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Wo Milch und Honig fließen - neue Automaten in Kirchleus

Sabine und Markus Münch haben einen Regioautomaten und eine Milchtankstelle gebaut und verkaufen jetzt im "Kirchleuser Milchlädla" regionale Produkte.
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Die Familie Münch aus Kirchleus räumt den Regio-Automaten ein - alle helfen mit: Louis (7), Elias (11), Sabine (35) und Markus Münch (42). Seit gestern ist der Automat in Betrieb. Es gibt Käse, Wurst, Eier, Nudeln, Honig, Marmelade aus der Region. Außerdem ist in dem Holzhaus eine Milchtankstelle untergebracht. Foto: Sonny Adam
Die Familie Münch aus Kirchleus räumt den Regio-Automaten ein - alle helfen mit: Louis (7), Elias (11), Sabine (35) und Markus Münch (42). Seit gestern ist der Automat in Betrieb. Es gibt Käse, Wurst, Eier, Nudeln, Honig, Marmelade aus der Region. Außerdem ist in dem Holzhaus eine Milchtankstelle untergebracht. Foto: Sonny Adam
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Im Hof der Familie Münch steht seit neuestem ein Gartenhäuschen aus Holz. Auf den ersten Blick nichts besonderes. Doch das Geheimnis steckt im Inneren der urigen Hütte. Denn in der Holzhütte sind eine Milchtankstelle und ein Regioautomat untergebracht.

"Das gibt es so im gesamten Landkreis noch nicht. Wir haben eine Milchtankstelle in Kupferberg bei einer Siedlung. Aber hier in Kirchleus liegt die Milchtankstelle an einer Durchgangsstraße und der Regio-Automat ist ein echtes Plus", sagt die Beauftragte für Direktvermarkter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach, Ursula Willenberg. "Ich bin überzeugt, dass dieses Konzept funktioniert. Außerdem freut es mich, dass auch Produkte anderer Direktvermarkter im Regiomarkt erhältlich sind - das ist auch für all diejenigen Direktvermarkter eine Chance, die nicht so günstig an einer vielbefahrenen Durchgangsstraße liegen", so Willenberg.


Die 15. Generation ist dabei, als die Automaten in Betrieb genommen werden

Am Freitag wurden die Automaten in Betrieb genommen. Der Hof der Familie Münch besteht schon seit 1759. "Ich bin Landwirt in 14. Generation, meine Kinder sind jetzt die 15. Generation", erklärt Markus Münch. Der 42-Jährige erinnert sich noch an die Zeiten, als die Menschen aus dem Ort abends mit der Milchkanne Rohmilch direkt vom Bauern abgeholt haben. "Das macht heute natürlich keiner mehr. Wir haben in Kirchleus keine Möglichkeit, irgendetwas einzukaufen. Mit unseren Automaten ändert sich das", sagt Münch. Dass der Hof der Landwirtsfamilie direkt an der B 85 liegt - strategisch günstig zwischen Kulmbach und Kronach, war der ausschlaggebende Aspekt für die Familie, solche Automaten aufzustellen.

"In unserem Regioautomaten verkaufen wir natürlich den Coburger Käse - zu Preisen, die durchaus mit den Preisen in den Märkten mithalten können", erklärt Sabine Münch und betont, dass in dem Coburger Käse ebenfalls die Milch aus Kirchleus drinstecke. Außerdem soll es Produkte aus Eichenbühl geben - Nudeln, Eier, Müsli. Auch handgemachte Marmeladen, Eingemachtes, Honig vom heimischen Imker und Wurstspezialitäten von der Metzgerei Kolb in Seibelsdorf möchten die Landwirte in ihr Sortiment aufnehmen. "Wir wollen außerdem eine Wunschliste auslegen, wo jeder die Produkte, die er sich in so einem Automaten wünscht, aufschreiben kann", sagt Sabine Münch. Das bedeutet, dass sich das Sortiment des Regioautomaten jederzeit ändern lässt und fortlaufend den Kundenwünschen angepasst werden kann.


300 Liter gekühlte Rohmilch

Bei der Milchtankstelle im Inneren des Gartenhäuschens handelt es sich um einen großen Stahlkasten. Im Inneren ist Platz für 300 Liter Rohmilch. Sie wird gekühlt. "Die Rohmilch ist ganz frisch - nach einem Tag müssen wir sie wegtun, können sie nur noch den Kälbern verfüttern", erklärt Markus Münch das Prozedere. "Wir hoffen, dass wir mit den Automaten auch ein bisschen dazu beitragen können, ein modernes Bild von der Landwirtschaft zu vermitteln", wünscht sich Sabine Münch.

Einen Namen haben die Münchs für ihr Automaten-Häuschen übrigens auch schon: "Kirchleuser Milchlädla". Und das hat sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet. Bislang gibt es im Landkreis Kulmbach noch keinen Landwirt, der Milchtankstelle und regionale Produkte über Automaten verkauft. Eine weitere Milchtankstelle existiert in Kupferberg.

Eigentlich hätten die Münchs für die Aufstellung der Automaten Förderung beantragen können. "Aber das wäre kompliziert gewesen, momentan gibt es keinen Fördertopf - man hätte wieder abwarten müssen", erklärt Ursula Willenberg und betont, dass sie der Eigeninitiative der Münchs Respekt zollt. Ein Hinweis ist der Ansprechpartnerin für Direktvermarktung wichtig: Rohmilch sollte vor dem Verzehr abgekocht werden. "Rohmilch ist ein tolles Produkt, aber wir sind als Verbraucher die pasteurisierte Milch gewöhnt."
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