Wonsees
Ortsentwicklung

Wonsees hat Leerstände im Visier

Die Marktgemeinde will den Ortskern wieder beleben. In der Thurnauer Straße könnten Mietwohnungen geschaffen und eine seniorengerechte Wohnanlage errichtet werden, sagt Bürgermeister Andreas Pöhner.
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In Wonsees stehen in der Thurnauer Straße einige Häuser leer. Foto: Alexander Hartmann
In Wonsees stehen in der Thurnauer Straße einige Häuser leer. Foto: Alexander Hartmann

Der Markt Wonsees möchte nicht nur Neubaugebiete ausweisen und Baulücken schließen, um die Nachfrage nach Bauplätzen zu stillen. Die Kommune will auch verhindern, dass die Ortskerne aussterben und hat deshalb die vielen Leerstände im Visier, will sie einer neuen Nutzung zuführen.

Bald kommt die Turnhalle dran

Zwei Erfolge hat die Gemeinde schon feiern können: Die Schule, die 2013 geschlossen worden war, wurde verkauft. Dort ist inzwischen eine große Tierarztpraxis eröffnet worden. Und die Turnhalle wird in naher Zukunft dank hoher staatlicher Förderung zum Begegnungszentrum umgebaut. "Wir sind froh, dass da zeitnah Lösungen gefunden wurden", sagt Bürgermeister Andreas Pöhner (CSU).

Der Markt hat aber nicht nur gemeindliche Gebäude im Blick, sondern auch private Anwesen, die ein Schattendasein fristen. Beispielsweise die leer stehenden Häuser in der Thurnauer Straße, "die kein Aushängeschild sind", wie Pöhner betont.

Im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) war in den vergangenen Jahren auch die bauliche Entwicklung beleuchtet worden. 2016 wurden bei einer Erhebung im Hauptort und in den Ortsteilen 43 Baulücken und Leerstände registriert. Alle Eigentümer wurden angeschrieben. "23 haben sich gemeldet, zehn ihre grundsätzliche Verkaufsbereitschaft signalisiert", sagt der Bürgermeister.

Markt verhandelt mit Eigentümern

Der Markt vermittle - wenn gewollt - eine Maklerin, sei in der Thurnauer Straße aber auch bereit, selbst Geld in die Hand zu nehmen, um Wohnungsbau-Projekte zu initiieren. Dort stehen gleich vier Anwesen leer. Pöhner: "Mit drei Eigentümern sind wir bei den Verkaufsgesprächen schon relativ weit." Der Bürgermeister hofft, dass die Kommune die Anwesen erwerben und über die Förderoffensive Nordostbayern nicht nur den Kauf, sondern auch einen möglichen Rückbau oder Abriss von Gebäuden finanzieren kann. "Wir sind bereits in Gesprächen mit der Regierung von Oberfranken." Ein Gutachten werde erstellt, das über den Immobilienwert Auskunft geben soll.

Die Suche nach einem Investor

Auf dem viele tausend Quadratmeter großen Areal an der Schwalbach kann sich die Gemeinde Mietwohnungen durch den Umbau von Häusern und den Neubau einer seniorengerechten Wohnanlage vorstellen. Die erforderlichen Baumaßnahmen könnte ein Investor vornehmen, laut Pöhner gegebenenfalls aber auch der Markt Wonsees selbst über ein Sonderprogramm zum Wohnungsbau. "Am liebsten wäre es uns, wenn wir einen Bauträger oder Investor an Land ziehen könnten." Doch noch ist es nicht so weit. Pöhner: "Wir sind in der Entwicklungsplanung. Ob und wann unsere Vorstellungen realisiert werden können, steht noch in den Sternen."

Das Gemeindeoberhaupt wünscht sich, dass die Maßnahmen zeitnah in Angriff genommen werden können, um die Nachfrage nach Mietwohnungen zu stillen ("Der Bedarf ist vorhanden"), aber auch um die nach seinen Worten dringend benötigte seniorengerechten Wohnungen zu schaffen. "Denn es gibt einige Wonseeser, die bei uns alt werden wollen, die es vielleicht aber nicht könnten, weil ihre eigenen Häuser nicht barrierefrei sind."



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