Mainleus
Burggeflüster

Wo Fläche keine Rolle spielt

Immer weniger Menschen in Oberfranken versiegeln immer mehr Fläche - dem wachsenden Umweltbewusstsein zum Trotz.
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Wo hier noch Ackerfläche ist, stehen längst Häuser. Und das Baugebiet Rothe Kelter bei Mainleus soll Richtung Schwarzach weiterwachsen - der Diskussion um Flächenverbrauch zum Trotz.BR-Archiv
Wo hier noch Ackerfläche ist, stehen längst Häuser. Und das Baugebiet Rothe Kelter bei Mainleus soll Richtung Schwarzach weiterwachsen - der Diskussion um Flächenverbrauch zum Trotz.BR-Archiv

Alle sprechen von Arten-, Klima- und Naturschutz. Selbst den Bauernverband hat die Erleuchtung ereilt, dass ein "Weiter so" nicht mehr angesagt ist - die junge Generation von Greta Thunberg macht Druck wie nie. Gewerbegebiet Himmelkron oder Umgehung Rothwind/Fassoldshof - es gibt nachhaltigen Gegenwind.

Doch mancherorts läuft alles wie immer. Wieder wird aus wertvollem Ackerboden ein Neubaugebiet gestampft. Ein Investor kümmert sich um alles, die Gemeinderäte können da ja gar nix verkehrt machen - meinen sie. Wie bei der Rothen Kelter III in Mainleus. Knapp zwei Hektar werden hier versiegelt - und die Kanäle und Leitungen schon für Rothe Kelter IV dimensioniert.

Ein Glück für die Bauwilligen, dass das Bürgerbegehren "Stoppt den Flächenfraß" vom Verfassungsgericht gekippt wurde. Die bayerische Staatsregierung vertraut da lieber der Vernunft der Kommunen. Sie wüssten schon, was gut für sie ist, meint Söder. Und gut für eine Kommune in einem von Abwanderung gebeutelten Landstrich wie Oberfranken ist eben, wenn sie Neubürger anlockt - koste es an Fläche, was es wolle. Über Jahrhunderte gewachsene Dorfstruktur, damit verbundene Identität und überhaupt Umweltschutz muss man sich halt leisten können - wie etwa die Oberbayern, die sich ihre bauwilligen Neubürger mit der Pinzette aus einem Ameisenhaufen herauspicken können.

Und in Mainleus? Ist das nicht die Gemeinde, in deren Herzen eine 4,5 Hektar große Industriebrache auf eine neue Nutzung wartet? Wo eine clevere, zeitgemäße und vor allem ressourcenschonende Wohnbebauung städtebauliche Geschwüre wie an der Rothen Kelter überflüssig machen würde?

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