Kulmbach
Bildung

Zahl der Schulanfänger im Landkreis Kulmbach steigt wieder

Insgesamt ist die Zahl der Schüler im Landkreis Kulmbach zwar rückläufig, die Abc-Schützen werden jedoch mehr. "Eine Trendwende", sagt Schulrat Michael Hack
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Eine Trendwende: Während die Schülerzahlen insgesamt leicht sinken, wurden heuer in Stadt- und Landkreis Kulmbach 531 Abc-Schützen gezählt - 192 mehr als noch vor zwei Jahren.Symbolbild Arne Dedert/dpa
Eine Trendwende: Während die Schülerzahlen insgesamt leicht sinken, wurden heuer in Stadt- und Landkreis Kulmbach 531 Abc-Schützen gezählt - 192 mehr als noch vor zwei Jahren.Symbolbild Arne Dedert/dpa

Mit leicht gesunkenen Schülerzahlen im Grundschulbereich startet das Schuljahr 2018/2019 im Landkreis Kulmbach. Im Mittelschulbereich fallen die Schülerzahlen um circa 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Die Trendwende ist da"

Laut Schulrat Michael Hack, der die aktuellen Entwicklungen gestern vorstellte, ist allgemein die Tendenz zu erkennen, dass die Zahlen in den Städten zu- und in den ländlichen Räumen abnehmen. "Das betrifft nicht nur den Grundschulbereich, sondern auch den Mittelschulbereich. Wir haben gegenwärtig starke Jahrgänge, die die Schulen verlassen, und geburtenschwächere, die noch drin sind." Nach Jahren des Rückgangs sei jetzt aber bayernweit zu beobachten, dass die Geburten wieder zunehmen. "Die Trendwende ist da." So sei die Zahl der Abc-Schützen im Landkreis im Vergleich zum Vorjahr von 511 auf 531 gestiegen - ein Plus von 3,9 Prozent.

Die Schulanfänger werden in 16 jahrgangsreinen Klassen unterrichtet, weitere acht Klassen werden in Jahrgangsmischung unterrichtet (Max-Hundt-Schule Kulmbach, Neudrossenfeld, Presseck und Stadtsteinach). Fünf Schulen mit elf ersten Klassen besitzen das Profil "Flexible Grundschule". Dies sind die Johann-Wilhelm-Meußdoerffer-Grundschule Kulmbach und die Schule Burghaig, die als "Pioniere" schon seit vier Jahren erfolgreich so arbeiten, Marktschorgast, Untersteinach-Ludwigschorgast und heuer neu die Grundschule Ziegelhütten.

Wie Schulrat Hack erläutert, eignen sich insgesamt 233 Schüler den Lernstoff der ersten und zweiten Jahrgangsstufe je nach individuellen Fähigkeiten in einem, zwei oder drei Jahren an. "Wer auch das dritte Jahr benötigt, für den zählt dies nicht als Wiederholungsjahr", so Hack.

An den Grund- und Mittelschulen im Landkreis wurden 103 (Vorjahr: 103) Grundschulklassen und 54 (52) Mittelschulklassen gebildet. Das Kooperationsmodell der Berufsschule-Wirtschaftsschule an der Mit-telschule Neuenmarkt-Wirsberg wird in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 weitergeführt.

Die durchschnittlichen Klassenstärken liegen im Grundschulbereich bei 19,9 (Vorjahr: 20,1) und im Mittelschulbereich bei 17,5 (19,1) Kindern.

Mitelschulverbünde

Die Koordination der Mittelschulverbünde "Fränkische Linie" der Mittelschulen Marktleugast, Stadtsteinach-Untersteinach und Neuenmarkt-Wirsberg sowie des "Kulmbacher Mittelschulverbundes" aus der Hans-Edelmann-Mittelschule, der Max-Hundt-Mittelschule und der Mittelschu-le Mainleus liegt in den gleichen Händen wie im Vorjahr. Verbundkoordinator "Fränkische Linie" ist Rektor Michael Pfitzner, des "Kulmbacher Mittelschulverbundes" Rektor Jochen Kees.

Die Mittelschule Neudrossenfeld als reine Ganztagsschule befindet sich in einem landkreisübergreifenden Verbund mit den Mittelschulen Eckers-dorf (mit M-Zug) und Hummeltal im Landkreis Bayreuth.

Jahrgangskombinierte Klassen

Bereits bestehende jahrgangskombinierte Klassen wurden an folgenden Grundschulen fortgeführt beziehungsweise neu eingerichtet:

Marktschorgast (3-4)

Presseck (1-2 und 3-4)

Rugendorf (1-2 und 3-4)

Kulmbach Ziegelhütten (3-4)

Max-Hundt-Grundschule Kulmbach (3 Klassen 1-2)

Neudrossenfeld (3 Klassen 1-2)

Meußdoerffer-Grundschule Kulmbach (3-4)

Somit bestehen im Landkreis Kulmbach 13 jahrgangskombinierte Grundschulklassen, in denen 254 Kinder unterrichtet werden. Diese Klassenbildung entspringt teils schulorganisatorischen, teils pädagogischen Gründen. Es ist absehbar, dass in den kommenden Schuljahren weitere Schulen mit jahrgangskombinierten Klassen versorgt werden.

Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund weiter gestiegen

Weiter gestiegen ist die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund und erfassbaren Sprachdefiziten inklusive der aktuell bekannten Zahl der Flüchtlings- und Asylantenkinder) Sie beträgt 498, das sind 97 mehr als im Vorjahr. Schwerpunktmäßig verteilen sich die Förderangebote für Flüchtlings- und Asylantenkinder auf die Pestalozzischule, Obere Schule und Max-Hundt-Schule Kulmbach sowie die Schulen Neuenmarkt-Wirsberg und Mainleus.

In diesem Zusammenhang weist Schulrat Hack noch auf die sogenannte Binnenmigration im Freistaat hin, die Bayern Zuwachs beschert: "Aufgrund der guten Arbeitsmarktsituation ziehen viele Familien aus anderen Bundesländern zu uns."

Ganztagsschulen

Die Grund- und Mittelschulen des Landkreises bieten neben der Mittagsbetreuung Ganztagsbeschulung in offener Form (optionale Betreuungsangebote nach Wahl des Schülers) oder in gebundener Form (täglicher Pflichtunterricht in den Nachmittag hinein) an. An fünf Schulen wird die offene und an sechs die gebundene Ganztagsschule angeboten:

Offene Angebote Grundschule:

Mainleus, Melkendorf, Max-Hundt-Schule Kulmbach

Mittelschule: Mainleus, Hans-Edelmann-Schule Kulmbach

Gebundene Form Grundschule: Obere Schule Kulmbach (1. bis 4. Jahrgang), Neuenmarkt-Wirsberg (3. Jahrgang).

Mittelschule: Max-Hundt-Mittelschule Kulmbach (5. - 9.), Neudrossenfeld (6. - 9.), Stadtsteinach-Untersteinach (5. - 9.), Neuenmarkt-Wirsberg 5., 7. und 9.)

"Alle Stellen sind besetzt"

Ein klares Wort spricht Hack zur vorherrschenden Meinung, es gebe zu wenig Pädagogen. "Angesichts der Personalversorgung (siehe auch Artikel: Vier neue Rektorinnen berufen) sind im Landkreis Kulmbach alle Stellen besetzt. Ich sehe auch in ganz Bayern keinen Lehrermangel." Dieses Problem existiere sehr wohl in Berlin, Bremen, Sachsen oder Thüringen, wo versucht werde, aus Bayern Lehrkräfte abzuwerben. Hier sei zwar auch der Eindruck vom Lehrermangel entstanden, aber nur, weil man auf den Flüchtlingsstrom nicht schnell genug habe reagieren können. Der Lehrerüberfluss an den Gymnasien sorge aber dafür, dass über die Zweitqualifikation, bei der im Rahmen einer zweijährigen Umschulung das Zweite Staatsexamen für das Grund- und Mittelschullehramt erworben werden könne, der Bedarf gedeckt werde.

Vier neue Rektorinnen berufen

Ein neues Schuljahr bringt immer auch personelle Veränderungen mit sich. So werden für 2018/2019 vier Schulen mit neuen Leiterinnen besetzt.

Die neue Rektorin der Kulmbacher Pestalozzi-Grundschule heißt Sandra Stenglein, die Obere Schule leitet künftig Daniela Naujoks, die Schule Burghaig Stephanie Rohde, und an der Grund- und Mittelschule Marktleugast hat jetzt Annette Marx das Sagen.

Auch neue Konrektoren wurden berufen: für die Grund- und Mittelschule Stadtsteinach Simone Zimmerer, für die Max-Hundt-Grund- und Mittelschule Kulmbach Johannes Schlagbauer sowie für die Grund- und Mittelschule Mainleus Bernd Fritsch.

Insgesamt 285 Lehrkräfte

Insgesamt unterrichten an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Kulmbach (männlich und weiblich) 196 Lehrkräfte, 25 Förderlehrer, 42 Fachlehrer, 22 Lehramtsanwärter, eine Fachlehreranwärterin, eine Förder lehreranwärterin und neun Religionslehrer in Voll- oder Teilzeit.

Im Rahmen einer Zweitqualifikation bereiten sich zwölf ausgebildete Lehrkräfte aus dem Bereich Gymnasium und Realschule auf einen dauerhaften Einsatz in der Grund- beziehungsweise Mittelschule vor.

Für den Vertretungsbedarf stehen in der Mobilen Reserve für den Klassenunterricht 17 Lehrkräfte und für den Fachunterricht sieben Lehrkräfte mit 537 Wochen-Unterrichtsstunden zur Verfügung



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