen. Und auch Direktorin Greim ist froh und dankbar. "Die Familie Lauenburger in der Schule zu haben, das ist eine echte Bereicherung."
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