Kulmbach
Schulungen

Zertifikate sollen Schule machen

Zwei Wochen lang drehte sich im Beruflichen Schulzentrum alles um Blaulichtberufe. Mit einer offiziellen Feierstunde wurden die Blaulichtwochen abgeschlossen.
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Siegfried Escher vom THW erläuterte die Gerätschaften und die Einsatzgebiete des Technischen Hilfswerkes.Sonny Adam
Siegfried Escher vom THW erläuterte die Gerätschaften und die Einsatzgebiete des Technischen Hilfswerkes.Sonny Adam
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Der Schüler Yahyah Abdi aus Somalia strahlte übers ganze Gesicht, als er das Zertifikat mit dem Roten Kreuz im großen Sitzungssaal im Landratsamt in Kulmbach aus den Händen des stellvertretenden Landrates Jörg Kunstmann, des Leiters des beruflichen Schulzentrums Alexander Battistella und des BRK-Kreisgeschäftsführers Jürgen Dippold in Empfang nehmen konnte.

"Vor zwei Tagen konnte ich noch nichts. Wenn ich jetzt zu einem Unfall komme, weiß ich, was ich tun muss. Ich kann helfen", sagt Yahyah Abdi. Und viele Schüler schmunzelten. Denn eins ist klar: Selbst bei schweren Verletzungen traut sich nach den Blaulichtwochen jeder, die Notrufnumer 112 zu rufen. Niemand hat mehr Angst, die Fragen der Rettungsleitstelle zu beantworten.

Auch die Polizei informierte

Im Rahmen der Blaulichtwochen haben die Schüler, die in der Berufsintegrationsklasse sowie in der Vorbereitungsklasse für die Fachoberschule lernen, beim Bayerischen Roten Kreuz einen Erste-Hilfe-Kurs abgelegt. Als Ausbilder fungierte Lothar Seyfferth. "Das war eine hervorragende Sache. Die Praxis habt ihr wirklich klasse gemacht. Auch das Miteinander war gut", sagte der Ausbilder.

Alle Schüler haben das Zertifikat, das sie für den Führerschein benötigen, bekommen. Gratis. "Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht und dass wir das Projekt, das jetzt zum ersten Mal am beruflichen Schulzentrum durchgeführt worden ist, auch auf alle Mittelschulen ausweiten können. Ja, wir wollen das Projekt in die Fläche bringen", erklärte Schulrat Michael Hack bei der Zertifikatsübergabe.

Doch nicht nur Erste Hilfe und die ehrenamtlichen Tätigkeiten beim BRK lernten die Schüler kennen, die Polizei kam mit einer ganzen Mannschaftsstärke in die Schule und erläuterte den Schülern den Ablauf von Polizeikontrollen und richtiges Verhalten. Der Einstellungsberater der Polizei - Robert Schwarz - gab Einblicke in den Polizeiberuf und in die Anforderungen. Und Jochen Bergmann von der Kripo Bayreuth machte Drogenprävention und erläuterte die deutschen Gesetze.

Für die Freiwillige Feuerwehr in Kulmbach informierte Kreisbrandrat Stefan Härtlein über das Ehrenamt und über Einstiegsvoraussetzungen. Und das Technische Hilfswerk lud die Schüler zu sich in die Von-Linde-Straße ein. Die Schüler konnten Sandsäckchen füllen, lernten die Gerätschaften des THW kennen und konnten auch einmal den Umgang mit dem schweren Gerät ausprobieren.

"Nur durch die ehrenamtliche Dienste können wir Schutz und Sicherheit gewährleisten. Wir brauchen Nachwuchs und wir müssen das gemeinsam schultern", sagte der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann und bezeichnete die Blaulichtwochen als "wunderbare Initiative". Kunstmann warb für ehrenamtliches Engagement unter den Neubürgern. "Helft mit, die Gesellschaft ein bisschen besser zu machen", war die Botschaft an die jungen Flüchtlinge.

Der Leiter des beruflichen Schulzentrums Alexander Battistella freute sich, dass die Blaulichtwochen an der größten Bildungseinrichtung im Landkreis stattfinden konnten - am beruflichen Schulzentrum. "Die Blaulichtwochen waren ein voller Erfolg. Sie waren ein Gewinn für die Schüler", sagte Battistella.

Wunsch: für alle Mittelschulen

Schulrat Michael Hack appellierte an die Schüler, die Einblicke auch als Ansporn zu nutzen. "Es ist wichtig, Deutsch zu lernen und Abschlüsse zu machen", so Hack. Der Schulrat wünscht sich, nach dem erfolgreichen Start der Blaulichtwochen, solch eine Initiative für das Ehrenamt auch auf alle Mittelschulen auszuweiten. Denn auch dort schlummere Potential.

Positiv sprachen sich auch die Integrationsbeauftragte Souzan Nicholson und Annekatrin Bütterich vom Landratsamt Kulmbach über die Aktionswochen aus. Beide waren als Hauptorganisatoren tätig und haben sich viel Mühe gegeben bei der Umsetzung. Auch die Referenten von BRK, THW und Feuerwehr waren angetan vom Engagement der Schüler.

Einige Schüler haben nach den Blaulichtwochen bereits Kontakt zu Hilfsorganisationen geknüpft. Sarah Wairimu aus Kenia freute sich, dass die Politiker und die Vertreter des öffentlichen Lebens persönlich mit den jungen Migranten gesprochen haben. "Es ist toll. Man kann hingehen, man kann etwas lernen und man kann anderen Leuten helfen", sagte die junge Kenianerin. "Wir haben verstanden, dass man freiwillig arbeiten muss. Wir haben doch alle ein Herz für Oberfranken und für Kulmbach", sagte Yahyah Abdi aus Somalia und kassierte Applaus von seinen Mitschülern und den offiziellen Vertretern.

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