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Naturschutz

Ziegelhüttener Schüler pflanzen eigenen Tannenwald

Die Ziegelhüttener Schule hat jetzt ihren eigenen Schulwald oberhalb der Dreibrunnengaststätte.
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Angelina Dietz, Jonathan Mathschke und Samuel Heinzl haben Hilfe beim Löcher graben: Denn die erst wenige Monate alte Jagdhündin Milka,  die Förster Jonas Duscher begleitet, hilft kräftig mit.Sonny Adam
Angelina Dietz, Jonathan Mathschke und Samuel Heinzl haben Hilfe beim Löcher graben: Denn die erst wenige Monate alte Jagdhündin Milka, die Förster Jonas Duscher begleitet, hilft kräftig mit.Sonny Adam
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Nieselregen, kühle Temperaturen und tiefhängender Dunst konnten die Schüler der Kombiklasse ¾ nicht schrecken. Gerne schnürten sie die Wanderschuhe und marschierten mit ihrer Klassenleiterin Jennifer Hansl von der Schule Richtung Dreibrunnen. Denn dort oben, im Revier der Bayerischen Staatsforsten, wollten die Kinder Revierförster Jonas Duscher, die Forstanwärterin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - Miriam Lang - und Frank Hömberg von der zuständigen Forstverwaltung treffen. Gemeinsam wollten die Schüler dann in dem Waldstück, das nur 750 Meter von der Schule entfernt liegt, einen eigenen Wald anpflanzen oder aufforsten.


Premiere für junge Syrerin

Ganz besonders aufgeregt war Sara Al Kabalan. "Ich war noch nie im Wald. Auch nicht mit meinen Eltern oder Geschwistern." Die zehn Jahre alte Schülerin stammt aus Syrien. "Solche Bäume wie hier gibt es bei uns in Syrien nicht", erzählte die Zehnjährige. Fast andächtig streichelte sie die Nadeln eines kleinen Tannenbaumsetzlings.
Geduldig erklärte Forstanwärterin Miriam Lang, wie ein Baum fachgerecht gepflanzt wird. Denn es ist nicht einfach damit getan, dass man ein Loch gräbt und den Sprössling hineinsetzt. Die Wurzeln müssen fachgerecht bearbeitet werden. Die Erde muss nach dem Pflanzen fest angedrückt werden, damit der Baum auch Halt bekommt.
"Ich mache das Schulwaldprojekt im Rahmen meines Praxisprojektes. Es geht mir darum, die Kinder langfristig für das Thema Wald zu begeistern. Sie sollen hautnah erleben, wie Bäume gepflanzt werden, was man alles machen muss, bis ein Baum wächst", erklärte Lang. Und dieses Ziel hat die junge Forstanwärterin erreicht: Denn die Kinder pflanzten nicht nur Bäume, sondern die Bäume bekamen auch Namen - die selben Namen wie die Kinder. "Die Kinder können dann auch privat immer wieder schauen, wie sich die Bäume entwickeln. Wir haben die Größen aufgeschrieben. Mal sehen, wer mehr wächst."
Frank Hömberg von der Forstverwaltung und Revierförster Jonas Duscher assistierten den Schülern, standen Rede und Antwort. Besonders beliebt war die Station, an der Jonas Duscher zugange war. Denn er hatte seine erst wenige Monate alte Hündin Milka mitgebracht. Und Milka wühlte mit den Schülern im Waldboden - und ließ sich natürlich auch gerne mit Streicheleinheiten verwöhnen.
"Ich gehe oft in den Wald und schaue, wie es den Bäumen und den Pflanzen geht. Und wenn ich Wasser finde und im Sommer alles trocken ist, dann gieße ich die kleinen Bäume auch", erzählt Maike Hoffmann (8). "Ich gehe mit meinen Hunden oft in den Wald. Das ist doch schön", erklärt Samuel Heinzl (9). Samuel hat zwei Hunde. "Es ist aber auch interessant, mal zu sehen, wie man Bäume pflanzt", sagt Angelina Dietz (8). Angelina hat noch niemals allein einen Baum gesetzt.
"Wenn es Sommer wird, dann fahre ich auch wieder mit dem Fahrrad im Wald - auf den Wegen natürlich", hat sich Lara Focke vorgenommen. "Ich habe einen Bruder, der ist fünf. Der ist auch gerne im Wald. Am Wochenende gehen wir oft in den Wald", sagt Mina Sonntag (8).


Wunsch der Schulleitung

Dass die Ziegelhüttener Schule einen eigenen Wald bekommen soll, das hat sich Schulleiterin Sabine Mörlein gewünscht. "Das Thema Wald steht aber auch im Lehrplan. Wenn die Kinder Tännchen pflanzen, macht das allen Spaß. Alle sind begeistert", freut sich Klassenleiterin Jennifer Hansl.
"Bislang haben wir Führungen durch den Wald angeboten. Aber ein eigener Schulwald ist viel nachhaltiger. Da bekommen die Schüler viel mehr mit", findet Frank Hömberg das Projekt super-interessant. Die Ziegelhüttener Schule ist übrigens die erste Schule in der Stadt, die einen eigenen Schulwald hat. Auch in Stadtsteinach und in Wirsberg werden solche Schulwald-Projekte durchgeführt.


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