Stadtsteinach
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Yusef braucht Hilfe

Der kleine Junge ist mit Deformationen beider Beine zur Welt gekommen. Eine Serie von Operationen soll ihm ermöglichen, gehen zu lernen.
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M;utter Yasmin uznd Schwester Asya hoffen, dass die Ärzte dem kleinen Yusef helfen können.Dagmar Besand
M;utter Yasmin uznd Schwester Asya hoffen, dass die Ärzte dem kleinen Yusef helfen können.Dagmar Besand
Die Kante des Wohnzimmertischs zieht Yusef magisch an. Sie hat genau die richtige Höhe, um sich daran hochzuziehen. Für den Bruchteil eines Augenblicks kann der kleine Junge sich aufrichten. Dann geben seine Beine nach, und er fällt um. Tränen fließen.
Yusef ist 20 Monate alt und der jüngste Sohn der Familie Mohamad, die vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen ist. Andere Kinder in seinem Alter können längst laufen. Er nicht. Yusef wurde mit einer schweren Deformation beider Beine geboren: Ihm fehlen Knochen in beiden Unterschenkeln, die Füße sind fehlgebildet.
Ärzte gehen davon aus, dass die Behinderung eine unmittelbare Folge des Krieges ist: In Aleppo, der Heimat der Mohamads, haben Assads Truppen Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. Mutter Yasmin war während der Schwangerschaft diesen schädlichen Einflüssen ausgesetzt.
Heute leben die Mohamads in Stadtsteinach. Dort lernte Andrea Boujjia von der Migrationsberatung des Caritas-Kreisverbands Kulmbach die Familie kennengelernt. "Das war bei einem Helfertreffen, an dem die ehrenamtliche Begleiterin Sonja Birner mit Yusefs Vater Samir teilgenommen hat. Wenig später kamen die Mohamads in die Beratungsstelle, um sich Rat zu holen, wie sie das Leben mit ihrem geistig völlig gesunden, aber körperlich so schwer behinderten Kind meistern können.


Das Unmögliche möglich machen

Das Schicksal des Kleinen hat Andrea Boujjia sehr berührt. Als sich herausstellte, dass Spezialisten des Universtitätsklinikums Münster die drohende Amputation beider Beine abwenden können und den Jungen operieren wollen, mobilisierte sie gemeinsam mit Pia Schmidt von der kirchlichen allgemeinen Sozialarbeit der Kulmbacher Diakonie die nötigen Mittel, um eine Reise von Mutter, Kind und Familienpatin nach Münster zu finanzieren. Je 200 Euro steuerten die Caritas, der Kinderfonds und der Kulmbacher Kiwanis-Club bei, um das Unmögliche möglich zu machen. "In so einer Situation muss man helfen."
17 Jahre Erfahrung in der Migrationsberatung bringt Andrea Boujjia mit. Ihre Aufgabe ist zweigeteilt. Die Hälfte ihrer Arbeitszeit gehört der Migrationserstberatung. In den ersten drei Jahren nach ihrer Anerkennung steht sie den bereits anerkannten Asylbewerbern bei allen Herausforderungen zur Seite, die das Leben in Deutschland mit sich bringt. Da geht es um die Beantragung von Sozialleistungen ebenso wie um Informationen zu Schule und Kindergarten. 511 Personen aus Syrien, Irak, Eritrea, Äthiopien, Somalia und Afghanistan gehören zu dieser Klientengruppe.


Die Sprache ist das A und O

"Das Wichtigste für die Integration ist der Spracherwerb", sagt die Sozialpädagogin, die darin einen besonderen Schwerpunkt in der Beratung setzt. Auch die Caritas bietet deshalb in ihren Räumen in der Bauergasse Kurse an - zum einen für Leute, die schon einen Sprachkurs gemacht, aber noch wenig Kontakt zu Deutschen haben und ihre Kommunikation trainieren möchten, zum anderen für Asylbewerber, die noch nicht an offiziellen staatlichen Sprachkursen teilnehmen können.
Die zweite Hälfte ihrer Arbeitszeit widmet Boujjia den Asylbewerbern, die in Gemeinschaftsunterkünften leben und noch auf den Ausgang ihres Verfahrens warten. Derzeit sind das 490 Personen, deren Beratung sie sich mit ihrer Kollegin Nadine Hacker und ihrem syrischen Kollegen Ali Al Faraj teilt.


Guten Rat gibt's für jeden

"Für mich macht es in der Beratung erst mal keinen Unterschied, ob es Leute sind, die eine Bleibeperspektive haben, oder solche, die wieder in ihr Heimatland zurück müssen", sagt die 47-Jährige. "Es gibt ja auch eine Reihe von Hilfsmöglichkeiten für die Rückkehrer."
Die Familie Mohamad hat eine Bleibeperspektive. Vater Samir und Mutter Yasmin machen das Beste aus ihrer Chance und bringen sich in Stadtsteinach im Rahmen ihrer Möglichkeiten in die örtliche Gemeinschaft ein. Die beiden älteren Kinder Asya (8 Jahre) und Rashid (7), besuchen die Grundschule und sprechen bereits Deutsch, als wäre es ihre Muttersprache. Nach Schule und Hort beschäftigen sie sich viel mit ihrem kleinen Bruder und hoffen, dass die Ärzte ihm helfen können.


Therapie braucht Zeit und Geld

Auf die Familie kommt in den nächsten Monaten und Jahren einiges an Belastungen zu. Yusef wird mehrfach operiert werden müssen. Die Korrektur seiner Beine und Füße, der Ersatz der fehlenden Knochen durch Prothesen und das Laufenlernen werden viel Zeit und Geduld brauchen, flankiert von vielen Therapie- und Arztbesuchen.
Die Kosten für die Operationen trägt die Krankenkasse. Aber auf die Familie kommen im Zusammenhang mit der Behandlung und Begleitung des Kindes viele weitere Kosten zu. Hier möchte die Bayerische mit dem Verein "Franken helfen Franken" der Mediengruppe Oberfranken unterstützen. Deshalb bitten wir unsere Leser um Spenden für die Familie. Unser Partner ist dabei der Caritas-Kreisverband, der das Geld verwaltet und auszahlt.


Spendenkonto

Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC: BYLADEM1SKB


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