Wirsberg
Investition

Wirsberger Bürgerzentrum nimmt langsam Form an

Am Wirsberger Marktplatz entsteht ein Vorzeigeobjekt für die Region. Jetzt hat der Innenausbau begonnen.
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Der Neubautrakt mit Foyer, öffentlich zugänglichen Toiletten, Treppenaufgang und Personenaufzug hat jetzt ein Dach bekommen. Foto: Werner Reißaus
Der Neubautrakt mit Foyer, öffentlich zugänglichen Toiletten, Treppenaufgang und Personenaufzug hat jetzt ein Dach bekommen. Foto: Werner Reißaus
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Das neue Bürgerzentrum der Marktgemeinde Wirsberg nimmt allmählich Konturen an. Davon konnten sich Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) und Architekt Hans-Hermann Drenske beim jüngsten Jour fixe auf der Baustelle am Marktplatz überzeugen. Und überzeugt sind die beiden vor allem auch davon, dass hier ein Vorzeigeprojekt in der Region entsteht.

Derzeit wird mit Hochdruck am Innenausbau gearbeitet. Anselstetter lobte das "ideale Zusammenspiel" der Projektbetreuer Vanessa Dumproff und Günter Körber mit Norbert Specht von der Bauverwaltung. Die Kosten für das Bürgerzentrum einschließlich Außenanlagen und Sanierung der Bauernscheune belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.

"Eine gewisse Ausstrahlung"

In den letzten Tagen haben Mitarbeiter der Zimmerei Röder aus Hegnabrunn den Dachstuhl auf den Anbau aufgesetzt. Anselstetter sprach von einem "städtebaulichen Gewinn für unseren denkmalgeschützten Marktplatz". Das sanierte Bürgerhaus Marktplatz 10 harmoniere mit dem Neubau, "das hat heute schon eine gewisse Ausstrahlung", so der Bürgermeister.

Auch im künftigen Saal im ersten Stock sind laut Anselstetter "so langsam die Ausmaße erkennbar". Die Holzständer aus dem 18. Jahrhundert würden entfernt, sobald die Unterfangung mit großen Stahlträgern abgeschlossen sei.

"Gering und elendt gebaut"

In der Häusergeschichte des verstorbenen Ehrenbürgers Karl Hahn ist fest gehalten, dass das Gebäude "gering und elendt gebaut" war. Während des Dreißigjährigen Krieges seien immer wieder Soldaten einquartiert worden, erst Ende des 18. Jahrhunderts sei es zu einem "weiträumigen Gasthaus mit Beherbergungsräumen" - und damals schon einem Saal für Hochzeiten, Vereins- und Tanzveranstaltungen sowie für übernachtende Wallfahrer auf dem Weg zur Basilika Marienweiher - ausgebaut worden. Am 1. Juni 1970 wurde der Betrieb der Gastwirtschaft für immer eingestellt. Noch bis 2008 vermietete der Eigentümer die kleinräumigen Wohnungen.

Der Zugang zum Bürgerzentrum wird barrierefrei sein, im Eingangsbereich wird ein Aufzug integriert. "Wir haben auch immer gewünscht, dass im Foyer der Blick zur Johanniskirche und auf den Marktplatz gewahrt wird", sagte Anselstetter. Dieser Bezug sei durch zwei riesige Fensteröffnungen gegeben. "Das ist ein großer Gewinn."

Platz für 160 Personen

Die Marktgemeinde habe bereits Gastronomen, Hoteliers und Vereinsvorsitzende eingeladen, um mit ihnen über die künftige Ausstattung der Küche zu beraten. Dazu meinte Architekt Drenske: "Wir werden im Erdgeschoss eine Spülküche einrichten. Das benutzte Geschirr wird über den Aufzug nach unten gebracht, um den Saalbetrieb nicht zu stören."

Neben einem Mehrzweckraum im Erdgeschoss für rund 30 Personen wird der Saal samt Empore rund 160 Menschen Platz bieten. Daneben wird noch ein Archivraum für die Hochzeitsexponate geschaffen. Eine Besonderheit wird der Gewölbekeller aus Naturstein darstellen, der über ein Fenster sichtbar werden soll.

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