Kulmbach
Wasserschaden

Woher kommt das Wasser im Kulmbacher Schuhhaus Sesselmann?

Sind die Bauarbeiten in der Tiefgarage in Kulmbach schuld daran, dass der Keller des Schuhhauses Sesselmann immer wieder voll Wasser läuft?
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Knöchelhoch stand das Wasser im Keller des Schuhhauses Sesselmann, wo sich ein Verkaufsraum für Hausschuhe, ein Büro und ein Lagerraum befinden.Foto: privat
Knöchelhoch stand das Wasser im Keller des Schuhhauses Sesselmann, wo sich ein Verkaufsraum für Hausschuhe, ein Büro und ein Lagerraum befinden.Foto: privat
An den Wänden sind feuchte Flecken zu sehen. Der grüne Teppichboden macht bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch: Nach heftigen Regenfällen am Donnerstag ist der Keller des Schuhhauses Sesselmann am Zentralparkplatz voll Wasser gelaufen.

Wieder einmal. "Seit etwa einem Jahr haben wir regelmäßig Wasser im Keller" sagt Daniel Sesselmann, dessen Familie das Schuhhaus in der dritten Generation betreibt. Der Grund für den Wassereinbruch ist für die Inhaberfamilie klar: "Das hat mit den Bauarbeiten am Zentralparkplatz und in der Tiefgarage zu tun. "

Auch in der Vergangenheit habe man immer mal Wasser im Keller gehabt, so Sesselmann. Dabei allerdings habe es sich um Oberflächenwasser gehandelt. Mal sei eine Ablaufrinne verstopft gewesen, mal habe die Ladentür den Wassermassen bei einem Wolkenbruch nicht standgehalten. Das sei Vergangenheit, meint der Junior-Chef. Das Ablaufsystem am "neuen" Zentralparkplatz funktioniere und nach dem Einbau einer neuen Ladentür sei auch an dieser Stelle die Gefahr gebannt.

Seit einem Jahr aber dringt immer wieder Grundwasser ein und für die Familie Sesselmann ist die Ursache eindeutig: Im Zuge der Sanierung der Tiefgarage war dort der Boden abgedichtet worden, um zu vermeiden, dass weiterhin Grundwasser durch die Bodenplatte nach oben drückt. Seitdem suche sich das Wasser einen neuen Weg - und steigt durch die Kellerfuge in den kleinen Verkaufsraum und das angrenzende Büro.

Mehr als zehnmal sei das in den letzten Monaten passiert, sagt Daniel Sesselmann. Mal habe man es nur mit einem feuchten Fleck zu tun gehabt, mal stand das Wasser knöcheltief in den Räumen. So auch in der Nacht zum Freitag. Nach anhaltenden Regenfällen war erneut Wasser eingedrungen. Daniel Sesselmann und seine Mitarbeiter haben gepumpt, gesaugt, gewischt und einen Heizlüfter installiert. Aber: "Kunden können wir da heute nicht runterlassen."

Die Kellerräume komplett auszutrocknen, wird wohl nicht gelingen, meint Sesselmann. Er befürchtet nun Stockflecken und Schimmel, und er ist sich bewusst, dass es keinen guten Eindruck auf die Kundschaft macht, wenn es im Verkaufsraum modrig riecht.
Ganz besonders ärgerlich ist das für die Betreiber des Schuhhauses auch deshalb, weil man, so sagt der Chef, seit Beginn der Baumaßnahme auf dem Zentralparkplatz vor knapp zwei Jahren ohnehin schon viele Nachteile und Umsatzeinbußen habe in Kauf nehmen müssen: "Weil die Parkplätze fehlen, bleiben uns die Kunden weg." Zum Glück gebe es die Werkstatt für Orthopädie-Schuhtechnik und damit verbunden die Stammkunden. Laufkundschaft? Seit Monaten Fehlanzeige.

Das Wasser im Keller plagt im übrigen nicht nur die Firma Sesselmann. Auch in den anderen Gebäuden in der Häuserzeile zwischen Zentralparkplatz und Webergasse kenne man das Problem, sagt Stefan Kollerer. Der Rechtsanwalt vertritt die Familie Sesselmann und die Inhaber eines angrenzenden Gebäudes. Bei der Stadt Kulmbach, so sagt er, fühle sich niemand zuständig. Man werde deshalb nun, so Daniel Sesselmann, einen Gutachter beauftragen, um zu klären, inwieweit die Baumaßnahme mit dem Eindringen des Wassers zu tun hat.

Was sagt die Stadt Kulmbach zu den Vorwürfen? Wir haben per Mail eine Anfrage an das Rathaus gestellt. Die Tiefbauabteilung sei informiert, erfuhren wir aus der Pressestelle. "Zur Zeit finden deshalb Gespräche mit den Anwohnern statt und die Versicherung der Stadt Kulmbach wurde eingeschaltet." Mehr will man uns dazu zum momentanen Zeitpunkt nicht sagen. "Wir bitten um Verständnis, dass alles weitere erst abgeklärt werden muss."


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