Unterzaubach

Zaubach stand drei Tage Kopf

Der 50. Jahrestag der Gründung der Landjugend Zaubach, der unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Roland Wolfrum auf dem Festplatz am Landjugendheim in Unterzaubach gefeiert wurde, stand am Wochenende bei den Bewohnern des Stadtsteinacher Landes im Blickpunkt.
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Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Landjugend Zaubach mischten die "Isartaler Hexen" den Stadtsteinacher Stadtteil richtig auf. Nach fünf Minuten standen die ersten auf den Bänken. Fotos: Klaus-Peter Wulf
Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Landjugend Zaubach mischten die "Isartaler Hexen" den Stadtsteinacher Stadtteil richtig auf. Nach fünf Minuten standen die ersten auf den Bänken. Fotos: Klaus-Peter Wulf
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Ragten am Freitagabend der Kommers und die Maibaum-Party heraus, so standen am Samstag das "Spiel ohne Grenzen" und das abendliche Gastspiel der "Isartaler Hexen" im Fokus.
Und die attraktiven Musikerinnen mischten den Stadtsteinacher Ortsteil gehörig auf, erschütterten das proppenvolle Festzelt in seinen Grundfesten - Stimmung pur bis in die frühen Morgenstunden.

Ihr Versprechen, dass die Nacht zum Tage wird, hat die Damenband gehalten. Kurz nach 20.30 Uhr legten die "Hexen" so richtig los, und es dauerte keine fünf Minuten, bis die ersten Gäste auf den Bänken standen. Ein Hit folgte dem anderen, es wurde in luftiger Höhe abgetanzt - und keiner gab nach. Nur während der beiden Erholungspausen konnte Essen gefasst oder etwas frische Luft geschnappt werden. Ein wenig Abwechslung brachte der ein oder andere Abstecher in die riesige Bar. Der Zeiger rückte schon auf zwei Uhr morgens vor, als sich die ersten langsam auf den Nachhauseweg machten.

Der Sonntag versprach Erholung. Er begann mit dem ökumenischen Gottesdienst, dem der Frühschoppen und ein farbenprächtiger Festzug folgten. Ein Familiennachmittag mit Flohmarkt und Schweine-Bingo rundeten den Event ab.

"50 Jahre sind für eine Organisation, die sich aus jungen und jung gebliebenen Menschen rekrutiert, ein stolzer Zeitraum. Die Landjugend hat es geschafft, die Begeisterung der Gründungsmitglieder auf die folgenden Jahrgänge zu übertragen", betonte Bürgermeister Wolfrum beim Festabend. Seit fünf Jahrzehnten sei die Landjugend Zaubach Garant für Kameradschaft, gemeinsames Arbeiten und Feiern. Sie pflege die Geselligkeit, halte aber auch kulturelle Traditionen aufrecht, die sich aus dem regionalen Umfeld und den ländlichen Strukturen entwickelt haben. "Was wäre das Stadtsteinacher Land ohne Erntedankkrone, ohne Kerwaburschen und -madla und ohne die Maibaum-Aufstellung", fragte der Bürgermeister.

Landjugend sorgt in der Region für noch mehr Lebensqualität

Der Gemeinsinn sei schon vor 50 Jahren die Triebfeder für Veranstaltungen und Unternehmungen gewesen, so Wolfrum, der an die Gründungsversammlung am 2. April 1965 in der Gaststätte Spindler erinnerte und exemplarisch Konrad Raupach, Andreas Witzgall, Albin Hempfling und Helmut Baumer als Beispiel gebende Persönlichkeiten nannte. "Haltet weiterhin so zusammen, seid Beispiel für die nächste Generation und bleibt eurer Heimat fest verbunden", appellierte Wolfrum, der als Schirmherr ein Fahnenband an die Landjugendfahne heftete.

Von einer Institution mit Kultstatus sprach Landrat Klaus Peter Söllner. Die Gründer dürften stolz sein auf das, was sie in fünf Jahrzehnten auf den Weg gebracht haben. Söllner: "Was wären Zaubach und Stadtsteinach ohne diese tüchtige Landjugend, die im ländlichen Raum für Lebensqualität sorgt."

Auch Landtagsvizepräsidentin MdL Inge Aures drückte ihre Verbundenheit mit der Landjugend Zaubach aus. Sie habe die 50 Jahre selbst miterleben dürfen und freue sich, dass die Tradition hochgehalten werde.

Brauchtumspflege, Ehrenamt und Vereinsarbeit

Martin Baumgärtner, der Unterzaubacher ist, hatte in seiner Eigenschaft als bayerischer Landesvorsitzender ein Heimspiel. Er wies auch darauf hin, dass das Landjugendheim seit 30 Jahren besteht, und bedankte sich bei den 20 bisherigen Vorsitzenden für ihre selbstlose Arbeit. In Zaubach seien Zusammenhalt und Gemeinsamkeit Trumpf, was jede Generation gerne an die nächste weitergebe.

"50 Jahre jung, frisch und knackig - dass ist der Landjugend Zaubach", sagte Bezirksvorsitzende Carolin Dörfler. Hier werde eine sehr aktive Jugendarbeit betrieben. Dörfler lobte das Engagement der Zaubacher auch in der Kreis- und Bezirksorganisation.

Ein Apfelbaum steht für Zusammenhalt

Die Kulmbacher Landjugend-Kreisvorsitzende Yvonne Hohlweg würdigte 50 Jahre Brauchtumspflege, Ehrenamt und Vereinsarbeit. Die Zaubacher seien eine starke und aktive Gruppe, die auf die Jugend bauen könne. Hohlweg überreichte an Festausschuss-Vorsitzenden Oliver Baumgärtner und Landjugend-Vorsitzenden Jürgen Spindler einen Apfelbaum: "Der steht für Zusammenarbeit und Zusammenhalt. Wir werden ihn gemeinsam pflanzen."

Im Namen der Zaubacher Vereine überreichte Winfried Baumgärtner wie alle Redner und weitere Gäste ein Geldgeschenk. Er sah im 50-jährigen Bestehen der Jugendorganisation ein bedeutendes Fest, die Landjugend sei für Zaubach unverzichtbar.

Mit einer Powerpoint-Präsentation gab Jonas Gleich einen Rückblick auf ereignisreiche 50 Jahre. Die Fotos und Anekdoten riefen viele Erinnerungen wach.


Die Geehrten

Gründungsmitglieder Elfriede Sell, Gitta Uhlein, Dora Michel, Ludwig Leithner, Otto Pöschel, Alfred Sesselmann, Angelika Müller, Waldemar Baumgärtner, Gerhard Weisath, Manfred Pöhlmann, Georg Weisath, Andreas Witzgall, Albin Hempfling, Ewald Hempfling, Heinrich Sünkel, Gunda Fischer, Gretel Mahr, Adelgunde Baumer, Wolfgang Engler und Werner Groß.

Vorsitzende Andreas Witzgall, Adolf Hildner, Ewald Hempfling, Roland Hempfling, Georg Spindler, Albert Korzendorfer, Hermann Baumgärtner, Jürgen Bauernfeind, Heike Schleicher, Uwe Witzgall, Harald Hempfling, Martina Kern, Jürgen Baumer, Christian Spindler, Susanne Kraus, Michael Spindler, Christine Göldel, Martin Baumgärtner, Oliver Baumgärtner und Jürgen Spindler.

40-jährige Mitgliedschaft Fritz Geier und Leonhard Will.

35 Jahre Peter Gleich und Bernhard Ott.

30 Jahre Siegfried Hildner, Frank Schüßler, Heike Schleicher, Andrea Will und Heinrich Witzgall.

25 Jahre Jochen Hücherig, Werner Groß, Jürgen Auernhammer, Harald Hempfling, Martina Kern, Sabine Schüßler, Ludwig Schramm, Silke Kummer, Dieter Spindler, Matthias Witzgall und Franz Ott.
20 Jahre Kathrin Groß, Robert Brußig, Gerd Ellner, Panos Felekides, Marika Baumgärtner, Silvia Baumgärtner, Jürgen Baumer, Harald Hildner, Silke Hempfling, Bernhard Geyer, Susanne Kraus, Markus Hempfling, Hans Hümmer, Josef Kinscher, Birgit Opel, Iris Reuther, Carolin Reuther, Heike Spindler, Roland und Manuela Witzgall.

15 Jahre Robert Bittermann, Niko Felekides, Martin Baumgärtner, Bernd Hücherig, Andreas Hoffmann, Ralf Knoll, Wilhelm Günther, Stefan Kulus, Thomas Sesselmann, Norbert Sesselmann, Michaela Sesselmann, Markus Partenfelder, Daniela Leppert, Melanie Leistner, Christinan Spindler und Michael Spindler.


Spiel ohne Grenzen: Gaudi an neun Stationen

Die Dorfstraße von Unterzaubach wurde am Samstagnachmittag zur Fußgängerzone: Zahlreiche Mannschaften tummelten sich auf dem Weg zu den neun Stationen, die im Rahmen des Wettbewerbs "Spiel ohne Grenzen zu meistern waren.
Da galt es ein Live-Memory zu erledigen oder aus einem rhythmischen Gurgeln die Melodien zu erkennen. Mit den Füßen musste eine Flasche transportiert werden, ohne den Boden zu berühren, fünf Personen - auf einer Bank stehend - mussten akrobatisch die Plätze wechseln, ohne abzusteigen. Dazwischen gab es knifflige Fragen.
Damit sich ein Teammitglied warm anziehen konnte, mussten sich die anderen ihrer Kleidung entledigen. Nicht einfach war es zudem, schaukelnd Tennisbälle in einem Eimer zu platzieren.
Nachdem sich alle Teilnehmer nach dem lustigen Wettbewerb gestärkt hatten, konnten die Siegerteams in der beiden Kategorien Jugend- und Erwachsenen-Mannschaften ihre Pokale in Empfang nehmen.

"Gemütlichkeit" siegt

Bei der Jugend ließ der Verein "Gemütlichkeit Vorderreuth" nichts anbrennen und verwies den TSV Presseck sowie den Radsportverein "Concordia Zaubach" auf die Plätze.
Souverän gewann die Landjugend Plösen bei den Erwachsenen, knapp vor der Landjugend Rugendorf sowie der Faschingsgesellschaft Stadtsteinach.
Und dann wurde gefeiert, bis der Siegestaumel verflog.
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